Windkraft-Pionier für Südwestfalen

25 Jahre Windkraft bei Hölcke.
25 Jahre Windkraft bei Hölcke.
Foto: IKZ

Hemer..  Es ist 25 Jahre her, doch für den Hemeraner Klaus Hölcke bleiben die Erinnerungen frisch. Die erste Windkraftanlage Südwestfalens ging 1990 auf dem Gelände seines Gartenbetriebs am Kehlberg in Betrieb. Ein niederländisches Unternehmen brachte die tonnenschweren Einzelteile des 36 Meter hohen Windrads nach Hemer, und für Klaus Hölcke wurde ein lang gehegter Wunsch wahr. Satte 17 Jahre hatte es damals gedauert, bis überhaupt eine Baugenehmigung da war. „Es war ein Präzedenzfall. Und dann ging es plötzlich von einem Tag auf den anderen“, erinnert sich der 57-jährige Gärtnermeister an das Schreiben aus dem Rathaus, das für große Freude sorgte.

Das Wetter am 6. Dezember 1989 war nicht gerade dafür geeignet, um eine Windkraftanlage zu errichten. Mit Hilfe eines Kranwagens gelang es schließlich, den Masten aufzustellen und zu verankern. Rotorblätter mit einer Länge von 15,4 Metern und der Generator machten die Windkraftanlage schließlich komplett, und Klaus Hölcke verzeichnete nicht nur in den ersten Monaten viel Besuch, der sich über die moderne Technik informieren wollte und größtenteils auch begeistern konnte. Auch heute noch kommen viele Gruppen, um sich von Klaus Hölcke in die Geheimnisse und Leistungen der Windkraftanlage einweihen zu lassen.

„Es ist eine der kleinen Windkraftanlagen in Deutschland“, weiß Klaus Hölcke, der sich vor 34 Jahren mit der Gärtnerei selbstständig gemacht hat. Die Windkraftanlage erntet mit ihrem Rotor die Energie des Windes und wandelt sie in elektrische Energie um, die anschließend in das Stromnetz eingespeist wird. „Ich habe fast keine Energiekosten für meinen Betrieb“, berichtet Hölcke freudig. 240 000 Mark hat die Windkraftanlage damals gekostet, eine Investition, die sich mehr als gelohnt hat. Lediglich 390 Euro fallen jährlich für die Wartung an.

Das Windrad schafft zwischen 40000 und 80000 Kilowattstunden pro Jahr. Ohne Windkraft würden zurzeit rund 23,5 Cent pro Kilowattstunde anfallen. „Windstrom ist extrem lukrativ“, betont Klaus Hölcke, der nicht verstehen kann, dass nicht mehr Unternehmen diesen Schritt gehen, um von den enormen Energiekosten runter zu kommen. In den vergangenen 25 Jahren wurden rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. In einer Anzeige, die am 8. Dezember 1989 erschienen ist, heißt es: „Science fiction zum Anfassen – bei uns hat die Zukunft schon begonnen“. Klaus Hölcke ist stolz, seinen Umweltgedanken so beharrlich verfolgt zu haben.