Viele Blicke hinter den Gartenzaun

Offene Gärten in Hemer, Landschaftsgarten Rittinghaus
Offene Gärten in Hemer, Landschaftsgarten Rittinghaus
Foto: IKZ

Hemer..  Seit langer Zeit öffnen viele private Gartenbesitzer einmal im Jahr ihre Tore. Im Rahmen der „Offenen Gärten im Ruhrbogen“ können dann andere Menschen einmal einen Blick in andere Gärten werfen und sich Inspiration für das eigene Zuhause holen. „Was immer nett ist, sind die Gespräche. Man bekommt Tipps voneinander und bereichert sich gegenseitig“, strich Gastgeberin Eva-Maria Rittinghaus eine der positiven Seiten der interkommunalen Veranstaltung heraus. Tipps dürfte die passionierte Hobby-Gärtnerin, die regelmäßig bis zu acht Stunden das heimische Grün pflegt, am Sonntag aber vor allem an ihre zahlreichen Gäste weitergegeben haben. Denn wer zum ersten Mal durch das Tor der Familie Rittinghaus tritt, der staunt nicht schlecht und möchte mehr wissen.

Vom Schattenbeet biszum kleinen Strand

Auf stolzen 10000 Quadratmetern gibt es viel zu entdecken: Zwischen alten Bäumen liegen Schattenbeete mit Rhododendren, etliche buntblühende Staudenbeete, ein Bauerngarten mit Hochbeet samt Insektenhotel sowie ein mediterran angehauchter Garten mit Wasserfall, Teich, kleinem Strand und Brunnen. Plätze zum Verweilen finden sich auf mehreren Terrassen, die mit unterschiedlichen Gartenmöbeln ausgestattet sind. Bei den „Offenen Gärten“ machen Eva-Maria und ihr Mann Ernst Wilhelm in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal mit. Kein Wunder, dass die Familie Rittinghaus längst „Stammgäste“ hat, die einmal jährlich auf das Grundstück an der Hönnetalstraße kommen. „Wir haben uns hier schon das ein oder andere für unseren eigenen Garten abgeguckt“, verriet eine Besucherin am Vormittag.

Während Eva-Maria Rittinghaus die Gäste empfing und auf Kaffee und Kuchen einlud, war ihr Mann mit einer Videokamera im Garten unterwegs. Sein gut besuchtes Grundstück diente als Kulisse für einen Kurzfilm, den er in Bälde zusammenschneiden wird und dann im Internet veröffentlichen möchte. Doch nicht nur im Garten Rittinghaus war am Sonntag etwas los.

Auch der CVJM öffnete im Rahmen der „Offenen Gärten“ sein Grundstück. Seit etlichen Jahren wird die Aktion mit dem eigenen Sommerfest verbunden. Am Wochenende wurde es sogar noch etwas größer, wie Dirk Rus (1. Vorsitzender) am Vormittag verriet: „Heute ist es das erste Mal, dass wir vor dem Fest zusammen mit der Gemeinde Gottesdienst auf unserem Grundstück feiern.“ Im Anschluss zogen die Mitglieder und die Gemeinde hinter das neu gestaltete Freizeitheim. Dort, im 400 Quadratmeter großen Garten, lief der Grill um die Mittagszeit bereits auf Hochtouren. Wer wollte, machte es sich in der „Wohlfühloase“ bequem, oder setzte sich an die rustikal gestaltete Feuerstelle.

Musikalische Unterhaltung am CVJM-Heim

Die zahlreichen Kinder tollten auf der gegenüberliegenden Spielwiese. Damit auch nichts passieren konnte, wurde die angrenzende Straße am Sonntag gesperrt. „Ein Dank geht deswegen auch an die Anwohner“, freute sich Dirk Rus, der selbst über das CVJM-Gelände führte und dabei einiges zu erzählen hatte. „In den letzten Tagen haben wir hier richtig geackert“, so der erste Vorsitzende. Unter anderem wurde vor das Freizeitheim ein kleines Schiff mit Segel samt Schriftzug postiert, das nun Vorbeifahrende als Blickfang auf den CVJM aufmerksam machen soll. Den Gästen im Garten wurde auch musikalisch etwas geboten. Der Posaunenchor sowie die Jungbläser traten auf, genauso, wie der Männerchor und die Musikgruppe „2 Sam“.

Im vergangenen Jahr zählten in Hemer vier Grundstücke zu den „Offenen Gärten im Ruhrbogen“. Dieses Jahr waren es mit dem Landschaftsgarten der Familie Rittinghaus und dem des CVJM zwei.

Vielleicht entscheiden sich im kommenden Jahr wieder etwas mehr Gartenbesitzer dafür, anderen Menschen ihr Grün zu zeigen. Die beiden diesjährigen Gastgeber dürften auch im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein.