Wiedersehen mit Pater Beda und vielen guten Freunden

Der Aktionskreis Pater Beda hat Gäste aus Brasilien: (von links) Monika und Manfred Frietschen, Matheus, Barbara Ücker, Edson, Ivonita Alves und Gisela Schotte
Der Aktionskreis Pater Beda hat Gäste aus Brasilien: (von links) Monika und Manfred Frietschen, Matheus, Barbara Ücker, Edson, Ivonita Alves und Gisela Schotte
Foto: IKZ

Hemer..  Es ist nicht der erste Besuch von Ivonita Alves in Hemer. Die Brasilianerin kommt immer wieder gern, weil sie hier auf Menschen trifft, die sie seit Jahren kennt, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen und auf deren Hilfe sie angewiesen ist. Ivonita Alves ist Leiterin des Kinderdorfes Cidade da Crianza in der Stadt Simoes Filho, die nur 30 Kilometer vor den Toren der Millionen-Metropole Salvador im Osten Brasilien liegt.

Für drei Wochen ist Ivonita Alves nach Deutschland gereist, eine Woche davon ist sie zum wiederholten Mal Gast der Familie Schotte in Ihmert. Begleitet wird sie von ihrem Sohn Edson und dessen Freund Matheus. Die beiden Jugendlichen sind bei der in Letmathe wohnenden Brasilianerin Daniely Brandie untergebracht, die den Besuchern für die Woche im Sauerland als Dolmetscherin zur Verfügung steht.

Evonita Alves begegnet in Hemer auch vielen anderen guten Bekannten – die Mitglieder der hiesigen Gruppe des Aktionskreises Pater Beda. Das Kinderdorf in Simoes Filho zählt zu den zahlreichen Projekten, die in Brasilien vom Aktionskreis betreut werden, und gerade die Hemeraner sind es, die zum Beispiel die Erlöse ihrer regelmäßigen Papier- und Altkleidersammlungen gerade in dieses Projekt fließen lassen.

Einer der Höhepunkte der Deutschlandreise war für Ivonita Alves und ihre Begleiter die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung des Aktionskreises im Kloster Bardel in Bad Bentheim. Dort traf sie auch auf den 80-jährigen Pater Beda, dem leider zunehmend gesundheitliche Probleme zu schaffen machen. Sowohl die Brasilianerin als auch die deutschen Mitglieder des Aktionskreis wissen das Werk Pater Bedas beim Vorstand des Aktionskreises als auch dessen Geschäftsführer Udo Lohoff in besten Händen.

1200 junge Menschen werden im Kinderdorf betreut

Das Kinderdorf Cidade da Crianza wurde 1983 zunächst als Waisenhaus gegründet. Mittlerweile hat es sich fortentwickelt zu einem Bildungszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die zumeist aus den Armenvierteln der auch schon über 100000 Einwohner zählenden Stadt Simoes Filho und deren Umfeld stammen. Bis zu 1200 junge Leute werden von 25 Lehrkräften betreut. In der Einrichtung bekommen sie Hilfe bei der Schulausbildung oder beim Erlernen eines Berufes. Darüber hinaus gibt es viele Angebote zur kulturellen und sportlichen Förderung. Aber auch ganz praktische Dinge, wie der Anbau von Obst und Gemüse zur Eigenversorgung wird im Kinderdorf gelehrt.

Vernetzung der Projektewird vorangetrieben

Eine der Aufgaben, denen sich Ivonita Alves als Leiterin der Einrichtung widmet, ist die intensivere Vernetzung mit anderen Hilfsprojekten in Brasilien, auch und gerade über das Internet. Dadurch soll ein besserer Austausch von Informationen möglich werden, da die meisten Projekte bei ihrer Arbeit eigene Schwerpunkte bilden und die dabei in der Praxis gewonnen Erkenntnisse auch von anderen Einrichtungen genutzt werden sollen. Auch die Bemühungen um Förderung der Einrichtungen durch den brasilianischen Staat – die keineswegs selbstverständlich ist – sollen durch die Vernetzung koordiniert werden.

Der wichtigste Aspekt ihrer Deutschlandreise ist für Ivonita Alves aber der persönliche Kontakt zu den Aktiven des Aktionskreises sowie die Vertiefung und Erneuerung zum Teil bereits seit Jahren bestehender Freundschaften. Sie weiß, dass die Hilfe für die Armen in Brasilien nur so lange gewährleistet sein wird, wie sich im fernen Deutschland Menschen uneigennützig für diese Sache einsetzen.