Zerstörung menschlicher Existenzen

Das Mahnmal „Scherben"
Das Mahnmal „Scherben"
Foto: IKZ/Frank Haase

Hemer..  Zu abgelegen und zu unscheinbar: Zwar gibt es in Hemer eine Stele auf dem jüdischen Friedhof Am Perick und einen „Stolperstein“ an der Hauptstraße, die an die aus Hemer deportierten und ermordeten Juden erinnern, aber der Verein für Hemeraner Zeitgeschichte hat sich für eine Erinnerungsstätte in zentraler Lage eingesetzt. Am Mittwochabend hat der Kulturausschuss dem Mahnmal und dem Standort zugestimmt.

Freude über erste Spenden für die Umsetzung

Es war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, den der Hemeraner Künstler und Designer Frank Haase für sich entscheiden konnte. So soll sein Werk mit dem Namen „Scherben“ einen Platz auf den Rasenplateaus in der Nähe zum „blauen Band“ neben McDonalds bekommen und als Erinnerungsstätte dienen. Das zum ursprünglichen Wettbewerbsbeitrag nochmals überarbeitete Kunstwerk besteht aus drei Teilen, wobei das Mittelteil des Triptychons eine Breite von drei Metern hat. Die beiden Seitenteile sind 1,50 Meter breit. Das Kunstwerk ist aus Cortenstahl, und es sind lebensgroße Silhouetten ausgeschnitten – stellvertretend für die Opfer. Die Umrisse liegen in zerbrochenen Stücken als Scherben am Fuß der Tafel; die in der Tafel zurück bleibenden Silhouetten erinnern an die zerstörten Existenzen, und die Leere verdeutlicht, dass diese Menschen fehlen. Die Namen von zwölf jüdischen Bürgern, die aus der Felsenmeerstadt deportiert und in Lagern ermordet wurden, sind in einem Schriftband am Sockel der Mitteltafel aufgeführt. Sie stehen stellvertretend für alle Opfer.

10 000 Euro sind als Kosten für das Mahnmal angesetzt. Der Verein für Hemeraner Zeitgeschichte möchte sein Vorhaben durch Eigenmittel und Sponsoren finanziell stemmen. Hans-Hermann Stopsack, zusammen mit dem Künstler Frank Haase am Mittwoch in der Sitzung des Kulturausschusses, berichtete, dass die Sparkassenstiftung eine Summe von 3000 Euro für das Mahnmal zur Verfügung stellen wird. Der Verein selbst kann mindestens 1000 Euro beisteuern, und zudem gibt es eine Zusage für eine private Zuwendung. Bauunternehmer Georg Verfuß spendiert das Fundament. Jetzt hoffen die Zeitgeschichtler auf weitere private Spenden. „Im Frühjahr 2016 sollte das Mahnmal realisiert sein“, sagte Stopsack.