„Schritt in Richtung Gleisabbau“

Ehemalige Bahnstrecke zwischen Hemer und Menden in Höhe der Kriegsgräberstätte am Höcklingser Weg
Ehemalige Bahnstrecke zwischen Hemer und Menden in Höhe der Kriegsgräberstätte am Höcklingser Weg
Foto: IKZ

Hemer..  Die Versammlung des Zweckverbandes Ruhr-Lippe (ZRL) hat auf ihrer gestrigen Sitzung in Meschede einstimmig die Machbarkeitsstudie über eine Reaktivierung der Bahnlinie zwischen Hemer und Menden auf den Weg gebracht. Das nötige Geld soll in den Haushaltsplan 2013 des ZRL eingestellt werden.

Damit sind die Chancen auf einen vorzeitigen Abbau der alten Gleisanlage, wie er von der Stadt Hemer angestrebt wird, aber keinesfalls gesunken. Im Gegenteil: Die Versammlung hat das Hemeraner Ansinnen unterstützt. Ein Radweg auf der Trasse wird als sinnvolle Alternative zur Bahnstrecke angesehen. Zumindest als eine Zwischenlösung, denn in einem war sich die Versammlung auch einig: Grundsätzlich soll die Widmung der Trasse für eine Bahnstrecke als Zukunftsoption erhalten bleiben.

Die mehrheitliche Weigerung des Mendener Rates, dem Gleisabbau zuzustimmen, hatte in Hemer Verärgerung ausgelöst. Zentrales Argument der Mendener: Sie möchten alle Chancen auf eine bessere Zugverbindung nach Dortmund für die Bahnkunden bewahren. Doch eben diese schnellere Verbindung werden sie bekommen, unabhängig vom Schicksal der Oesetalbahn. Denn wie ZRL-Geschäftsführer Michael Dubbi der Versammlung erläuterte und auch gestern nochmals der Heimatzeitung bestätigte, wird sich durch bessere Vernetzung der bestehenden Strecken und damit möglichen Fahrplanänderungen die Fahrzeit von Menden über Fröndenberg nach Dortmund voraussichtlich ab dem Jahr 2016 von 57 Minuten auf nur noch 37 Minuten verkürzen. Völlig unabhängig davon, ob im Oesetal jemals wieder Züge rollen. Die Entscheidung, ob die der Stadt Hemer gehörende Gleisanlage abgebaut werden darf, bevor das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vorliegt, muss nun die Bezirksregierung in Arnsberg treffen. Wann dies sein wird, kann Bürgermeister Michael Esken nicht abschätzen. Er wertet die gestrige Entscheidung aber als „wichtigen Schritt in Richtung Radweg“. Esken: „Es sollten jetzt noch einmal politische Gespräche zwischen Menden und Hemer geführt werden, ob aufgrund der neuen Fakten – insbesondere der in Aussicht gestellten schnellen Bahnverbindung nach Dortmund – nicht doch noch ein Konsens in Sachen Oesetalbahn hergestellt werden kann.“