Viel Wissenswertes über die historische John-Orgel
10.07.2007 | 21:30 Uhr 2007-07-10T21:30:23+0200Hemer. (as) Es gibt in der Heimat viel zu entdecken. Das erfahren die Teilnehmer der Stadtrundfahrten immer aufs Neue. Zur fünften Stadtrundfahrt des Verkehrsvereins brachen am Samstagnachmittag 42 Teilnehmer in die nördlichen Stadtteile auf. Vom Busbahn
Empfangen wurde die Gruppe vor Ort durch den Organisten Thomas Kick, der zunächst Wissenswertes über die historische Orgel erzählte, ehe die Teilnehmer bei einem kleinen Konzert den Klängen der Orgel lauschen durften.
In seinen Ausführungen ging Kick auf die Geschichte der historischen John-Orgel ein. Nach dem Erbau der Orgel Anfang des 17. Jahrhunderts, folgte Mitte des 18. Jahrhundert die erste größere Umbaumaßnahme. Während der sogenannten Orgelbewegung nach dem zweiten Weltkrieg wurden etwa 1955 erste Restaurierungsarbeiten durchgeführt. 1980 wurde eine neue Chororgel mit fünf Registern erbaut. Nach Renovierungsarbeiten der Pfarrkirche, währenddessen die Orgel abgebaut und eingelagert wurde, erklingt die historische Orgel 1983 wieder in altem Glanz.
Im Zuge der Außenrenovierung der Pfarrkirche wurde die Orgel 2006 erneut ausgebaut, gereinigt und repariert. Zudem wurde die Windversorgung wieder in eine eigens im Turm erstellte Kammer zurückverlagert und ein doppelter Cymbelstern, der besonders zur Weihnachtszeit genutzt wird, eingebaut.
Nachdem das Augenmerk zunächst auf der historischen Orgel lag, setzte Ursula Reinhard die Besichtigung der Kirche mit einigen Fakten aus der Historie fort. Am 29. Juni 1700, dem Patronatsfest, fand die erste heilige Messe in der Pfarrkirche statt.
Im Park von Haus Hemer befand sich zu der Zeit noch die St. Vitus-Kirche, eine einst katholische später protestantische Kirche, die 1818 abgebrochen wurde. Die St.Peter und Paul-Kirche war eine Stiftung von Jobst Edmund von Brabeck, Bischof von Hildesheim und Fürst, dessen adeliger Familie Haus Hemer, die Edelburg und Burg Klusenstein gehörten. Die Errichtung der Pfarrkirche war aufgrund steigender Katholikenanzahl in Hemer vonnöten. Teile der barocken Einrichtung wie der Taufstein oder Fragmente des Barockaltars sind heute noch zu sehen. In den Jahren 1898/1899 wurde dank einer Erweiterung dem Hauptschiff mit Turm ein Querhaus mit rechteckigem Chorraum in gleicher Höhe beigefügt, so dass die Pfarrkirche in der jetzigen Größe entstand.
Bei einer Renovierung im Jahre 1958 legte man wieder die ursprüngliche barocke Ausmalung frei. Etwa zwanzig Jahre später erfolgte eine erneute Renovierung, bei der ein moderner Zelebrationsaltar mit Ambo, der den Hochaltar ablöste, aufgestellt wurde.
Zum Schluss der Führung betrachtete die Gruppe noch die Wappen der Familie von Brabeck, die sowohl an den Beichtstühlen als auch über dem Hauptportal zu finden sind. Bevor es wieder zurück in den Bus ging, erläuterte Ursula Reinhard den Zusammenhang von Haus Hemer und der Pfarrkirche. Derjenige, der zur damaligen Zeit Haus Hemer zu seinem Besitz zählte, war auch stets zugleich Hausherr der Pfarrkirche.
Richtung Landhausen ging es weiter. Hierbei fuhr der Bus entlang des Freibades und der Kreuzkirche. Am Bergmannspfad in Landhausen wurde kurz Halt gemacht. Durch die Geitbecke ging es anschließend Richtung Oese, wo am Piepenstockplatz Informationen zur Drahtverarbeitung gegeben wurden. Zur Kaffeepause kehrten die Ausflügler im Jägerhof ein. Ein Abstecher zum Industriepark Edelburg mit Blick auf die Edelburg durfte selbstverständlich nicht fehlen. Zum Schluss fuhr der Bus wieder in die Stadtmitte, wo die Stadtrundfahrt noch am Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium entlang führte.
Die nächste Stadtrundfahrt lässt nicht lange auf sich warten. Am 11. August organisieren Peter und Ursula Reinhard für den Verkehrsverein eine Besichtigung der Hemeraner Feuerwache in Westig.
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