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"Bekennender Sauerländer"...

"Was mir beim Blick vom Turm gefällt / das ist der Weitblick in die Welt"

28.08.2008 | 15:21 Uhr
"Was mir beim Blick vom Turm gefällt / das ist der Weitblick in die Welt"

Hemer. Wilfried Diener ist als Lyriker, Fotograf und Wanderer ein bekennender Sauerländer - auch mit Herz und Sinn für Hemer. Die Stadtbücherei lädt zu einem Abend mit dem Iserlohner ein.

„Lyrische Wanderungen durch das Sauerland - die Jahreszeiten in Lichtbildern und Geschichten” werden am Donnerstag, 18. September, ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei geboten. Wanderführer bei diesem literarischen Diavortrag ist Wilfried Diener aus Iserlohn. Sauerland, Wandern, Fotografieren und das Reimen: Das sind Lieblingsthemen für den Oberstudiendirektor a. D., Jahrgang 1940, der zuletzt das Berufskolleg II in Hagen geleitet hat: „Wenn ich mich im Sauerland bewege, hüpft mein Herz!”.

Eindrücke bei seinen steten Touren auf Schusters Rappen regten ihn vor Jahren zu seinen ersten lyrischen Versuchen an. Diese Verse verschwanden im Aktenordner, wurden mal vor Freunden rezitiert, von denen die Anregung kam: „Das muss an die Öffentlichkeit.” So entstand 1996 der erste Bildband des Lyrikers und Hobbyfotografen: „Sauerland - so seh ich dein Gesicht”. Technische Vorarbeiten für seine Werke, die er im Verlag seiner Ehefrau veröffentlicht, erledigt er seitdem persönlich, Schriftsetzer ist sein Erstberuf.

Für den Zweitberuf als Lehrer studierte Wilfried Diener Berufspädagogik, nicht etwa Germanistik. Lyrik sei ein Hobby, er sei Autodidakt mit Gefühl für Klang, sagt er: In mir klingt ein Lied, wie man sagt", meint er. Der Iserlohner gehört zum Vorstand des Autorenkreises Ruhr-Mark und da zuständig für besondere Aufgaben, worunter die lieben Kollegen „Bücher machen” verstehen. Ein neues Buch des Autorenkreises ist in Vorbereitung, eine Anthologie mit Lyrik und Prosa.

Bei seinem Vortrag in Hemer führt der Sauerland-Wandersmann mit Bildern durch die Jahreszeiten und begleitet jede Saison mit Gedichten, neue Verse werden dabei sein, auch aus Hemer; die Felsenmeerstadt ist Wilfried Diener vertraut seit Kindesbeinen, durch seine Wanderungen und durch seine Verse. Die „Dörtke Moer” hat ihn zu Zeilen angeregt wie der zerstörende und erneuernde Orkan „Kyrill” oder aktuell der Turmbau der Sparkassenstiftung. Der Turm für die Landesgartenschau habe den falschen Standort und sei überhaupt Ansichtssache, sagt er  doppeldeutig: „Was mir beim Blick vom Turm gefällt, / das ist der Weitblick in die Welt, / ist das Gefühl, als ob man fliegt, / wenn alles mir zu Füßen liegt. / Dies Glücksgefühl, die Euphorie, / bietet ein Jübergturm wohl nie. / Sein Standort auf der ,Bodenwelle' / ist grundsätzlich die falsche Stelle. (...) P.S. Gewiss - die Landesgartenschau / verlangt vielleicht nach diesem Bau, / doch ist die Gartenschau vorbei, / ist dieser Turm dort einerlei.” Hemeraner dürfen wirklich gespannt sein auf den Wilfried-Diener-Abend am 18. September in der Bücherei. Der Waldstädter wirbt um die Gunst der benachbarten Felsenmeerstädter: "Hemer ist mir nie ein fremder Ort gewesen."

Paul Kramme

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