Schule ab Donnerstag wieder in Betrieb
15.02.2012 | 17:23 Uhr 2012-02-15T17:23:00+0100
Hemer.Tag eins nach der Überschwemmung an der Berliner Straße: Die Aufräumarbeiten in der städtischen Kindertageseinrichtung „Bärenbande“ und der Freiherr-vom- Stein-Grundschule liefen am Mittwoch auf Hochtouren. Eine Notgruppe für die Betreuung der Kindergartenkinder ist eingerichtet, der Grundschulbetrieb kann am Donnerstag definitiv wieder aufgenommen werden.
Die Ursache für den verheerenden Wassereinbruch über drei Etagen ist nun klar. Wie vermutet war ein Bruch der Feuerlöschleitung auf dem Dachboden verantwortlich.
Der Schock bei den Mitarbeiterinnen des Kindergartens „Bärenbande“ hat sich etwas gesetzt, verflogen ist er noch lange nicht. Das Kollegium der Grundschule verschaffte sich gestern einen Schadensüberblick, die Erzieherinnen im weitaus schwerer betroffenen Gebäudetrakt des Kindergartens räumten gemeinsam mit Mitarbeitern eines Umzugsunternehmens auf.
„Siebzehn Jahre sind im Eimer. Alles, was wir aufgebaut haben, ist hinüber“, sagt eine von ihnen betrübt und wuchtet einen kleinen Schrank mit Tränen in den Augen über ein Balkongeländer. Der Schrank bricht krachend auf dem inzwischen beträchtlich angewachsenen Sperrmüllhaufen im Pausenhof auseinander. Der Großteil des Mobiliars ist Schrott, trotzdem werden brauchbare Gegenstände weiter aussortiert und im Sauerlandpark Hemer gelagert.
Wenn sie nicht telefoniert – es sind tausend Dinge zu organisieren -- schleppt die Leiterin Martina Hellmann Stühle, Tische und kleine Bänke. Der Stress ist ihr anzusehen, dennoch macht ihr eines Mut: „Ich habe ein fantastisches Team.“ Noch gestern Abend erhielt sie mehrere SMS ihrer Kolleginnen. „Wir ziehen alle an einem Strang, wir schaffen das“, konnte sie auf ihrem Handy lesen. „Das hat mir schon geholfen, ich danke ihnen dafür“, sagt sie. Wenigstens werden bei dieser Arbeit heute die Füße nicht klatschnass, denn die Böden der drei Etagen wurden bereits trocken gesaugt.
Der größte Teil der Kindergartenkinder ist am Mittwoch zu Hause geblieben, wurde von den Großeltern oder anderweitig versorgt, während die Eltern zur Arbeit gehen. Die Notgruppe im benachbarten Kindergarten Rasselbande ist eingerichtet, ab kommenden Montag können dort 55 Kinder betreut werden, weitere 45 Kinder können in die angrenzenden Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde an der Zeppelinstraße ziehen.
Unterdessen hat der Rektor der Freiherr-vom-Stein-Grundschule, Gert Wolff, erklärt, dass der Schulunterricht ab Donnerstag fortgesetzt wird. Natürlich können die beiden am Dienstag überschwemmten Klassenräume und der dazugehörige Flur noch vorerst nicht genutzt werden. „Dann werden wir halt etwas zusammenrücken“, so Gert Wolff. Für eine absehbare Zeit könne man damit leben.
Wie lange das sein wird? Diese Frage konnte auch der von der Versicherung bestellte Gutachter am gestrigen Mittwoch nicht exakt beantworten. Die Fachleute schätzen allerdings, dass die Sanierungsarbeiten durchaus ein halbes Jahr dauern können. Wenn nicht sogar länger. Denn welchen heute noch nicht sichtbaren Schaden die Wassermassen angerichtet haben, werden erst Kernbohrungen ans Tageslicht bringen. Diese sollen am kommenden Montag beginnen, um feststellen zu können, wie tief das Wasser in die Böden eingedrungen ist.
Auch die Höhe des gesamten Schadens ist daher noch nicht zu beziffern. Aber allein der Schaden am Inventar wird allerdings auf einen hohen sechsstelligen Betrag geschätzt.
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