Service und Pflege nach persönlichem Bedürfnis

Die Zeiten, in denen auf dem Rupprecht-Grundstück geparkt werden kann, werden in einigen Monaten vorbei sein.
Die Zeiten, in denen auf dem Rupprecht-Grundstück geparkt werden kann, werden in einigen Monaten vorbei sein.
Foto: IKZ

Hemer..  Eine hässliche Lücke im Innenstadtbild wird voraussichtlich bis zum Herbst kommenden Jahres geschlossen. Einstimmig hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung dem Verkauf des Grundstücks der ehemaligen Gaststätte Rupprecht an der Ecke Elsa-Brandström-Straße/­Hauptstraße an die Sprenger-Unternehmensgruppe aus Sümmern beschlossen. Das spült nicht nur Geld ins schlaffe Stadtsäckel, sondern beschert Hemer auch ein Wohnprojekt, das in seiner Konzeption und Ausgestaltung in der Region bislang einzigartig ist.

Mit der „Stadtvilla am Sauerlandpark“ – so der Name, den der Komplex tragen soll – wollen Heinz Sprenger, sein Sohn Jörg sowie seine Tochter Dörthe Oberwalleney das Vakuum zwischen dem gängigen Konzept des betreuten Wohnens für ältere Menschen einerseits und einem vollstationären Wohn- und Pflegeheim schließen.

Umfang von Service und Pflege selbst bestimmen

Kernstück der Stadtvilla werden zwei Wohngruppen für jeweils zwölf Senioren sein. Die künftigen Mieter leben in separaten Appartements von 25 bis 60 Quadratmetern, die durchweg aus einem Wohn-/Schlafraum und einem Badezimmer bestehen, teilweise über einen Zugang zu Balkon oder Terrasse haben und – bei den größeren Appartements -- über einen zusätzlichen Wohnraum. Beide Wohngruppen – und das ist das Besondere – werden ergänzt durch Gemeinschaftsräume, eine große Küche und einen Aufenthaltsraum. Dort sollen die Mieterinnen und Mieter gemeinsam kochen, essen und den Tag verbringen, wann immer sie Gesellschaft suchen. Unterstützt werden sie dabei von einer Hauswirtschaftskraft und einem ambulanten Pflegedienst.

Jörg Sprenger: „Das entscheidende an diesem Konzept ist, dass die Mieter weiter völlig selbst­be­stimmt wohnen und über den Umfang und die Art der Dienst- und Pflegeleistungen selbst bestimmen. Das kann beim Einkaufen und bei der Wäschepflege beginnen und bis zur pflegerischen Rundum-Versorgung gehen.“

Zu diesem Zweck wollen die Sprengers einen renommierten und zuverlässigen Pflegedienstleister mit ins Boot holen. Wer das sein wird, steht noch nicht fest, aber die Gespräche mit verschiedenen Anbietern laufen bereits. Das Konzept sieht vor, dass die ­künftigen Bewohner ihren gesamten Lebensabend in ihrem Zuhause verbringen können, denn selbst eine intensive Betreuung beim Erreichen der Pflegestufe 3 wird möglich sein.

Auch wenn die Sprengers mit der Umsetzung dieses Wohngruppen-Konzeptes in der Region Pionierarbeit leisten, ist es nicht ihre eigene Idee. Freunde der Familie haben solche Wohngruppen im Rheinland bereits erfolgreich verwirklicht und auf deren Erfahrungen können sich die Sprengers auch bei Verwirklichung der Stadtvilla stützen. Mit der konkreten Planung haben sie den Letmather Architekten Manfred Kissing beauftragt, der durch zahlreiche mutige und spektakuläre Sanierungs- und Bauvorhaben von sich reden gemacht hat.

Kissings Entwurf der Stadtvilla sieht neben den Wohngruppen im zweiten Obergeschoss acht Seniorenwohnungen von 45 bis 105 Quadratmetern vor, die allerdings auch gewisse Dienstleistungen in Anspruch nehmen können, die für die Wohngruppen angeboten werden. „Wohnen mit Service“, nennt das Jörg Sprenger. Das dritte Obergeschoss schließlich besteht aus sechs großzügigen Penthouse-Wohnungen mit Dachterrasse, wobei nicht nur Senioren die Zielgruppe sind, sondern auch jüngere Mieter, die das Wohnen in zentraler Lage der Stadt schätzen. Service-Leistungen können allerdings auch für die Penthouse-Wohnungen gebucht werden.

Nach dem Verkauf des Grundstücks muss jetzt als erstes für das Grundstück ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten dafür übernimmt die Firma Sprenger. Jörg Sprenger geht davon aus, dass noch im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, das Fünf-Millionen-Projekt innerhalb eines Jahres fertig gestellt ist und dann die ersten Mieter einziehen können.