MK als Schlusslicht - aber nicht hoffnungslos
21.04.2010 | 18:11 Uhr 2010-04-21T18:11:00+0200
Hemer. (pk) Die Handwerkskammer Südwestfalen präsentiert ihren Konjunkturbericht. Der Märkische Kreis ist das Schlusslicht, aber der Fall ist nicht hoffnungslos.
2009 lag der Märkische Kreis an zweiter Stelle hinter Siegen-Wittgenstein und steht jetzt deutlich am Ende. Der MK–Süden hängt vor allem deshalb durch, weil Kfz-Zulieferer nach der stärksten Wirtschaftskrise der Neuzeit Probleme haben. Aber 2010 soll das Jahr der Konsolidierung und des Neustarts werden.
Erstmals bei einer Pressekonferenz der Handwerkskammer Südwestfalen begrüßte Geschäftsführer Assessor Niemand in der Fleischerei Andreas Webers einen interessierten Bürgermeister, Hemers Michael Esken. Die Landesgartenschau werde der Stadt eine Sonderkonjunktur bringen, mutmaßte Meinolf Niemand: „Glückwunsch, was umgesetzt worden ist.”
Die Konjunktur in den Kreisen Olpe, HSK, Siegen-Wittgenstein wie im MK sei besser als ihr Ruf, so Assessor Niemand, der Zeichen einer Erholung auf niedrigem Niveau erkennt. Auch bei Autozulieferern im Südkreis zeige sich in letzter Zeit eine leichte Erholung: „Wir haben die Krise stabil durchlebt. Handwerk jammert nicht! Handwerk packt an, und wir gucken positiv in die Zukunft.”
2010 werde noch mal konjunkturell schwierig sein. Privater Hausbau sei zum Erliegen gekommen, die Kfz-Branche lebe vom Werkstattgeschäft, selbst Friseure spüren einen deutlichen Rückgang - und dennoch: „Das Handwerk war sechs Monate lang Stabilisator der deutschen Wirtschaft”, so Meinolf Niemand, der Gas geben und alsbald bremsen konnte in seinem Bericht: In Südwestfalen seine positive Beschäftungseffekte noch nicht zu verzeichen, und die Erholung sei auf sehr niedrigem Niveau. Hoffnung gebe es in den Sparten Ausbau und Bau, während die Nahrungsbranche aufs Sommergeschäft setze: „Bei der Erwartungshaltung schwingt sehr viel Hoffnung mit.” Der Preisdruck sei unverändert hart, die Ertragskraft sinke, wovon der Endverbraucher profitiere. Die Investitionstätigkeit? „Gering. Und es sieht aus, dass sie sich weiter verringert im nächsten halben Jahr.”
Hemer mit der Landesgartenschau verglich der Kammergeschäftsführer mit dem Wintersport im HSK: Wenn die Tourismussaison gut gelaufen sei, kommen Aufträge hinterher, von denen Handwerker profitieren können.
Er habe Interessantes über den Märkischen Kreis gehört, verabschiedete sich Bürgermeister Esken vorzeitig: „Ich hoffe, wir können dagegen anarbeiten.” Dirk H. Jedan ergriff das Wort: „Es ist nicht alles negativ, was den Märkischen Kreis betrifft”, sagte der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Iserlohn: Viele Betriebe seien recht zufrieden, und die öffentliche Hand müsse auffangen, was weggebrochen sei: „Die Konjunktur ist ein Stück besser, als sie gefühlt wird.”
Hemer sei sorgenfrei, verdeutlichte Gastgeber Webers für seine Stadt und seine Firma: „Wir sind gut aufgestellt.”
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