„Reiz und Scham“ in Ausstellung

Verein für Zeitgeschichte in Bocholt
Verein für Zeitgeschichte in Bocholt
Foto: IKZ

Hemer..  Seine Jahresfahrt hat den Verein für Hemeraner Zeitgeschichte nach Bocholt geführt. Unter Leitung des Vorsitzenden Hans-Hermann Stopsack machte sich die Gruppe auf den Weg ins Münsterland. Hauptziel war das Textilwerk Bocholt. Das Museum mit zwei benachbarten Standorten dokumentiert die Geschichte der Textilherstellung und beherbergt die größte Sammlung von Textilmaschinen in Europa.

Da der Landschaftsverband Westfalen-Lippe Träger dieses Museums ist, hatte Arne Hermann Stopsack als LWL-Abgeordneter die Organisation und Einführung übernommen. Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp ließ es sich nicht nehmen, die Hemeraner Gruppe zu begrüßen und das Museum und seine Konzeption vorzustellen.

Anschließend wurde die Sonderausstellung „Reiz und Scham“ besichtigt. Diese zeigt mit mehr als 400 originalen Kleidungsstücken und 1000 weiteren Exponaten, wie sich in den vergangenen 150 Jahren in der Mode die Grenze zwischen „gerade noch erlaubt“ und „eigentlich schon verboten“ veränderte.

Nach einem Mittagessen wurde das Programm mit der Besichtigung der Weberei – einer Fabrik aus der Zeit um 1900 mit vielen originalen Webstühlen — fortgesetzt. Die Webstühle sind funktionstüchtig und wurden für die Gruppe in Betrieb gesetzt. So konnte man direkt erleben, welch ohrenbetäubender Lärm seinerzeit in der Weberei herrschte. Neben der Fabrik finden sich aber auch das Kontor und die Wohnhäuser der Arbeiter. So entsteht ein Eindruck des mühseligen Lebens in der damaligen Welt.

Bevor es nach Hemer zurückging, blieb noch Zeit für einen Bummel durch Bocholt, eine Stadt, die sich zum Einkaufsmagnet, besonders für die nahen Niederlande, entwickelt hat. Für die Teilnehmer war und ist Bocholt ein lohnendes Ziel.