Um Schwergewichte kümmern sich Experten

Umzug der Musikschule Hemer
Umzug der Musikschule Hemer
Foto: IKZ

Hemer..  Selten ist in der Musikschule wohl so viel Schweiß geflossen, wie in dieser Woche und bestimmt niemals sind Musiklehrerinnen und -lehrer sowie die Büromannschaft mit so staubigen Händen bei der Arbeit gewesen. Im alten Amtshaus herrscht Endzeit- und Aufbruchsstimmung zugleich, denn der Bau wird nach über 35 Jahren von der Musikschule geräumt. „Ein Stück meines Herzens wird hier bleiben“, bekennt Martin Niedzwiecki, der die Musikschule seit ihrer Gründung leitet: „Ich werde künftig jedesmal mit Wehmut an diesem Gebäude vorbeifahren.“

Doch die Erinnerungen an die vielen Jahre im Alten Amtshaus mit seinem ganz besonderen Flair werden begleitet von der Vorfreude auf das neue Domizil im Kulturquartier am Nelkenweg. Dort wird sich die Musikschule in den nächsten Tagen und Wochen in drei aufwendig sanierten und renovierten Etagen des einstigen Kasernengebäudes einrichten. Dazu kommt im Keller noch ein großer Übungsraum für Bands und andere Ensembles.

60 Kubikmeter Sperrmüllwerden aussortiert

Doch bis dahin heißt es für Niedzwiecki und sein komplettes Team kräftig Hand anzulegen. Allein 300 kleine Instrumente mussten zunächst sorgfältig verpackt werden und sind dann am Dienstag in Privatfahrzeugen sowie einem Bulli des Sauerlandparks vom Alten Amt zum Nelkenweg geschafft worden. Bei den schwersten Instrumenten sind allerdings Fachleute gefragt – zehn Klaviere und ein Flügel. Mit deren Transport, der am gestrigen Mittwoch anstand, ist ein Spezialunternehmen aus Wuppertal beauftragt worden. Das übrige Inventar, von Möbeln über Dutzende von Umzugskartons mit Noten, Akten und sonstigen Utensilien, Notenständer, Verstärker und andere elektronische Geräte sowie vieles mehr werden von einem Umzugsunternehmen verladen und zum Sauerlandpark geschafft.

Voraussichtlich erst am Donnerstagabend wird der „Hausrat“ der Musikschule den Umzug hinter sich haben. Nicht alles wird sich am Nelkenweg wiederfinden. Eine Menge ausrangiertes Mobiliar bis hin zu einem irreparabel kaputten Klavier wandert in einen 60-Kubikmeter-Container auf dem Hof hinter dem alten Amt. Auch für die Musikschule ist der Umzug der perfekte Anlass, sich von unnütz gewordenem Ballast zu trennen. Am Freitag heißt es, mit dem Einrichten und Einräumen zu beginnen, bevor die ganze Mannschaft sich erst einmal ein paar Tage wohlverdienten Urlaub gönnt.

Am Dienstag nach Ostern geht es mit Volldampf weiter, denn nur eine knappe Woche später, am Montag ,13. April, beginnt wieder der Unterricht, und die Schülerinnen und Schüler werden nach und nach die „neue“ Musikschule in Beschlag nehmen und mit Leben füllen. Beim Gedanken daran kommt bei Martin Niedzwiecki endgültig Freude auf. „Wir haben dort einfach bessere äußere Bedingungen, alles ist hell und freundlich und besser schallisoliert.“ Das gilt nicht zuletzt für den Probenraum im Keller, in dem auch die Schlagzeugschüler unterrichtet werden. Die bleiben dort akustisch unter sich und durchdringen mit ihrem Rhythmus nicht wie bisher den ganzen Bau.

Am Samstag, 25. April, wird sich die Musikschule mit einem großen „Tag der offenen Tür“ der Öffentlichkeit präsentieren. Das genaue Programm wird noch vorgestellt.