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Dreistündiger Einsatz

Wildsau verwüstet Glaserei in Hemer

04.01.2016 | 22:02 Uhr
Wildsau verwüstet Glaserei in Hemer
In einem Viehanhänger wurde die getötete Wildsau abtransportiert.Foto: Ulrich Töpel

Hemer.  Eine rund 60 Kilogramm schwere Bache verwüstete am Montagnachmittag Werkstatt, Lager sowie Empfangsraum einer Glaserei in Hemer.

Der Elefant im Porzellanladen ist sprichwörtlich, dass eine Wildsau in einer Glaserei mindestens genauso folgenreich sein kann, erlebte Glasermeister Horst Bührmann leider live. Eine rund 60 Kilogramm schwere Bache verwüstete am Montagnachmittag Werkstatt, Lager sowie Empfangsraum seiner Glaserei in der Teichstraße.

Flucht vor Schwarzkittel durch die Hintereingänge

Es ist gegen 14.30 Uhr: Horst Bührmann und sein Geselle Stefan Hinke sind im Lager, als der 58-jährige Chef hört, dass die Tür zum Empfangsraum geöffnet worden ist. „Ich schau mal, da kommt ein Kunde“, so Bührmann zu seinem 34-jährigen Mitarbeiter. Er geht in den Werkstattraum und blickt nicht in die Augen eines Kunden, sondern eines ausgewachsenen Schwarzkittels, der bereits blutend am Zuschneidetisch steht.

Ein warnender Ruf an den Gesellen und beide bringen sich durch Hinterausgänge in Sicherheit. „Ich stehe draußen und der Chef kommt nicht“, so Hinke gegenüber dem IKZ. „Und am Fenster waren Blutspritzer“, so der besorgte Mitarbeiter. Beide wählen unabhängig voneinander den Polizeinotruf. Damit beginnt ein fast dreieinhalbstündiger Einsatz, den es so wohl noch nicht gegeben hat. Die Polizei eilt mit drei Streifenwagenbesatzungen zur Teichstraße, sperrt die Straße, leitet den Verkehr um, sehr zum Unwillen einiger uneinsichtiger Anlieger.

Die Wildsau verwüstete die Glaserei Bührmann an der Teichstraße Foto: Ulrich Töpel

Jagdpächter Friedrich Keune wird hinzugerufen, während es in der Werkstatt weiter poltert. Zu diesem Zeitpunkt gehen alle Beteiligten davon aus, das sich wohl zwei Wildschweine in den Betrieb verlaufen haben und reichlich Glas zu Bruch bringen. Landwirt Jürgen Überacker aus Riemke wird eingeschaltet, da dieser über ein Betäubungsgewehr verfügt. Er setzt der 60-Kilo-Dame den Betäubungsschuss. Doch diese gibt trotz ihrer schweren Verletzungen durch Glasschnitte nicht auf und kippt erst nach langen 30 Minuten zu Boden. Jetzt erst wird das Ausmaß der Verletzungen und der Zerstörungen deutlich. Der Landwirt muss das schwer verletzte Tier mit einem Bolzenschussgewehr vor Ort töten.

In der Panik gegen die Glasscheiben gelaufen

Wie viel Blut das Tier verloren hat, ist überall zu sehen. In ihrer Panik hat die Bache reichlich Glas zersplittert, unter anderem auch sehr teures Ceran-Feuerschutzglas. Nach ersten Schätzungen von Eigentümer Horst Bührmann, der bereits seit 30 Jahren seinen Betrieb in der Teichstraße betreibt, liegt der Schaden deutlich im fünfstelligen Bereich.

„Es ist überhaupt nicht klar, ob ich überhaupt versichert bin gegen Wildschäden dieser Art. Eine Vandalismus-Versicherung habe ich abgeschlossen – aber ob diese für den Schaden eintritt?“, sorgt sich der Chef und blickt auf blutverschmierte Räumlichkeiten und Berge an zersplittertem Glas. Ein Elefant im Porzellanladen hätte eine solche Verwüstungstour nicht ausgiebiger hinbekommen.

Mit einem Betäubungsgewehr wurde das Tier gestoppt. Foto: Ulrich Töpel

Ulrich Töpel und Ralf Engel

Kommentare
05.01.2016
14:50
Wildsau verwüstet Glaserei in Hemer
von Nutzernamevergeben | #2

Was? Ein Jäger wurde gerufen? A-aber die sind doch böse! Und Mörder! Ich bin mir sicher, wenn man sich mit der Bache (denn "Wildsau" oder...
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Wildsau verwüstet Glaserei in Hemer
Wildsau verwüstet Glaserei in Hemer
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http://www.derwesten.de/staedte/hemer/wildsau-verwuestet-glaserei-in-hemer-id11429726.html
2016-01-04 22:02
Hemer