Sibirische Tiger beziehen ihr Winterquartier

Peter Fricke versorgt Tiger im Winterquartier auf dem Gelände der Firma Steinberg in der Becke.
Peter Fricke versorgt Tiger im Winterquartier auf dem Gelände der Firma Steinberg in der Becke.
Foto: IKZ

Becke..  Entspannt und mit der Fellpflege beschäftigt liegt Sierra auf ihrem Podest im Freigehege. Der sibirische Tiger ist vielen Hemeranern bereits bekannt, denn bereits im Sommer waren die Tiger die Attraktion in der Becke. Jetzt sind sie wieder da, haben auf dem Gelände des Unternehmens Steinberg ihr Winterquartier bezogen. Allerdings ist Sierra ohne Bombay in Hemer, und von den drei Tiger-Jungtieren sind bisher nur zwei da – Sabo und Kira. Aber schon in diesen Tagen ist das junge Trio komplett, denn dann zieht auch Eli wieder zu ihren Geschwistern.

Peter Fricke strahlt. Der Hemeraner, der bei Firma Steinberg beschäftigt ist, reist an den Wochenenden seinen „Babys“ in den Zirkus hinterher. „Jetzt habe ich meine Lieblinge wieder ein paar Wochen hier, und sie haben mich“, freut sich der 51-Jährige, dessen Herz für die Wildkatzen schlägt. Tigermädchen Eli ist die einzige, die noch keine Zirkuserfahrung hat – sie wurde von Peter Fricke zu Hause groß gezogen. Sieben Monate sind die stolzen Schönheiten jetzt alt. Ihre Brüder hatten zu Weihnachten in der Nähe von Hamburg ihren ersten Auftritt im Manegenrund des Zirkus Kübler. Dass sich Eli nicht gegen ihre beiden Brüder durchsetzen kann, das glaubt Peter Fricke nicht, denn sie ist gut im Futter und genauso stark wie die anderen beiden. „Und sie ist zickig und hat ihren eigenen Kopf!“

„Natürlich sollten die Tiger immer in Freiheit leben“, sagt Peter Fricke, der die tierischen Babys, die bereits in Gefangenschaft geboren wurden, im vergangenen Jahr aus Frankreich gerettet hat, um ihnen ein schöneres Leben zu ermöglichen. „Dort herrschten schlimme Zustände“, erinnert sich der 51-Jährige.

Am 1. Januar rollten die Wagen mit den Raubkatzen in der Becke an. „Wir haben uns erst einmal im Schlamm festgefahren. Da ging nichts mehr“, so Fricke. Hilfe kam aus Bilveringsen, dort hatte ein Bauer von der Not erfahren und half mit schwerem Gerät, die Wagen zu befreien. Erst wurde es den Tieren so angenehm wie möglich gemacht, dann holte auch Peter Fricke seinen Wohnwagen – sein Zuhause auf Zeit direkt am Gehege, so lange die Tiger in der Becke sind.

Schmuddelwetter kommt den Tigern gerade recht

Die Nachricht, dass die Tiger zurück sind, verbreitete sich rasend schnell in Hemer und Umgebung – unter anderem über die Internetplattform Facebook. Schon am vergangenen Wochenende gab es viele Zaungäste, die einen Blick auf die seltenen sibirischen Tiger ergattern wollten und vor allem darauf warteten, dass sich die Jungtiere zeigen. „Die machen, was sie wollen“, lacht Peter Fricke, „nur wenn es was zu fressen gibt, ticken sie alle gleich“. Während Sierra rund sieben Kilogramm Rindfleisch am Tag verspeist, sind die Jungtiere mit zwei Kilo am Tag zufrieden. Alle Tiere können jederzeit ins Gehege. Das derzeitige Schmuddelwetter kommt den Tigern recht. Den Sommer mit heißen Temperaturen mögen sie nicht. „Erst, wenn es richtig kalt ist, sind sie ganz in ihrem Element“, weiß Peter Fricke.

An den Wochenenden kommt Robano Kübler ebenfalls regelmäßig nach Hemer, weil er mit den Tigern trainieren will. Da wird es mit Sicherheit viele Zuschauer geben, die sich die Dressur nicht entgehen lassen wollen. Das geht aber nur von der Straße aus, auf das Gelände des Unternehmens kommt aus Sicherheitsgründen niemand.

Peter Fricke hatte im vergangenen Jahr auch mit seinem Nasenbären aufmerksam gemacht, der im Stübecker Wald unterwegs war. „Er ging immer spazieren, kam aber auch immer wieder“, so Fricke.

Mit den Tigern ist auch eine Spitzhündin in die Becke gezogen. Was keiner wusste: Die Hündin war tragend und brachte jetzt vier Welpen zur Welt. Es gibt also auch wieder Babyalarm – genauso niedlich, aber etwas kleiner und freundlicher.