Tipps vom „extremsten“ Beamten

Herr Heuser vom Finanzamt gastierte im Jugend- und Kulturzentrum am Park
Herr Heuser vom Finanzamt gastierte im Jugend- und Kulturzentrum am Park
Foto: IKZ

Hemer..  Seine Forderung ist einfach: Die Anerkennung des deutschen Finanzsystems als immaterielles Weltkulturerbe. Für einen Finanzbeamten, der sich tagtäglich durch den Paragraphendschungel kämpft, ist das keine Überraschung. Vor allem nicht, wenn es sich bei dem Beamten um Herrn Heuser handelt. „Versteuerst noch oder lebst du schon“lautet der Titel des Kabarett-Comedy-Mixes, bei dem Gernot Voltz in die Rolle des „extremsten Finanzbeamten“ schlüpft. Am Sonntagabend gab Herr Heuser den Hemeranern auf lustige Art und Weise Tipps und Tricks rund um Steuern im Jugend- und Kulturzentrum.

Als Negativbeispiel in Sachen Zwangsabgaben musste selbstredend Uli Hoeneß herhalten. Allerdings sei eine Gefängnisstrafe für den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München nicht das richtige, so Heuser: „Er müsste so lange als Präsident des SC Paderborn arbeiten, bis die in der Champions League spielen. Das wäre dann lebenslänglich.“ Dem Hemeraner Publikum gefiel der trockene Humor des drögen Finanzbeamten. Während seinem Programm streifte der Kabarettist die unterschiedlichsten Themen. Beim Lebensmittelskandal stellte Herr Heuser fest: „Es muss doch drin sein, was draufsteht! Der Chirurg sagt ja auch nicht: Für das Geld konnten wir Ihnen nur eine Katzentür einbauen.“ Zu besonderen „Lieblingen“ entwickelten sich im Laufe des Abends Putin und Merkel. Zu letzterer sagte Heuser: „Frauen, die früher in der Tanzschule nicht aufgefordert wurden, sind die schlimmsten im Leben.“ In Bezug auf den russischen Präsidenten äußerte Heuser ebenfalls Bedenken: „Vielleicht will Putin ja die DDR zurück.“ Applaus brandete auch auf, als Heuser Franz Beckenbauers Äußerung über angeblich nicht vorhandene Sklavenarbeit in Katar kritisierte: „Körperlich ist der topfit, im Kopf aber schon sicherlich Pflegestufe drei.“

Lieblingsthema Heusers waren aber die Steuern. Das deutsche System sei sogar „friedenstiftend“. Hilfestellung gab er dem Publikum unter anderem bei den verschiedenen Mehrwertsteuern. Bei behindertengerechten Rollstühlen betrage diese 7 Prozent, bei Treppenliften 19 Prozent, weil letztere als Fortbewegungsmittel eingestuft würden. „Jeder, der schon einmal mit dem Lift zum Bäcker gefahren ist, weiß was ich meine“, so der Gastgeber der „Informationsveranstaltung“ schmunzelnd.