Nach Großbrand spenden Leser 10 800 Euro

Planen schützen notdürftig den ausgebrannten Dachstuhl.
Planen schützen notdürftig den ausgebrannten Dachstuhl.
Foto: IKZ

Ihmert..  Die Hilfsbereitschaft der vergangenen Wochen war überwältigend, und das Ergebnis der Spendenaktion hat den drei betroffenen Ihmerter Familien beinahe die Sprache verschlagen: 10 800 Euro haben unsere Leser für die durch einen Großbrand obdachlos gewordenen Familien gespendet. „Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender und Helfer. Wir sind unendlich dankbar für die Unterstützung“, versichert Martin Klose im Namen aller.

Auch die Hemeraner Nothilfe „Wenn’s brennt“ hatte mit einer solchen Summe nicht gerechnet. Über 100 Einzelspenden sind nach dem Aufruf der Heimatzeitung eingegangen. Kindergärten, Schulen, Vereine und Betriebe haben sich engagiert. „Es war für uns die erste wirklich klassische Hilfe nach einem Brand. Wir sind erstaunt und froh über die hohe Summe“, freute sich der Vorsitzende Ernst-Friedrich Schulz. Ein Großbrand in Hemer hatte 1997 zur Gründung der Nothilfe geführt. Auch damals hatten drei Familien alles verloren, so wie am 6. Januar 2015 die Familien Klose, Kelling und Kunz.

Diesmal aber war schnelle Hilfe möglich. Im Kleiderladen Carichic konnten sich die Familien mit Ersatzkleidung versorgen. Die Nothilfe „Wenn’s brennt“ zahlte zudem direkt eine Finanzhilfe aus. Mittlerweile sind über 3600 Euro an die Familien überwiesen worden.

Bei einem Treffen in der Gaststätte Elfenfohren zogen Ernst-Friedrich Schulz und Marc Giebels von „Wenn’s brennt“ mit den Familien Zwischenbilanz und besprachen die aktuelle Situation. „Es wurde alles super abgewickelt“, so beide Seiten. Vereinbart wurde, dass die Familien noch in den nächsten drei Monaten Spendengelder nach Bedarf abrufen können. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit werden die leeren Kleiderschränke für die zwölf Personen wieder zum Problem. Die Familien haben aber auch entschieden, dass sie die großzügigen Spenden nicht nur für sich nutzen möchten. „Wir sind in der glücklichen Lage, versichert zu sein“, rechnet Martin Klose mit dem weitestgehenden Ersatz der Schäden, auch wenn sich das noch über Monate ziehen wird. „Alles, was nicht benötigt wird, wollen wir wieder in den Notfonds von „Wenn’s brennt“ spenden, damit anderen Betroffenen schnell geholfen werden kann“, so die Entscheidung.

Großteil des Inventars landet im Container

Mit Provisorien werden die Familien noch länger leben müssen. Alle drei sind vorübergehend in möblierten Ferienwohnungen untergekommen. Am Brandort sieht es noch nicht viel anders aus, als vor fünf Wochen. Das Dach ist mit Planen notdürftig vor Regen geschützt. Eine Brandsanierungsfirma sortiert Hausrat, Kleidung und Mobiliar. Der Großteil des Inventars verschwindet direkt unwiederbringlich in großen Containern: Feuer, Rauchgase und Löschwasser haben fast alles vernichtet oder kontaminiert. Was noch erhaltenswert oder zu reinigen ist, wird aufgeladen und überprüft. Selbst scheinbar unbeschädigte Elektrogeräte können durch Rußpartikel zum neuen Gefahrenherd werden und müssen überprüft werden. „Wir hoffen, dass wenigstens der antike Tisch und Schrank gerettet werden können“, sagt Sebastian Kunz.

Alle blicken auf eine Zukunft mit ganz vielen Fragezeichen. Wie das 1781 errichtete Fachwerkhaus wieder aufgebaut werden kann, klären zurzeit Gutachter. „Dort wird wieder ein Haus stehen, wir wollen auf jeden Fall wieder zum Diekgraben“, wartet Hauseigentümer Martin Klose sehnsüchtig darauf, dass es vorangeht. Wegen der Ungewissheit mussten die Mietverträge aber gekündigt werden.

Die erste Not haben die vielen Spender und Helfer gelindert. Viel Geduld müssen die drei Familien jetzt mitbringen, bis wieder so etwas wie Alltag einkehren kann.