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VHS auf der LGS

Schleswig-Holstein schaut auf die VHS

29.12.2010 | 14:41 Uhr
Schleswig-Holstein schaut auf die VHS

Hemer. Noch nie hat sich in Deutschland eine VHS derart öffentlich präsentiert wie die heimische in der Landesgartenschau Hemer. Die VHS Menden-Hemer-Balve ist damit sogar Modell geworden für Schleswig-Holstein, wenn Norderstedt eine LGS ausrichtet.

Das Ergebnis kam irgendwie selbstverständlich daher: 60 Gästeführer standen für die LGS Hemer zur Verfügung. Sie sorgten für 1109 offizielle Führungen, erklärten vielen Tausend Gästen Besonderheiten und gaben Tipps.

Im Hintergrund war es das Ergebnis härtester Arbeit, derart viele Hemeraner, Mendener und Balver zu finden, die sich dieser Aufgabe stellen wollten. Für ihre Ausbildung stand jenes VHS-Modell Pate, mit dem bereits in Menden fachkundige Stadtführer geschult worden waren.

Martin Dolinski, VHS-Fachbereichsleiter: „Unser Konzept muss sich bis zu den Verantwortlichen in Norderstedt herumgesprochen haben. Das macht uns natürlich stolz, wenn man sich unsere Erfahrungen zunutze machen will.“ Eine VHS-LGS-Bilanz.

Die Aufgabe war riesengroß. Zusätzlich zum Alltagsbetrieb hat die VHS ein gigantisches Programm für die Landesgartenschau bestritten. Da ist die kurze Verschnaufpause in den Ferien wohlverdient. Denn ein überaus turbulentes Jahr liegt hinter dem gesamten Mitarbeiterteam der Volkshochschule. Die verantwortlichen Pädagogen um Leiter Peter Gausepohl und Martin Dolinski wollten ihren Leitanspruch („Lebenslang lernen“) gezielt ins öffentliche Bewusstsein rücken. Genau damit machten sie Zehntausende von LGS-Besuchern zu staunenden Menschen.

Mehr als 50 Kurse fanden quasi öffentlich statt. Da wurden Interessenten etwa mit den Feinheiten des Bogenschießens vertraut gemacht oder sie lernten den Umgang mit der Motorsäge. So erlebten Teilnehmer und ganz normale LGS-Besucher eine Vielfalt, die mancher zuvor nicht mit Volkshochschule verbunden hatte.

Peter Gausepohl: „Klar, das war für uns ein riesengroßer Berg Arbeit. Wir mussten ja im Grunde parallel zu unserem regulären Semester-Programm die LGS abdecken. Aber ich denke, es hat sich im Ergebnis gelohnt.“

Kurs-Angebote entwickeln, geeignete Kursleiter für die Sache begeistern, Teilnehmer motivieren und eine möglichst große Bandbreite abdecken. Manches lag dabei nahe und bot sich im Reich der Pflanzenwelt auf dem LGS-Gelände einfach an: etwa die Kurse „Rosengarten gestalten“ oder „Kräuterspiralen anlegen“.

Doch wer konnte ahnen, dass allein 890 Interessenten mehr vom Bogenschießen erfahren wollten? Riesengroß war auch die Begeisterung so vieler junger Teilnehmer, die unter fachkundiger Anleitung auf der Skateranlage neue Erfahrungen sammeln durften. Mut mussten diejenigen mitbringen, die sich zum „Survival-Kurs“ (Überlebenstraining) anmeldeten. Eher beschaulich, aber nachhaltig ging es bei den Angeboten „Seife sieden“ oder „Makrofotografie“ zu.

„Die zahlreichen Rückmeldungen taten uns gut. Wenn VHS-Kollegen aus dem ganzen Land Ideen für ihre Arbeit mitnehmen, macht uns das stolz“, so Dolinski und Gausepohl. „Wir machen als VHS auf dem Gelände auf jeden Fall weiter.“ Im Idealfall dann auch überdacht. Die räumlichen Probleme sind derzeit für die VHS in Hemer erdrückend groß. Keiner der Unterrichtsraum ist barrierefrei zu erreichen.

Heinz-Jürgen Czerwinski

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