Orkan Emma war schlimm genug mit 110 km/h
02.03.2008 | 13:22 Uhr 2008-03-02T13:22:00+0100
Hemer. Orkan "Emma" war nicht so schlimm wie Orkan "Kyrill" im Januar vor einem Jahr. Das steht fest. Aber "Emma" in Hemer war aufregend und schlimm genug.
Hemer. Mit 110 km/h ist der Sturm am frühen Samstag über Hemer hinweggerast. Es war das Höchsttempo, das der Orkan „Emma” im Märkischen Kreis erreichte. „Emma” hinterließ zum Glück nicht so verheerende Spuren wie „Kyrill” im Januar 2007. Dennoch: „Emma” war aufregend und schlimm genug.
„Seit 6 Uhr rollt hier einiges durch die Gegend”, meldete am Samstag die Westiger Feuer- und Rettungswache, wo auch der Krisenstab tagte. An die 30 Einsätze wurden insgesamt gemeldet. 100 Helfer waren im Einsatz. Wirklich schrecklich erwischt hat es das Haus 43 a am Hembecker Weg, wo „Emma” das Dach teilweise abgedeckt hat. Die Küche der Dachgeschosswohnung liegt frei. Das Dämmmaterial wirbelte durch die Gärten. Die Löschgruppe Deilinghofen sicherte das Haus ab, forderte die Drehleiter an und rückte doch ab. In der Hembecke konnten nur Dachdecker helfen.
Der Landesbetrieb Straßen NRW sperrte an der Waldeslust in Sundwig die Stephanopeler Straße für den Durchgangsverkehr. Unterhalb des neuen Dorfgemeinschaftshauses Ispei hatte der Orkan mit querliegenden Bäumen für die echte Straßensperre gesorgt. Mit Hilfe von Feuerwehrkameraden räumte ein Waldbauer hier auf. Wer weiter hinauf fahren wollte, musste den großen Umweg zurück und den Bogen über Bredenbruch und das Bergdorf Frönsberg in Kauf nehmen.
In Hüingsen unterhalb von Heidermühle war die Straße wieder gesperrt. Der komplette Sägelehrgang der Feuerwehr mit zwölf Prüflingen war im Einsatz, um letzte Aufgaben vor dem Examen sehr praxisorientiert zu absolvieren. Die Zufahrt zum Alten- und Pflegeheim Heidermühle war am späten Vormittag wieder frei.
In Ispei und am ehemaligen Haus Winterhof stürzten Bäume auf Stromleitungen. An der Poststraße krachte ein Bauzaun um, auch das Dixi-Klo irrte über die Straße. Am Feuerwehrhaus Ihmert fällte die Löschgruppe einen Baum, der auf den benachbarten Kindergarten zu stürzen drohte. Die Straße zwischen Elfenfohren und Leveringhausen blieb wegen umgestürzter Bäume am längsten gesperrt. Mehrere Autofahrer wurden hier und in Heppingsen-Hüingsen in ihren Pkw zwischen Windwurfflächen eingekeilt. Die Betroffenen konnten sich selbst befreien, mussten ihre Autos jedoch in der sehr bedrohlichen Falle lassen.
Zeitungsboten - Helden des Alltags
In Hüingsen wurde auf diese Art ein Zeitungsbote gestoppt. Der Pkw blieb zurück, umgeben von Verwüstung. Vertriebskollegen brachten den Mann in Sicherheit. Während der Orkan tobte, wurden die Tageszeitungen verteilt - echte Helden des Alltags!
Die freiwillige Feuerwehr war am Samstagnachmittag abgerückt, da arbeitete die Feuerwache letzte Orkanmeldungen ab: Bäume auf Stromleitungen am Hembecker Weg und an der Unteren Weide. In der Nacht zum Sonntag brausten erneut die Lüfte. Am Sonntagmorgen meldete die Feuer- und Rettungswache ein ruhiges Alltagsgeschäft - und: „Am Schwarzpaul hängen wieder neue Spitzen über der Straße.”
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