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Über 400 Johanniter-Kinder erleben bunte Zirkusshow

21.02.2012 | 16:42 Uhr
Über 400 Johanniter-Kinder erleben bunte Zirkusshow
Eine Sondervorstellung für über 400 Kinder der Johanniter bot der Zirkus Diana-Williams

Hemer.Ein rappelvolles Zelt, begeisterte Zuschauer und strahlende Gesichter bei den Artisten: Wenn die Vorstellungen des Zirkusses Diana-Williams öfters so wären, wie am Dienstag auf dem Lamberg, dann wäre die Not im Winterquartier nicht so groß. Mit einer Vorstellung für über 400 Kindergartenkinder haben die Johanniter sich und den Zirkusfamilien ein besonderes Geschenk gemacht.

Durch unsere Berichterstattung war die Johanniter-Unfall-Hilfe Südwestfalen auf die Not der beiden Zirkusse Diana-Williams und Kelly aufmerksam geworden, die seit November auf dem Lamberg überwintern. „In Gesprächen mit Cornelia Trumpf und Gabriele Köllner als Leiterinnen der Zirkusse fanden wir schnell heraus, dass vor allem Wärme, Stroh und Heu für die Tiere und Geld für zum Beispiel Versicherungsbeiträge und die spätere Rückfahrt nach Neuruppin benötigt werden“, so Johanniter-Sprecherin Jutta Beißner. So brachten die Johanniter erst einmal 50 große Gasflaschen und 1000 Liter Heizöl in das Winterquartier. Doch die schönste Idee war die Verbindung der Hilfsaktion mit einer Zirkusvorführung. „Wir möchten nicht von Almosen leben, sondern unser Geld mit unseren Tieren und Artisten verdienen“, betont Gabriele Köllner.

Gesagt, getan: Das bislang als Tiergehege genutzte große Zelt wurde mit Manege und Stühlen ausgestattet, die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätten fieberten derweil dem großen Ausflugstag entgegen.

Mit neun Bussen wurden über 400 Kinder, 34 Erzieherinnen und viele Eltern aus den sechs Kindertagesstätten in Altena, Iserlohn und Lüdenscheid zum Lamberg gefahren, wo sie das Zweimastzelt bis auf den letzten Platz füllten. Für viele Kinder war es der erste Zirkusbesuch, und sie kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. In einer fast zweistündigen Vorstellung erlebten sie ein buntes, familiäres Zirkusprogramm mit vielen Tierdressuren und Artistik.

Erster Publikumsliebling war die erst sieben Jahre alte Joana. Bei ihrer Bodenakrobatik bewies sie als Schlangenmensch ihre Gelenkigkeit. „Wie macht die das bloß“, staunte die vierjährige Kim. Artistik in Perfektion bot auch Jacqueline am Ringtrapez oder am Vertikalseil. Gino balancierte vier Stühle oder eine massive Holzklappleiter nur auf seinem Kinn: Tosender Applaus war der Dank. Hula Hoop und Clownerie rundeten das menschliche Programm ab. Die Seele des Zirkusses aber sind die vielen Tiere. Bei den Tierdressuren hielt es die Kinder nicht auf den Stühlen: Friesenpferde, der Riesenesel Balthasar, Ponys und Tauben füllten die Manege. Ganz nah erlebten die Kleinen auch ganz große Tiere: Kamele krönten das Dressurprogramm.

Tosender Applaus war der Dank für eine gelungene Zirkusvorstellung. Durch das von den Johannitern und den Eltern bezahlte Eintrittsgeld hatten die Zirkusse nun nach langer Zeit wieder eine Einnahme.

Weitere Sondervorstellungen für Schulen oder Kindergärten würden die Artisten gerne geben.

Ralf Engel

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