Mit „Didi“ schloss sich der Vorhang

Das leer stehende Corso-Kino
Das leer stehende Corso-Kino
Foto: IKZ

Hemer..  „Didi und die Rache der Enterbten“, wer sich an diesen Filmtitel noch erinnern kann, der wird auch zumindest einen Teil der Hemeraner Kinogeschichte miterlebt haben. Heute vor 30 Jahren flimmerte der letzte Streifen über die Großleinwand der Corso-Lichtspiele.

Mit einem kleinen Kinosaal begann in den dreißiger Jahren die Geschichte des Films in der Felsenmeerstadt. Schon 1936 reichte der erste Kinosaal von „Minna“ Edelhoff an der Hauptstraße nicht mehr aus, ein Vorhaus mit Balkon wurde angebaut. 1962 übernahm Alfred Störmer den Betrieb von seiner Großmutter. Technischen Innovationen stand Störmer immer offen gegenüber. Seit 1974 arbeitete der Projektor ohne Vorführer. 1975 wurde der Kinosaal komplett saniert und gehörte mit seinen bequemen 275 Polstersesseln zu den schönsten im weiten Umkreis. Hinzu kam das kleinere Casino-Theater.

Das Aus für Hemers bewegte Kinogeschichte kam im Jahre 1985. Die Entscheidung fiel Alfred Störmer damals nicht leicht. Die Konkurrenz durch die Videobranche und die Verleihpolitik der Filmindustrie ließen die Besucherzahlen drastisch schrumpfen. Aktuelle Filme liefen zunächst in den großen Multiplexkinos. Der kleine Casino-Filmsaal blieb zunächst noch geöffnet, doch auch ihn ihm gingen bald die Lichter aus.

Hemers Cineasten trauerten dem Treffpunkt lange nach und versuchten, ein eigenes Kino zu etablieren. So wurden Filmabende im „anderen Kino“ veranstaltet, zunächst mit großer Resonanz. Aus dem großen Kinosaal wurde in den Folgejahren eine Videothek. Seit vielen Jahren steht das Gebäude mittlerweile leer und ist zum städtebaulichen Problem geworden.