Neuer Glanz für das Innere von Petrus Canisius
10.02.2012 | 17:37 Uhr 2012-02-10T17:37:00+0100
Hemer.Der Altar, der Ambo und das Taufbecken sind sorgfältig von Plastikfolien umhüllt, die Bänke ausgeräumt, der Fußboden abgeklebt. Die Kirche Petrus Canisius ist zurzeit weniger eine Stätte des Gebets und Gottesdienstes, sondern der Handwerkskunst. Der Innenraum der Kirche wird von Grund auf renoviert.
Bereits im Jahr 2007 hatte die katholische Gemeinde in Westig den Plan gefasst, der im Jahr 1931 erbauten Kirche ein frisches Inneres zu verleihen, berichtet Gerd Giebels, Geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Zuletzt war der Kirchraum im Jahr 1978 gestrichen worden, und die Jahre hatten mittlerweile ihre Spuren hinterlassen. Als das Generalvikariat in Paderborn grünes Licht gab und vor allem Zuschussbereitschaft signalisierte, konnten die Pläne konkretisiert werden und die Arbeiten am 9. Januar endlich beginnen.
Nachdem die Kirche ausgeräumt war, musste die Gemeinde mit ihren Messfeiern in den großen Saal des Pfarrheimes umziehen, was wiederum für Belastungen sorgt, weil der Saal – solange der als Gottesdienstraum genutzt wird – für profane Veranstaltungen ausfällt. „Die Gemeinde muss da schon ein wenig zusammenrücken“, räumt Gerd Giebels ein.
Rund 130 000 Euro kostet die Renovierung. Darin sind nicht nur die Malerarbeiten enthalten, die eine in Kirchenrenovierungen erfahrene Firma aus Paderborn erledigt, sondern auch eine teilweise erneuerte Beleuchtung. Auch die charakteristische hölzerne Decke des Kirchenschiffs wird aufgearbeitet, ebenso die zwölf Bilder des Kreuzweges. Und in den 130 000 Euro, von denen das Generalvikariat 70 Prozent beisteuert, ist auch noch ein neuer Kessel für die Heizungsanlage der Kirche enthalten.
Eine unerwartete Überraschung erlebte Organist Thomas Kick, als er die Orgel genauer untersuchte, bevor sie zum Schutz vor Staub und Farbe ebenfalls verhüllt werden sollte. Im Inneren des Instrumentes entdeckte er Schäden und sogar verschimmelte Stellen. Das Instrument wurde darauf hin in wesentlichen Teilen ausgebaut und nun bei der Firma Stockmann in Werl überholt und repariert. Inklusive des Wiedereinbaus und des Stimmens wird das die Gemeinde zusätzliche 25 000 Euro kosten. „Da wären wir dankbar, wenn Spenden uns helfen würden, die Kosten zu tragen“, gibt Gerd Giebels zu.
Was erwartet die Gemeinde nach der Renovierung? Der Innenanstrich fällt hell, dezent und schlicht aus. Zwischenzeitlich sind im Verlauf der Arbeiten mehrere Versuche gemacht worden, zum Beispiel die Fensternischen an den beiden Längsseiten mit rostroten breiten Streifen abzusetzen. Doch das wurde nach einem ersten Eindruck wieder verworfen. Von dem Rostrot ist nun ein helles Grau übriggeblieben, und das bestenfalls in Linienbreite. In einem lichten Lindgrün werden die Nischen links und rechts des Chorraums abgesetzt, in denen die Statuen der Gottesmutter und des Kirchenpatrons stehen.
Wenn alles planmäßig verläuft, soll die Gemeinde am Palmsonntag, also eine Woche vor Ostern, wieder Einzug in die Kirche halten. Dazu können die Gläubigen den dann auch barrierefreien Seiteneingang benutzen.
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