Neues Zentrum für Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik entsteht
15.05.2008 | 15:52 Uhr 2008-05-15T15:52:00+0200
Hemer. In der ehemaligen Blücher-Kaserne entsteht neben dem Landesgartenschau-Gelände ein Zentrum für Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik. Am Donnerstag wurde ein gutes Drittel der Kaserne verkauft.
Es ist ein Millionendeal für die Stadtentwicklung und nach dem Zuschlag für die Landesgartenschau die wohl bedeutendste Entscheidung für die Konversion: Die Stadt hatam Donnerstag rund 106 000 Quadratmeter Kasernengelände an die GSW verkauft. Im Süden der Kaserne entsteht das Zentrum für Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik Hemer.
„Es ist ein guter Tag für einen Bürgermeister und für die Stadt”, sagte Michael Esken strahlend. Für die Stadt sei es ein gutes Geschäft, denn neben einem Mehrwert an Geld gebe es eine erhebliche Zahl neuer Arbeitsplätze. Die Kaufsumme wurde nicht konkretisiert, doch die Stadt soll durch den Verkauf des guten Drittels der Kasernenfläche bereits den Großteil der Kaufsumme von fünf Millionen Euro für die gesamte Kaserne (280000 Quadratmeter) refinanziert haben.
Direkt von der notariellen Vertragsunterzeichnung eilten die Käufer zur Präsentation des Millionenprojektes. Neuer Eigentümer vor allem des ehemaligen technischen Bereiches der Kaserne ist die Gesellschaft für Beratung der Sicherheits- und Wehrtechnischen Wirtschaft (GSW) GmbH. In der Gesellschaft haben sich Unternehmen aus der Sicherheits- und Katastrophenschutzbranche zusammengeschlossen. Das Kernteam für den Aufbau des Hemeraner Zentrums für Sicherheits- und Katastrophenschutztechnik besteht zurzeit aus fünf Unternehmen, einer Hochschule und der GSW als Multiplikator. Viele weitere Unternehmen sollen folgen.
Ministerium fördert
„Es gibt mehrere Leuchtturmprojekte”, sagte Geschäftsführer Michael Zacher. Zwei Projekte fördert das NRW-Wirtschaftsministerium mit zehn Millionen Euro. „Es ist eine Komplettlösung für Nordrhein-Westfalen mit innovativen Projektideen und Techniken”, sagte Ministerialrat Thomas Monsau gestern in der Kaserne. Dazu zählt unter dem Stichwort „Internationale Waldbrandbekämpfung” die bereits bekannte Entwicklung des Feuerlöschpanzers durch die in der Kaserne ansässige Firma Airmatic. Zweites Projekt ist die Minenräumung. Die Firma LBBZ entwickelt im Verbund mit weiteren Unternehmen die schnelle und ungefährliche Zerstörung von Landminen mittels Lasertechnik. Panzerfahrzeuge werden mit Minensuchgerät und Laserzerstörung ausgerüstet. „Weltweit liegen 400 Millionen Minen”, spricht Ulrich Berners, Geschäftsführer des Laserbearbeitungszentrums von einem großen Bedarf. In Hemer soll ab August gefertigt und montiert werden. Die Fernuni Hagen sitzt mit einem Roboterflugsystem zur Minendetektion im Boot. Im Zuge dieser Projekte werden 18 Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihren Sitz in der Kaserne haben. Rund 80 Prozent des technischen Bereiches sind bereits belegt. Der erste Kasernenblock in der Zufahrt rechts wird zum Bürogebäude. Die GSW hat noch mehr vor. Drei weitere Kasernenblöcke werden per Mietkauf erworben. Eine Doktorandenschule für Sicherheits- und Katastrophenschutz, eine Schule für Gefahrenabwehr, weitere Unternehmensansiedlungen gehören dazu. Sollte der Platz in der Kaserne nicht ausreichen, hat die Stadt eine Reservefläche von 20 Hektar angrenzend an das Gewerbegebiet Deilinghofen zur Verfügung. Von 120 neuen Arbeitsplätzen im ersten Schritt und bis zu 500 im Jahre 2011 ist die Rede.
Hundesport-Zentrum
Ein Teil der 106000 Quadratmeter hat gestern bereits wieder den Besitzer gewechselt. Die 9000 Quadratmeter rund um Offiziersheim und Unterkünfte am Meisenweg hat der Deutsche Verband der Gebrauchshundesportvereine (DVG) erworben Der Verband mit 750 Mitgliedervereinen verlegt seine Bundesgeschäftsstelle nach Hemer und bietet Seminarräume und Gästehäuser an. „Wir zentralisieren unsere Ausbildung in Hemer”, berichtete die Präsidentin Christa Bremer. Hundeführer und Trainer werden ausgebildet. Für praktisches Arbeiten steht eine große Halle zur Verfügung. Die verkauften Flächen liegen außerhalb des Geländes der Landesgartenschau. Die drei Kasernenblöcke werden bereits während der LaGa 2010 genutzt. Konflikte werden nicht befürchtet. „Es sind dann Büroräume in hervorragenden Ambiente”, sagte GSW-Geschäftsführer Michael Zacher.
22:05
Kompliment Herr Bürgermeister - es bewegt sich wirklich was in Hemer.