Tops und Flops: Vom Baustellen-Ansturm bis zum Zählchaos
31.12.2009 | 03:00 Uhr 2009-12-31T03:00:00+0100
Hemer. Landesgartenschau, Stadtumbau, Gesamtschule, Sparkasse und Wirtschaftskrise: das dürften die Hemeraner Worte des Jahres sein. Aus 2009 bleibt eine nachhaltig aufgewertete Innenstadt, Was war 2009 Top, was ein Flop? Wer ist der Hemeraner des Jahres?
Top war sicherlich der Baustellenandrang auf der Landesgartenschau. Wenn alle 20 000 Baustellen-Pilger mit Familie, Freunden und Vereinen ab dem 17. April mehrfach wiederkommen, dann ist ein Grundstock für gute Besucherzahlen gelegt.
Top waren gleich drei Theaterprojekte. Das Fehlen einer freien Theaterszene wurde in der Felsenmeerstadt stets bedauert. Die Lücke haben nun Schulen und Jugendamt engagiert gefüllt. Die Oesetalschule präsentierte das phantastische Musical „Leben im All”. Das Woeste-Gymnasium begeisterte Hunderte mit „Draculas Drangsal”. Gekrönt wurden die Bühnenproduktionen „made in Hemer” durch die „Zeitreise” des Theaterprojektes „Stageplay”. Da kann man sich auf die Wiederholung auf der Landesgartenschau nur freuen.
Bei den Flops einsam an der Spitze liegt Villabacho, sprich Hemer am Abend der Kommunalwahl. Die Datenpanne der KDVZ zusammen mit den Zählproblemen in einigen Wahllokalen machten die Wahlparty ohne Ergebnisse und damit Sieger und Verlierer zum Megaflop.
Einen Spitzenplatz der ganz subjektiven Kür nimmt erneut die Bahn ein. Die Rhein-Sieg-Bahn hat den Bau des Radweges auf dem Gleiskörper verhindert, aber noch kein positives Signal für eine nachhaltige Nutzung der Schienen gesetzt. Auch über die 30 Züge zur LGS war bislang noch nichts zu hören. Bahnhof und Rangiergleise sind aus dem Stadtbild verschwunden.
Auch ein Flop? Ausgerechnet vor der Landesgartenschau löst sich die Hemeraner Werbegemeinschaft auf und sorgt als Anhängsel der Wirtschaftsinitiative seit April für Funkstille.
Als „Hemeraner des Jahres” möchten wir diesmal gleich mehrere engagierte Bürger hervorheben. So wird der erfolgreiche Elternkampf für eine Gesamtschule landesweit zum Vorbild. Vorbildlich war auch das spontane Engagement von Eltern, die als Schülerlotsen für einen sicheren Überweg über die Hönnetalstraße sorgten.
Auch einen Spruch des Jahres wollen wir diesmal küren. Er stammt von Bürgermeister Michael Esken und verbindet gleich zwei große Themen des Jahres: „Besser 43 Millionen Euro in die Landesgartenschau investieren, als sie wie die Sparkasse Menden zu verbrennen”.
Einen ausführlichen Rückblick finden Sie in der gedruckten Silvesterausgabe des IKZ.
Eine Fotostrecke von den Bildern des Jahres finden Sie unter www.ikz-online.de .
13:20
... das schreibt sich übrigens korrekt Villabajo (frei übersetzt: Das untere Dorf). Quelle: Wikipedia.de
Guten Rutsch an alle -
der sundwiger