"Zauber der Verwandlung": Große Beachtung für den Umbau der Stalag-VI-A-Gedenkstätte
21.10.2008 | 19:27 Uhr 2008-10-21T19:27:00+0200
Hemer. Die neue, größere und umgestaltete Stalag-VI-A-Gedenkstätte in der ehemaligen Blücherkaserne wird ein zentraler Ort der NRW-Landesgartenschau 2010 in Hemer sein.
Als Vorsitzender des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte stellte Hans-Hermann Stopsack das Projekt am Dienstag dem Kulturausschuss der Felsenmeerstadt vor. Der Hemeraner LGS-Titel „Zauber der Verwandlung” könne nirgendwo sonst so einen wundersamen Sinn bekommen wie bei der Entwicklung vom berüchtigten Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg, das die sowjetischen Insassen „Sterbelager” nannten, zur Landesgartenschau: „Das dürfte fast einmalig sein in Deutschland”, drückte sich Historiker Stopsack vorsichtig aus.
Die Gedenkstätte für das Stammlager VI A zieht um von der winzigen Stube (16 qm groß) am Haupttor der ehemaligen Blücherkaserne der Bundeswehr ins „Kulturquartier” der LGS. Insgesamt 85 qm in drei Räumen stehen dort im „Gebäude 15” zur Verfügung. Begeistert sei man im Westfälischen Museumsamt von dem Vorhaben, berichtete Stopsack; Münster wolle museumspädagogische Beratung zur Verfügung stellen.
Unter Zeitdruck habe der Verein dann mit Architekten Verbindung aufgenommen. Durch einen Trick sei es gelungen, zum Nulltarif Konzeptionen mit Grundrissen und Aufrissen zu bekommen. Der Vereinsvorstand habe die Entwürfe letzte Woche durchgearbeitet. Die Vorschläge eines Iserlohner Architekten hätten den Zuschlag erhalten. Die Rede war von Thomas Grabski.
Vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe erhoffen die Hemeraner Zeitgeschichtler eine 5000-Euro-Förderung für ihr Stalag-VI-A-Vorhaben mit der Perspektive auf weitere 5000 Euro für elektronische Medien in zwei Jahren. Auch mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung kontakte man wegen der künftigen Stalag-VI-A-Gedenkstätte: „Man steht dem Projekt sehr positiv gegenüber und erwartet den Förderantrag in den nächsten Wochen.” Stopsack nannte weitere Geldquellen: „Einiges müsste die Stadt tragen und einiges die Landesgartenschau.” Der Verein der Zeitgeschichtler habe sparsam gewirtschaftet und Spenden bekommen und sei in der Lage, bis zu 6000 Euro zur Verfügung zu stellen.
Im Landesgartenschaujahr 2010 erwartet der kleine Ortsverein große Beachtung: Jeder zehnte, fünfte oder gar dritte LGS-Besucher werde die Gedenkstätte aufsuchen, besonders bei Regen: „Wir werden tausende Besucher haben!".
09:27
Was ist das denn für eine Frage???
08:50
Frage: wurden auch wirklich alle sterblichen Überreste der Gefangenen gefunden?
Diese bedingslose Feststellung fehlt in diesem Bericht!