Neue moderne Hülle für den wertvollen Kern

Einweihung der neuen Firma Friedrich Ossenberg Schule
Einweihung der neuen Firma Friedrich Ossenberg Schule
Foto: IKZ

Deilinghofen..  Nicht Zahlen und Wirtschaftsdaten, nicht Maßanzüge und illustre Gäste standen im Mittelpunkt, sondern Musik und Gesang, eine alte Aktentasche, eine Avocado und ein betender Geschäftsführer in Jeans: Die Feier, mit die Firma „Friedrich Ossenberg-Schule“ am Samstag, ihre neuen Gebäude an der Amerikastraße eingeweiht und damit den Umzug des Herstellers von Befestigungsklammern für Dachziegel von Altena-Dahle nach Deilinghofen abgeschlossen hat, war unter vielen Gesichtspunkten außergewöhnlich.

Die Versandhalle mit dem angrenzenden 15 Meter hohen Regallager war für den Anlass zum Konzertsaal, zum Restaurant, zum Partyraum hergerichtet worden. Siegfried Kaemper, einer der Teilhaber der Firma, hatte zunächst am Flügel die in ein Betriebsfest eingebettete nachmittägliche Feierstunde musikalisch eröffnet, um anschließend die Gäste, in erster Linie die Mitarbeiter und ihre Familie, aber auch Geschäftspartner sowie alte und neue Nachbarn zu begrüßen. „Ich danke meinen Gott dafür, dass der Bau und Umzug ohne Unfälle geklappt haben und wir heute diese Party feiern können“, bekannte Siegfried Kaemper.

Sein Cousin Jan Kaemper, Geschäftsführer des vor 103 Jahren von Friedrich Ossenberg-Schule gegründeten Familienbetriebs, sponn diesen Faden weiter, als er seine Ansprache mit einem selbst formulierten Dank- und Bittgebet schloss. Und auch Johannes Schulte, im Unternehmen zuständig für Marketing und Moderator des Nachmittags, betonte die christlichen Werte, die in der Firma hoch gehalten werden. „Bei uns spielt Gott keine Rolle, sondern er ist unser Regisseur und Produzent.“

Aber Geschäftsführer Jan Kaemper hatte auch die weltlichen Aspekte des Umzugs und Neubaus beleuchtet. Es sei notwendig gewesen, einen neuen Standort zu finden, weil die Produktionsbedingungen in Dahle an ihre Grenzen gestoßen seien. Ausdrücklich dankte Kaemper den dortigen Anwohnern, die es akzeptiert hatten, dass die Firma wegen der vielen Aufträge Nachtschichten einlegen musste – mit allen damit verbundenen Geräuschentwicklungen.

Der Kauf des wunderbar ebenerdigen Grundstücks in Deilinghofen sei der richtige Schritt gewesen, sagte Kaemper und sprach der Firma Verfuß ein dickes Lob für deren „erstklassige Bauleistung“ aus. In nur elf Monaten sind die insgesamt 5500 Quadratmeter großen Gebäude entstanden, die neben Entwicklung, Verwaltung auch sämtliche Produktionsräume umfassen. Dank sprach der Geschäftsführer aber auch allen 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus, die ihrer Firma trotz des Umzuges die Treue gehalten haben. Einige von ihnen haben sogar bereits ihren Wohnort von Altena nach Hemer verlegt.

Als Zeichen für die Kontinuität und Tradition, die trotz des Ortswechsels ungebrochen sei, hielt Jan Kaemper die alte, abgegriffene Aktentasche seines verstorbenen Vaters hoch. Anhand einer aufgeschnittenen Avocado mit ihrem dicken Kern, stellte er die Menschen in einem Unternehmen als jenen Kern vor, der für die Zukunft wichtiger sei als ein noch so schönes Äußeres. Bürgermeister Michael Esken betonte in seinem Grußwort, dass die Firma Friedrich Ossenberg -Schule in Hemer nicht nur geduldet, sondern willkommen sei. „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und hoffe, dass alles gelingt, was Sie sich vorgenommen haben,“ sagte Esken.

Der Iserlohner Chor „Outta Limits“ verlieh der Feierstunde einen schwungvollen und mitreißenden musikalischen Rahmen.

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