Salafistenkopf lebte in Hemer

Der Salafist Hasan K. alias Abu Ibrahim (rechts im Bild) soll zeitweise in Hemer gewohnt haben. Das Archivbild stammt von einem Prozess vor dem Amtsgericht Solingen gegen den Mann. Dort war er in der Prozessserie zu den Übergriffen von Salafisten auf Polizisten in Solingen als mutmaßlicher Anführer angeklagt.
Der Salafist Hasan K. alias Abu Ibrahim (rechts im Bild) soll zeitweise in Hemer gewohnt haben. Das Archivbild stammt von einem Prozess vor dem Amtsgericht Solingen gegen den Mann. Dort war er in der Prozessserie zu den Übergriffen von Salafisten auf Polizisten in Solingen als mutmaßlicher Anführer angeklagt.
Foto: picture alliance / dpa

Hemer/Iserlohn.. Bei einer Großrazzia gegen die Salafistenorganisation „Tauhid Germany“ haben Polizeibeamte aus Dortmund und Sondereinsatzkräfte am Donnerstagmorgen auch Häuser in Hemer und Iserlohn durchsucht. Beweismittel wurden sichergestellt. Ob es sich dabei um Privatwohnungen oder Clubräume handelte, wollte die federführende Dortmunder Polizei nicht konkretisieren. Auslöser für die Durchsuchungen in der Region war offenbar der Kopf der Organisation Hasan K., alias Abu Ibrahim, der zeitweilig in Hemer gelebt haben soll.

Am Morgen hatte der Bundesinnenminister „Tauhid Germany“ als Ersatzorganisation der bereits im Mai 2012 verbotenen Vereinigung „Millatu Ibrahim“ aufgelöst. Mit ein Grund waren die ideologischen und personellen Verflechtungen, denn Kopf beider Vereinigung soll Hasan K. sein.

Islamisten Nur wenig ist über den Deutsch-Türken bekannt. Er soll Abitur gemacht und Islamwissenschaften studiert haben. Als Gastronom soll er in Hemer gearbeitet haben, doch konkretisieren ließ sich dies bislang nicht. Auch türkischstämmige Bürger kennen ihn nicht. Nach Recherchen der Redaktion hat er bis Sommer 2014 in Deilinghofen gewohnt, ist dann nach Iserlohn gezogen. Als Salafist ist er vor allem in Solingen in Erscheinung getreten. Die dort beheimatete Vereinigung „Millatu Ibrahim“ hatte Muslime in ganz Deutschland zum aktiven Kampf gegen die verfassungsmäßige Ordnung aufgerufen. Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden gehört Hasan K. seit 2011 zu den „einflussreichsten islamistischen Scharfmachern“. Nach den gewalttätigen Demonstrationen 2012 in Solingen war er wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch und Widerstand gegen die Polizei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht verurteilte den Tauhid-Anführer im Berufungsverfahren im November 2014 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten. Seine Strafe hat er aber bislang nicht angetreten.