Nachhaltige Hilfe für Indiens Hinterland

Dr. Michael Tigges und Dr. Ulrich Fricke untersuchen Kinder und Erwachsene  in Indien.
Dr. Michael Tigges und Dr. Ulrich Fricke untersuchen Kinder und Erwachsene in Indien.
Foto: IKZ

Hemer..  Trampelpfade anstatt ausgebauter Straßen, baufällige Hütten in den Dörfern, kaum fließendes Wasser und eine dürftige medizinische Versorgung – die Situation in Indien „bereitet nach wie vor Sorgen“.

Im Rahmen der Indienprojekte von Don Bosco und mit der tatkräftigen Unterstützung der Initiative „Wenn’s brennt“ sind Johannes Giebels, Kinderarzt Dr. Michael Tigges und Allgemeinmediziner Dr. Ulrich Fricke für zwei Wochen nach Indien gereist, um gezielt „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten.

Im Zentrum der Reise stand dieses Mal das Bundesland Tamil Nado im Süden Indiens. Ziel war es, die Ergebnisse des letzten Besuchs zu bewerten und sich einen Überblick über mögliche zukünftige Projekte zu verschaffen.

Leben mit den Kindern im Don Bosco Camp

Untergebracht war die Gruppe im Don Bosco Camp in den Javadih Hills, einem isolierten Gebirgszug im Inneren des Landes. Das Camp wird als Internat für insgesamt 165 Kinder aus den abgelegenen Dörfern in den Bergen genutzt. „Ohne die dortige Unterbringung könnten die Mädchen und Jungen die tägliche Anfahrt mit dem Auto und dem eineinhalbstündigen Fußmarsch nicht bewältigen“, erklärt Dr. Tigges. „Stattdessen würden die Eltern ihre Kinder wegen der großen Armut bei der Arbeit einspannen.“

Die Kosten für ein Kind betragen pro Monat 15 Dollar und werden teilweise vom indischen Staat (neun Dollar) und teilweise von Don Bosco (fünf Dollar) finanziert. Auch die Familien der Kinder müssen einen Dollar pro Monat beisteuern, was für einige Familien bei einem Tagesverdienst von etwa 1,5 Dollar schwierig ist.

Im Internat lernen die Kinder neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen auch, wie man sich gesund ernährt.

Dass die Ernährung ein großes Problem ist, weiß Dr. Fricke: „Bei unserer Reise durch insgesamt zehn Dörfer haben Dr. Tigges und ich etwa 500 Kinder und entsprechend viele Erwachsene untersucht. Neben Gelenkverschleiß aufgrund der harten Arbeit in der Landwirtschaft zum Beispiel auf den Reisfeldern, waren Mangelernährung und einhergehende Krankheiten wie Karies die häufigste Diagnose. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Inder traditionell viel Reis aber wenig Obst essen, also kaum Vitamine zu sich nehmen.“

Die Verhältnisse während der Behandlungen waren sehr abenteuerlich. „Wir haben provisorisch auf Treppen oder dem Dorfplatz zwischen Schweinen und Hühnern behandelt. Privatsphäre gab es nicht“, so Dr. Tigges.

Für die Zukunft ist es den Hemeranern wichtig, dass sie die Inder nachhaltig unterstützen, ihnen zum Beispiel beibringen, wie man Brunnen baut. „Ziel ist es, ein Schneeballsystem zu entfachen, damit die Bewohner ihr Wissen in andere Dörfer tragen und so schrittweise aus dem Schlamassel kommen“, erzählt Johannes Giebels.

Im Mai ist Father Robert, der Leiter des Instituts in den Javadih Hills, in Hemer zu Besuch. Im Mittelpunkt stehen dann kommende Projekte wie die Anschaffung eines Busses, der die Kinder aus den abgelegenen Dörfern in die Schulen fahren soll.

Wer die Hilfsprojekte finanziell unterstützen möchte, der kann dies über die Bankverbindung von „Wenn’s brennt“ machen: IBAN: DE97445512100000020008, BIC: WELADED1HEM bei der Sparkasse Märkisches Sauerland.