Mehrheit lehnt einen Prüfauftrag für eine Sekundarschule ab

Hemer.. Am Ende einer zweistündigen Diskussion war von Annäherung wenig zu hören, stand Mittwochabend im Schulausschuss die formaljuristische Abstimmung: Das „bürgerliche Lager“ aus CDU, UWG und FDP hat seinen gemeinsamen Antrag zur Schulstruktur mit 8:5 Stimmen mehrheitlich beschlossen. Einen Prüfauftrag zur Gründung einer Sekundarschule gibt es nicht.

SPD und GAH hatten sich in der Sitzung für eine Prüfung aller Alternativen bis zum 1. November und damit auch einer Sekundarschule stark gemacht. Überraschend hatte die SPD in der Sitzung noch ihre schulpolitischen Leitlinien vorgetragen, die eine dreizügige kooperative Sekundarschule im Gebäude Urbecker Straße bei Schließung der Haupt- und Realschule vorsehen. Für die nächsten Jahre solle es eine vier bis sechszügige Gesamtschule, eine dreizügige Sekundarschule und ein bis zu vierzügiges Gymnasium geben. „Wir wollen alle Varianten geprüft haben“, betonte Inge Blask (SPD). Eine sechszügige Gesamtschule will auch die GAH nicht mittragen. Auch Maria Schlager (GAH) sprach sich für eine umfangreiche Prüfung und Diskussion aus: „Wir sollten alle an der Findung der Optimallösung beteiligen“.

CDU, UWG und FDP mussten vor allem immer wieder ihr Vorpreschen verteidigen. „Wir beschließen jetzt nur, dass die Verwaltung beauftragt wird“, betonte Klaus Schreiber (UWG). Jetzt ist das Schulamt am Zug. Die Verwaltung hat den Auftrag erhalten, anhand der Eckpunkte des Schulkonzeptes zeitnah und mit Hilfe einer externen Beratung entsprechende Beschlussvorlagen zu erstellen. An der Entwicklung der Schullandschaft soll auch ein interner Arbeitskreis bestehend aus den Schulleitern und Schulleiterinnen von Haupt-, Real- und Gesamtschule sowie Gymnasium und dem Vorsitzenden des Schulausschusses mitwirken.

Konkret geprüft wird die bedarfsgerechte (d.h. voraussichtlich sechszügige) Erweiterung der Gesamtschule an der Parkstraße. Allen interessierten Hemeraner Schülern soll ein Schulplatz an der Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden.

Ab dem Schuljahr 2013/2014 werden keine neuen Eingangsklassen an der Hauptschule gebildet. Der Standort der Realschule wird in den Sommerferien 2013 an die Urbecker Straße verlegt. Die auslaufende Hauptschule wird dann in die Räume der Realschule an der Parkstraße verlegt. Für alle Schulen sollen Raum- und Finanzierungskonzepte erarbeitet werden. Sollte sich während des Prozesses herausstellen, dass die Umsetzung des Konzeptes grundsätzlich nicht möglich sein sollte, so soll umgehend eine Sitzung des Schulausschusses einberufen werden.