„Warum hat Demokratiearbeit so ein schlechtes Image?“

Ortsparteitag der FDP: v.l. Andrea Lipproß, Generalsekretär Johannes Vogel und Arne Hermann Stopsack
Ortsparteitag der FDP: v.l. Andrea Lipproß, Generalsekretär Johannes Vogel und Arne Hermann Stopsack
Foto: IKZ

Hemer..  „Wir haben unseren Bürgermeister verloren, aber nicht unseren Verstand!“ Arne Hermann Stopsack, Fraktionschef der FDP, machte beim Ortsparteitag der Liberalen am Montag in der Gaststätte „Im Bräucken“ deutlich, dass der Bürgermeister in der kommenden Zeit nicht primär das Thema der FDP sei. „Wir werden auch eine Zeit lang ohne Bürgermeister arbeiten können. Wer denkt, dass nach dem Weggang von Michael Esken Stillstand eintritt, liegt falsch!“ Auch der Bürgermeister Michael Esken sei ersetzbar, betonte der Fraktionsvorsitzende.

Die FDP in Hemer sei ein Schrittmacher. „Wir werden gehört, können uns aber nicht immer durchsetzen“, bedauerte Stopsack, der direkt Beispiele nannte. So habe die FDP im Jahr 2001 bereits ihre Bedenken hinsichtlich der Einrichtung des Zentralen Immobilienmanagements geäußert, jetzt steht ZIM vor der Auflösung. Der Wintergarten sei eine Idee speziell von Eva Thielen gewesen, aber anfangs habe niemand etwas davon hören wollen. „Jetzt schmücken sich andere damit“, so Arne Hermann Stopsack. Dasselbe gelte für den Umzug der Musikschule zum Sauerlandpark und der Einrichtung eines Kulturquartiers. „Auch diese Idee stammt von uns und ist 2006 entstanden“, so Stopsack. Manchmal sei es auch mal gut, einfach mal auf die FDP zu hören.

„2014 stand im Zeichen der Europa- und der Kommunalwahl“, sagte Ortsvereinsvorsitzende Andrea Lipproß, die wie ihre Mitstreiter das Ergebnis der FDP in Hemer natürlich nicht bejubelt. Immerhin sei es in Hemer noch besser als allgemein in NRW, sagte sie und fragte: „Warum hat Demokratiearbeit ein so schlechtes Image?“ Die FDP in Hemer blickt auf einen engagierten Wahlkampf zurück. Unter anderem wurden 300 Plakate geklebt und 10 000 FDP-Postkarten verteilt, dazu kamen viele Wahlinfostände. Deutlich machte Andrea Lipproß, dass man sich nicht entmutigen lasse und weiter für Hemer arbeiten werde, auch wenn die Bemühungen der Liberalen bei der jüngsten Kommunalwahl von den Bürgern nicht honoriert worden seien. Der Ortsverein hat aktuell 32 Mitglieder. „Wir sind stolz darauf, dass es uns gelungen ist, im Kern zusammen zu bleiben“, sagte Arne Hermann Stopsack.

NRW-Generalsekretär Johannes Vogel war anlässlich des Ortsparteitages nach Hemer gekommen, um die Pläne der FDP bis 2017 vorzustellen. Unter anderem war auch das neue Logo Thema, dass bei der FDP auch ein Zeichen für den Aufbruch sein soll.