Prof. Trenckmann referiert über Burn-out-Syndrom
18.02.2010 | 14:48 Uhr 2010-02-18T14:48:00+0100
Hemer. Zum Thema "Ausgebrannt? Burn-out-Syndrom" referierte Prof. Ulrich Trenckmann, Ärztlicher Direktor der Hans-Prinzhorn-Klinik, beim politischen Aschermittwoch der FDP Hemer.
Zum 18. Mal lud die FDP Hemer am Mittwochabend zum politischen Aschermittwoch und der Andrang war groß: Rund 100 Bürger wollten den Vortrag „Ausgebrannt? Burn-out-Syndrom” des Gastreferenten Prof. Ulrich Trenckmann nicht versäumen. Und so wurden im Jugend- und Kulturzentrum eilig noch zusätzliche Stühle aufgestellt.
„Ich glaube, wir haben mit dem Thema den Nagel auf den Kopf getroffen”, sagte FDP-Ortsvorsitzende Andrea Lipproß. Und FDP-Fraktionsvorsitzender Arne Hermann Stopsack ergänzt: „Gesundheitsthemen interessieren die Menschen”. Man habe sich zur Aufgabe gemacht, am politischen Aschermittwoch Themen von allgemeinem Interesse anzusprechen.
Erkrankungen nehmen zu
Mit dem Schwerpunkt Burn-out-Syndrom haben die Organisatoren erneut den Nerv der Bürger getroffen und gleichzeitig eine Erkrankung in den Fokus gerückt, die keine Modeerscheinung ist, sondern tatsächlich zunimmt, wie Prof. Ulrich Trenckmann zu Beginn seines Vortrags betonte. Und Stopsack nannte Zahlen, die für sich sprechen: Wurden im Jahr 2000 in NRW 223 000 psychische Erkrankungsfälle in Kliniken registriert, so waren es 2007 260 000.
Ein gestörter Schlaf, mangelnder Antrieb am Morgen, Alltagsdinge, die unendlich schwer fallen, seelische Batterien, die erschöpft sind - das sind mitunter die Anzeichen für ein Burn-out-Syndrom, das schlimmstenfalls zu körperlichen Beeiträchtigungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette führen kann. Schuld ist das dauerhafte „Bombardement mit Stresshormonen”, sagte Trenckmann.
Individuelle Lebensgeschichte
Dennoch gelang dem Referenten am Mittwochabend das Kunststück, dem Publikum Ursachen und Symptome des Burn-out-Syndroms leicht verständlich und, ja, mitunter kurzweilig zu vermitteln, ohne Auswirkung und Tragweite der Erkrankung zu schmälern.
Dabei handelt es sich beim Burn-out-Syndrom, das noch vor wenigen Jahren als Erschöpfungsdepression bezeichnet wurde, um eine komplexe Erkrankung, hinter der immer eine individuelle Lebensgeschichte steckt. Stress im Job, in der Familie, in der Beziehung oder gar Mobbing würden zudem anfällige Menschen aufreiben. „Der Mensch kann dem Stress nicht davonlaufen”, betonte Trenckmann.
Transparenz schaffen
Die Tipps des Experten zur Prävention: Emotional möglichst stabil in den Tag starten („Entspannt wie ein Buddha”), ein Mauerblümchen-Dasein vermeiden und stattdessen mehr Extrovertiertheit zulassen, offen für neue Erfahrungen sein, das Primärvertrauen und die Gewissenhaftigkeit pflegen.
Aber auch die medikamentöse Behandlung im Krankheitsfall, „um die seelischen Batterien wieder aufzuladen”, so Trenckmann, die Ursachenanalyse, die Rolle von Familie, Freunden oder Arbeitskollegen sowie die therapeutische Hilfe oder - als letzter Schritt - die Zwangseinweisung waren sowohl Gegenstand des Vortrags als auch der Nachfragen der Zuhörer. Eines aber, sagte Prof. Ulrich Trenckmann, sei in jedem Fall wichtig: Das Ansprechen der Erkrankung und die Herstellung von Transparenz: „Dies schafft Akzeptanz, ist oft aber noch ein großes Problem.”
08:57
Inhalt und Vortrag von Prof. Trenckmann hat einen
Einblick in die Thematik gegeben.Der Beifall der
Zuhörer war eindeutig..Wieso Herr Möller kein Wort
zur Veranstaltung schrieb, ist rätselhaft. Entgegen
anderer Veranstaltungen dieser Art, wurde am Mittwoch keine poltische Beschimpfung betrieben
19:40
Diese Partei ist auch ausgebrannt...