Viele Ideen vom Tauschring bis zum Bürgerbus

Studenten der TU Dortmund präsentieren ihre Studie über Ihmert
Studenten der TU Dortmund präsentieren ihre Studie über Ihmert
Foto: IKZ

Ihmert..  Wie kann das Ihmerter Dorfleben in Kooperation mit der Bevölkerung generationsübergreifend attraktiver werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studenten der Technischen Universität Dortmund im Rahmen einer Forschungsarbeit. Aus dem Ihmerter Zukunftsforum hatte sich das Projekt ergeben. Über Monate recherchierten die angehenden Raumplaner, erkundeten das Dorf, führten Experteninterviews, werteten demographische Daten aus und entwickelten aus einer Umfrage einen Ideenkatalog. Die Ergebnisse stellte das 16-köpfige Team jetzt beim Bürgerstammtisch in der Ihmerter Kirche in einer prüfungsrelevanten Präsentation vor.

Dass der demographische Wandel in Ihmert besonders deutlich wird, zeigt die Entwicklung der Bevölkerung. Seit 1994 ist die Zahl der Einwohner um 12,4 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der 60- bis 80-Jährigen hat um rund 30 Prozent zugenommen. Die Jüngeren werden immer weniger, in den Altersgruppen der 0- bis 20-Jährigen und 21- bis 40-Jährigen sind es rund 30 Prozent.

Infrastrukturproblemeaußen vor gelassen

127 Fragebögen haben die Studenten für ihren Ideenkatalog ausgewertet. Einen Spitzenplatz auf der Prioritätenliste hat die Instandsetzung von Straßen eingenommen. Diesen Aspekt wie auch den Ausbau der Rad- und Fußwege ließen die Studenten außen vor, weil sie nicht direkt durch die Bürger beeinflusst werden können. Gleichwohl wurde beim Bürgerstammtisch immer wieder betont, dass das Straßenproblem eines der Drängendsten ist. „Bürgerschaftliches Engagement löst nicht die grundlegenden Infrastrukturprobleme“, sagte ein Bürger. Zu den ausgearbeiteten Ideen gehört die Förderung mobiler Dienstleistungen. Eine Belebung des Tauschrings, Hausbesuche von Frisören, mobile Pflegedienste und Bringservice von Lebensmitteln nannten die Studenten beispielhaft. Zu den Bürgerwünschen gehört die Kombination von Nahversorgung und Dienstleistungen im Dorfladen, wo allerdings der Platz eingeschränkt ist. Gewünschte regionale Produkte seien bereits im Angebot. Der öffentliche Personennahverkehr müsse ergänzt werden. Die Studenten empfehlen einen Bürgerbus, der die Anbindung der Wohngebiete und zu von der MVG nicht berücksichtigten Zeiten verbessert. Der kleine Wochenmarkt am Dorfladen könne ausgebaut und verlagert werden. Als möglicher neuer Standort würde sich der Schulhof anbieten. Die Förderung von seniorengerechtem und barrierefreiem Wohnen nannten Ihmerter ebenfalls als Ziel. Seniorenwohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser und Demenzwohngruppen könnten dies ermöglichen. Beratungen sollten im Dorf angeboten werden.

Bänkebau als gutes Beispiel für Bürgerengagement

Auch die Stadtverwaltung war bei der Präsentation stark vertreten. „Sie haben es sehr gut analysiert. Mangelnde Finanzen werden sie aber ihr Raumplanerleben lang begleiten“, sagte die Dezernentin Andrea Wolf. Einiges macht allerdings Eigeninitiative möglich. So wurde der Bänkebau als bestes Beispiel bewertet. Bürger und Studenten hatten vier neue Bänke für das Ihmerter Ostfeld gebaut und aufgestellt- Solche Initiativen und auch die Arbeitsgruppen sollten fortgesetzt werden. In Projekte könnten auch junge Leute eingebunden werden. Auch müsse die Kommunikation im Dorf weiter verbessert werden.