Sparkasse sieht sich auch in schwierigen Zeiten gut aufgestellt

Die Vorstandsmitglieder und das außerordentlich erfolgreiche Team vom  Immobilienservice (v.l.) Jörg Kötter, Frank Wawrzyniak, Jörg Mühlbauer, Bettina Lefor, Dr. Christian Wingendorf und Dietmar Tacke.
Die Vorstandsmitglieder und das außerordentlich erfolgreiche Team vom Immobilienservice (v.l.) Jörg Kötter, Frank Wawrzyniak, Jörg Mühlbauer, Bettina Lefor, Dr. Christian Wingendorf und Dietmar Tacke.
Foto: IKZ

Hemer/Menden..  Die Strategie niedriger Zinsen der Europäischen Zentralbank setzt die gesamte Branche unter Druck. Doch in der Führungsetage der Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden ist deshalb noch kein allgemeines Haare-raufen angesagt: Trotz aller widrigen Umstände steht die heimische Sparkasse vergleichsweise hervorragend da und kann für das Jahr 2014 wieder sehr solide Geschäftszahlen vorlegen. „Mit dem erfolgreichen Jahr 2014 konnte die fünfeinhalbjährige Sanierungsphase planmäßig abgeschlossen werden. Gleichzeitig hat die Sparkasse zu den ertragreichsten Sparkassen in Westfalen-Lippe aufgeschlossen“, so der Vorstandsvorsitzende Dietmar Tacke bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag.

Bekommt Menden noch weniger vom Ertragskuchen?

Ganz ausgestanden ist die Aufarbeitungen der Millionen-Verluste, die die Sparkasse Menden bis 2009 eingefahren hat und die zur Not-Fusion mit der Sparkasse Hemer führten, noch nicht. Zum 1. Juni wird das Ergebnis eines Gutachtens dem Sparkassen-Zweckverband vorgelegt, das die tatsächlichen Verluste aus einem Kredit-Portfolio aus eben jenem Jahr untersucht. Je nach Ergebnis könnte sich die Aufteilung der Erträge der Sparkasse aus Steuern und Gewinn von derzeit 75 Prozent für Hemer und 25 Prozent für Menden noch weiter zu Ungunsten von Menden verschieben. Ein Vorgang, den weder Dietmar Tacke noch seine Vorstandskollege Jörg Kötter kommentieren oder bewerten wollen. Ihr einhelliger Tenor: „Wir haben diese Verträge damals nicht abgeschlossen, sondern die beiden Städte.“

Dass die Sparkasse weiter erfreuliche Erträge erwirtschaftet, sieht der Vorstand auch darin begründet, dass er nicht nur auf das zinsabhängige Geschäft, sondern verstärkt auf Dienstleistungen auf Provisionsbasis setzt. So verzeichnet zum Beispiel das Geschäft mit Lebensversicherungen einen Zuwachs von fast 13 Millionen Euro auf eine Gesamtversicherungssumme von 22,4 Millionen Euro. Triebfeder war ein Garantiezins von 1,75 Prozent bis zum Ende 2014, den viele Kunden offenbar als äußerst attraktiv empfanden. Auch im Handel mit Immobilien ist die Sparkasse mit 136 vermittelten Verkäufen Marktführer in der Region. Und da sind die niedrigen Zinsen natürlich Motor des Erfolgs.

Im Kreditgeschäft hat die Sparkasse weiter zugelegt. Das Kreditvolumen ist auf über 950 Millionen Euro angewachsen. Jörg Kötter: „Obwohl die niedrigen Zinsen viele Kunden veranlasst haben, ihre Einlagen zur Darlehensrückführung zu verwenden, konnten wir insbesondere im Kreditgeschäft mit Firmenkunden Wachstum erzielen.“ Leasen statt kaufen – auch dieser Geschäftszweig erlebt einen Boom und ist für die Sparkasse ein Erfolgsmodell. 2014 konnte das Leasing mit Firmenkunden auf fast 8 Millionen Euro verdoppelt werden.

Beim Kunden-Service setzt die Sparkasse sowohl auf komfortables Online-Banking als auch auf ihr Netz von Filialen in Hemer und Menden. In denen sind nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch moderne Selbstbedienungsautomaten gefragt. Vor allem die Überweisungsterminals mit ihrem extrem hohen Sicherheitsstandard.