Von Oesetalbahn bleibt nur Schotter

Bürgermeister Michael Esken und für den Bau des Radweges zuständige Projektleiter Albrecht Buscher (r.) besuchten gestern die Baustelle und bedankten sich bei Timo und Karl Meißner für die gute Zusammenarbeit.
Bürgermeister Michael Esken und für den Bau des Radweges zuständige Projektleiter Albrecht Buscher (r.) besuchten gestern die Baustelle und bedankten sich bei Timo und Karl Meißner für die gute Zusammenarbeit.
Foto: IKZ

Hemer..  Die alten Gleise der Oesetalbahn sind Geschichte, die Trasse ist frei für den Radweg von der Hemeraner Innenstadt bis weit hinein auf Mendener Stadtgebiet. Die mit dem Abbau der Gleise beauftragte Firma Meißner ist nur noch damit beschäftigt, die Schwellen abzutransportieren. Voraussichtlich noch in diesem Monat wird die Vergabe für den Bau des Radweges erfolgen, der bis zum Herbst abgeschlossen sein soll.

Für den Radweg wird der vorhandene Schotter durchgefräst und gebrochen, das heißt die Körnung wird auf etwa das halbe Maß gebracht. Auf den Schotter kommt dann eine Feinschicht, dann eine Tragschicht aus Asphalt und schließlich die Schlussdecke, so Albrecht Buscher vom städtischen Tiefbauamt. Wie berichtet, ist in der Abwicklung zwar die Stadt Hemer Bauherrin des Radweges, die Kosten trägt allerdings der Bund.

Die Freude von Karl und Timo Meißner über die reibungslose Abwicklung des Hemeraner Auftrags wird allerdings getrübt durch einen dreisten Diebstahl. Beim Abbau der Gleise fällt nämlich neben dem Stahl der Schienen auch tonnenweise Kupferkabel an, das in einem Schacht im Inneren des Schotterbetts verlegt war. Dieser Kabelschrott war in der vergangenen Woche an der Trasse in Höhe des Jägerhofs an der B7 zwischengelagert worden. Bis zum vergangenen Donnerstag. Aufgrund von Zeugenaussagen steht mittlerweile fest, dass an jenem Tage zwischen 16.45 und 17.45 Uhr dort Unbekannte mit einem weißen Kastenwagen vorgefahren sind und sechs Tonnen dieses Kabelschrotts einfach eingeladen haben und damit verschwunden sind. Wert: rund 18 000 Euro. Die Diebe ließen sich auch nicht davon stören, dass auf dem Schrott ein Bagger und ein Stapel Schwellen zur Sicherung standen.

Laut Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski werden solche Kastenwagen von Metalldieben bevorzugt bei ähnlichen Coups benutzt. Die Aufschrift eines Unternehmens auf dem Fahrzeug, das von Zeugen sogar fotografiert wurde, ist gefälscht gewesen.