Rettungsaktion für eine der letzten Preiselbeerheiden
08.01.2009 | 20:00 Uhr 2009-01-08T20:00:00+0100Ihmert. Sie sind rar geworden, die Preiselbeer-Sträucher in der Felsenmeerstadt. Viele Fundorte früherer Jahre sind verschwunden. Durch ein ehrzeiziges Projekt möchte der Förderverein Naturschutz MK eines der letzten großen Vorkommen in der Felsenmeerstadt erhalten.
In seinem Buch beschreibt der Hemeraner Botaniker Georg Mieders ehemalige Vorkommen und gute Sammelstellen für Preiselbeeren. Er bilanziert: „Durch die Aufgabe der Niederwaldwirtschaft, durch die Intensivierung des Fichtenanbaus und durch die Zunahme stickstoffhaltiger Niederschläge verschwanden seit ca 1975 die Vorkommen mehr und mehr. Die großen Sammelbereiche früherer Jahre existieren nicht mehr.” Alle weiteren Fundorte werden als winzig, rudimentär oder gar erloschen bewertet. Eine Ausnahme gibt es - in Ihmert.
Rund vier Hektar im Ihmerter Ostfeld hat der Förderverein Naturschutz jetzt erworben. „Schon in den 60er Jahren gab es Bemühungen, die damals zahlreichen Preiselbeerbiotope unter Naturschutz zu stellen - leider ohne Erfolg. Deshalb wollen wir uns jetzt um diese letzte noch vorhandene Fläche kümmern”, so der Vorsitzende Dieter Schmidt.
Im Ostfeld wächst neben großen Besenheidebulten, einigen Kiefern und Wacholderbüschen ein großer Preiselbeerenbestand. Auf der Fläche steht noch eine marode, seit längerem nicht mehr bewirtschaftete Weihnachtsbaumkultur. „Aber überall in den Lichtungen, da wo Bäume entnommen wurden oder umgefallen sind, dringt die Preiselbeere wieder ein, und in der Herbstzeit leuchten scharlachrot die schmackhaften Beeren zwischen den Blättern”, so der Förderverein.
Dieser Bestand soll nun durch den Grunderwerb gesichert werden. Eine neue Weihnachtsbaumkultur wird dadurch verhindert. Alte Tannen sollen entfernt werden, um den Preiselbeersträuchern neuen Raum zu bieten. Die Fläche soll dann regelmäßig durch Schafe beweidet werden.
„Es ist unser Jubiläumsprojekt zum 25-jährigen Vereinsbestehen”, so der Vorsitzende Dieter Schmidt. Der Förderverein ist zur Finanzierung auf Spenden angewiesen und hofft auf weitere Unterstützung, damit dieses einmalige Biotop erhalten werden kann.
In dem Vierteljahrhundert konnten bereits 250 Hektar im Märkischen Kreis für den Naturschutz angekauft werden. Zwei weitere Flächen in Plettenberg und in Meinerzhagen sollen 2009 hinzukommen.
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