Nach der Sanierung Belastung höher als je zuvor

Architekt Uwe Faroro, Projektleiterin Beate Schmid,  Dezernentin Andrea Wolf und Sebastian Bien vom Hygiene-Institut sind ratlos. Die Naphthalin-Werte in den drei bereits sanierten Räumen
Architekt Uwe Faroro, Projektleiterin Beate Schmid, Dezernentin Andrea Wolf und Sebastian Bien vom Hygiene-Institut sind ratlos. Die Naphthalin-Werte in den drei bereits sanierten Räumen
Foto: IKZ

Hemer..  „Es ist ein Phänomen“, sagt Hemers technische Dezernentin Andrea Wolf. Genau wie Architekt Uwe Faroro, Sebastian Bien vom Hygiene-Institut und Beate Schmid vom Hochbauamt der Stadt Hemer ist sie ratlos. Kurz vor dem Abschluss der Sanierung des Gebäudes am Nelkenweg 5 bis 7 sind die Naphthalin-Werte in drei Räumen höher als je zuvor. 18 Monate hat die Sanierung des Gebäudes gedauert, und dass es jetzt in drei Räumen wieder Werte oberhalb des Richtwertes gibt, sorgt für Entsetzen.

Die gute Nachricht: Die Naphthalin-Belastung wurde in der Tat nur in den Räumen der Lebenshilfe im ersten Obergeschoss gemessen, alle anderen Räume – unter anderem die von der VHS und der Musikschule – sind ohne Belastung und können ohne Einschränkung genutzt werden. Dass die Werte in den drei Räumen nicht in Ordnung sind, zieht weitere Maßnahmen nach sich. „Wir müssen die Ursache natürlich finden“, so Andrea Wolf. So wird es neue Probebohrungen vor allem in den Wänden geben, obwohl das alles schon erfolgt ist. „Irgendwo muss es herkommen. Im Moment ist es ein großes Rätsel. Es wurde schließlich nach dem neuesten Standard saniert“, so Uwe Faroro. Nachdem im Oktober 2012 die erhöhten Naphthalinwerte im Gebäude gemessen worden waren, wurde eine Maschinerie aus Analysen, Raumluftmessungen, Kernbohrungen und Sanierungsprozeduren in Bewegung gebracht. Der Boden aus Terrazzo und Estrich wurde abgebrochen, Abdichtungen entfernt, der Rohrbetonboden und dampfdichte Beschichtungen abgefräst. Zudem wurden die Deckenplatten entfernt und der Sockelputz an den Wänden bis auf eine Höhe von 30 Zentimetern über dem Boden abgestemmt.

Böse Überraschung imMärz dieses Jahres

Nach den umfangreichen Arbeiten lagen die Belastungswerte weit unter dem Richtwert, so dass mit dem Bodenaufbau begonnen wurde. Umfangreiche Lüftungsmaßnahmen – manuell und mechanisch – und eine Feinreinigung sollten die restlichen Partikel aus dem Gebäude verbannen. Im März 2015 dann die böse Überraschung: Genau in den drei Räumen, in denen die erhöhten Naphthalinwerte festgestellt worden waren, gibt es jetzt wieder deutlich über dem Richtwert liegende Werte. Der Schock ist groß. „Wir werden jetzt eine zweite Gutachterin hinzuziehen“, sagt die technische Dezernentin. Rund 1,5 Millionen Euro wurden für die Sanierung angesetzt, zurzeit liegt man 200 000 Euro darunter, die für die Arbeiten genutzt werden können. Die entsprechenden Räume werden von den anderen abgeschottet, und trotz Baustelle könne das restliche Gebäude genutzt werden, so Andrea Wolf.