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Stalag VI A

Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen

19.02.2010 | 15:06 Uhr
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen

Hemer. Die Jahreshauptversammlung im Stadtarchiv war am Donnerstag die Gelegenheit für den Verein für Hemeraner Zeitgeschichte. um die werdende Stalag-VI-A-Gedenk- und Informationsstätte zu besichtigen, die im Gebäude 15 der Landesgartenschau am 21. März eröffnet wird.

Noch ist alles eine Baustelle, bald wird die Geschichte des größten Kriegsgefangenenlager in Nazi-Deutschland dargestellt, nüchtern und ohne Firlefanz; das empfehle auch das Museumsamt, sagte Vorsitzender Hans-Hermann Stopsack, der auf den PC-Arbeitsplatz hinwies: „Wir wollen, dass Schüler hier arbeiten, dass hier Seminare stattfinden.” Die Zeitgeschichtler vermissen den Kontakt zu Hemeraner Schulen; nach Iserlohn und Unna gebe es bessere Verbindungen: „Ob man eine schöne Geschichte oder eine dunkle Geschichte vor Ort hat, dann sollte jeder Pädagoge diesen Ansatzpunkt nutzen.”

Inspiziert wurde auch das Stalag-VI-A-Lagermodell, an dem Wolfgang Ebe ehrenamtlich bereits seit über 2000 Stunden arbeitet. Die Wachsoldaten mitgezählt, seien im Stalag VI A zeitweise bis zu 500 Personen als Personal tätig gewesen, wusste Stopsack.

Einer davon war ein alter Herr aus Rheinen, der den Hemeraner Zeitgeschichtlern nach einem öffentlichen Aufruf sein sehr privates Fotoalbum als Zeitzeugnis überlassen hat: Bilder von einer Italienreise, vom KdF-Dampfer „Wilhelm Gustloff”, vom Stalag VI A Hemer. Stadtarchivar Eberhard Thomas machte auf das erste und bisher einzige Foto der Lagerküche aufmerksam. Das Album zeigt Kameradschaftspflege der Wächter, Kriegsgefangene (Afrikaner), dann Szenen vom „Russenlager Senne, Herbst 1941”, wo kriegsgefangene Rotarmisten vor Erdhöhlen sitzen. Im Sennelager habe es diese Erdlöcher tatsächlich gegeben, machte Thomas auf drei Fotos aufmerksam: „Wer es nicht glaubt” - hier sei der Beweis.

„Wir wollen, dass wir anerkannt sind in der Bevölkerung”, berichtete Stopsack über seine Bemühungen um Sponsoren: Über 60 Jahre nach dem Geschehen sei man die Gedenk- und Informationsstätte endlich den vielen schuldig, die hier in Hemer leiden und sterben mussten. Hauptsponsorin sei die NRW-Stiftung gewesen. Unter strengen Auflagen habe das Museumsamt Münster 5000 Euro bewilligt, das die Bezuschussung von Gedenkstätten gar nicht kenne. Stopsack musste sich winden: „Wir haben die Heimatstubenförderung bekommen."

Mit Hilfe der Stadt Hemer vergrößern die Zeitgeschichtler ihr Raumangebot erheblich: von 18 Quadratmeter im alten Wachgebäude der Bundeswehr auf nun 88 qm im Gebäude 15. Den Flur wird man zusätzlcih nutzen, um acht Einzelschicksale von Stalag-VI-A-Insassen schildern zu können.

In diesem Jahr erwarten Hemers Zeitgeschichtler tausende und zehntausende Landesgartenschaubesucher, „die sich drängen werden bei Regengüssen”. Und nach der LGS? „Wir werden uns anderen Themen widmen können”, probierte Hans-Hermann Stopsack ein Schlusswort: Nach der Landesgartenschau werde sich der Verein für Zeitgeschichte anderen zeitgeschichtlichen Themen zuwenden können - vielleicht. Noch gehe es um die Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A: „Wir freuen uns, dass wir so weit sind.”

Paul Kramme

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Kommentare
07.03.2010
12:36
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von Taffy11 | #9

Erinnerungsstätten sollten auch an die Toten erinnern, die wegen ihres Widerstandes, ihrer Gesinnung oder ihrer Herkunft ermordet wurden, und zwar in der Regel von Angehörigen der uniformierten Staatsmacht (deren in jedem Falle gedacht wird).
Insbesondere sollten auch die Soldaten geehrt werden, die sich den verbrecherischen Raub- und Versklavungsfeldzügen zweier deutscher Heere durch Desertion ehrenvoll entzogen haben.

21.02.2010
12:27
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von GS Hemer | #8

@2 Dieter Fritz
Was ist eigentlich eine Schande für Hemer? Mein Kommentar oder der Zustand des Westiger Ehrenmals?
Eine Antwort werde ich auf diese Frage wohl auch nicht bekommen. Aber keine Antwort ist auch eine Antwort...

21.02.2010
04:25
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von The_dark_Side | #7

Kann er nicht!
Weil wir deutschen immer Schuld sind!
Wir haben den Krieg angezettelt und basta!
Machen Leuten muß die Unterlippe wirklich sehr schmerzhaft sein, schließlich treten sie ständig drauf.....

20.02.2010
19:31
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von GS Hemer | #6

@2 Dieter Fritz
Vielleicht können Sie ja auch mal erläutern, wieso das würdige Gedenken an die Opfer und das Leid des eigenen Volkes in zwei furchtbaren Weltkriegen Ausdruck einer braunen Gesinnung sein soll?

20.02.2010
12:05
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von GS Hemer | #5

@3 Dieter Fritz
Tote und Opfer aller Kriege haben es verdient, das sie in mahneder Erinnerung behalten werden.

Wie wahr! Warum regen Sie sich dann eigentlich über meinen Kommentar auf? Was paßt Ihnen daran nicht?

20.02.2010
10:38
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von Dieter Fritz | #4

Die Kommentare von GS sind eine Schande für Hemer ! Sollte die WDR-Doku recht behalten. ?
Eine braune Gesinnunghat in Hmer nichts zu suchen. Das Ehrenmal in Westige wird in einem würdigen Rahmen restauriert. Tote und Opfer aller Kriege haben es verdient, das sie in mahneder Er-
innerung behalten werden.

20.02.2010
05:00
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von The_dark_Side | #3

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19.02.2010
20:32
Zeitgeschichtler vermissen Kontakt zu Hemers Schulen
von GS Hemer | #2

In diesem Zusammenhang sollte auch mal an das Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege in Westig erinnert werden. Die Verantwortlichen der Stadt Hemer haben jahrelang zugesehen, wie das Ehrenmal immer mehr verkommen ist. Der jetzige verkommene und würdelose Zustand dürfte für die Landesgartenschau-Stadt Hemer sicher keine Zierde sein.

Wieviel sind uns eigentlich das Leid und die Opfer des eigenen Volkes in zwei furchtbaren Weltkriegen wert? Zur Erinnerung: es handelt sich um unsere Väter, Großväter und Urgroßväter!

19.02.2010
20:19
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #1

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