Märchenhaftes: Hemeraner Bahngeschichte und kein Ende?
10.07.2008 | 15:20 Uhr 2008-07-10T15:20:00+0200
Hemer. Heimische Bahnfreunde müssten Trauer tragen, wenn nun wieder einmal das allerletzte Stündlein für die Hemeraner Bahnstrecke schlägt.
Der letzte Holztransport auf Schienen verlässt am Samstag, 12. Juli, auf Nimmerwiedersehen die Felsenmeerstadt; damit verabschiedet sich auch die „Häfen- und Güterverkehr Köln AG”, die die Abfuhr von „Kyrill”-Totholz aus orkanzerstörten heimischen Wäldern im Juni 2007 auf dem bereits stillgelegten und reaktivierten Bahnhof Hemer aufgenommen hatte.
In dieser Woche wird das die einzige Fuhre gewesen sein, und letzte Woche gab es auch nur einen einzigen Holztransport auf der Schienentrasse, die demnächst das Gelände für die Radstrecke nach Menden geben soll.
Irgendwie märchenhaft endet die Bahngeschichte der Felsenmeerstadt. Es war ja gar nicht mehr die „Häfen- und Güterverkehr Köln AG”, die die zerstörten Wälder abtransportiert hat. Die Aktiengesellschaft überließ die Arbeit zuletzt der „Bocholter Eisenbahngesellschaft”, die mit begeisterten Herzen dabei ist und nicht mit dem Portemonnaie. Der Spaßfaktor zählt, wir sprechen nicht von Ausbeutung, aber Geld ist nicht viel zu holen. Hemeraner Bürger sind auch bei den Bocholtern: als Rangierer oder Stellwerkarbeiter zum Beispiel Joachim Reinhard oder Stadtarchivar Eberhard Thomas.
Die „Bocholter Eisenbahngesellschafter” sind gestandene Männer, die in den letzten Tagen des Bahnhofs Hemer für Farbe sorgen, wenn sie Lokomotiven aus dem Bilderbuch einsetzen; letzte Woche war das beispielsweise eine orangene Diesellok. Mal sehen, mit welcher Zugmaschine die Bocholter am Samstag anrücken. Von "der großen Schönen" schwärmen sie ja heute noch, das war die gepflegte Dampflok der Baureihe 01, die kürzlich in Hemer Wasser aufgenommen hat, und der alte Bahndamm auf der Strecke nach Menden ist unter dem gewaltigen Gewicht der 01 (über 130 Tonnen) nicht zerbröselt!
Nach der allerletzten letzten Fahrt werden die „Eisenbahnfreunde Hönnetal” den absoluten Schlusspunkt setzen und ihren roten Schienenomnibus noch einmal nach Hemer fahren lassen. Das wird es Ende Juli oder Anfang August wirklich gewesen sein mit dem „Bahnhof Hemer”.
Die Stadt Hemer selbst hält danach immer noch einen Rest intakt, wenn sie im Hönnetal den ehemaligen DB-Haltepunkt „Klusenstein” für die Landesgartenschau instand setzen lässt. Da beginnt ein anderes neues wahres Märchen, bei der die „Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte” im Hintergrund mit an den Fäden zieht: Die „Ruhrtalbahn GmbH” wird 2010 ab Essen abertausende Landesgartenschaubesucher aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland transportieren.
Modellbahnverband in Deutschland tagt in Hemer
Die „Straßenbahnfreunde Hemer” kommen groß raus, wenn sie in der Landesgartenschau „Hemeraner Tage der Eisenbahn” ausrichten mit allem Drum und Dran. Im Bündnis mit anderen Vereinen und privaten Bastlern werden Modellbauanlagen gezeigt: Hönnetalbahn, Hohenlimburger Kleinbahn, die Bahnhöfe Iserlohn-West und Iserlohn-Ost und andere. Der große Modellbahnverband in Deutschland wird zu den „Hemeraner Tagen der Eisenbahn” ihre Jahreshauptversammlung in der Landesgartenschaustadt im Sauerland ausrichten. Und weil die Landesgartenschau Hemer 2010 GmbH einen Hingucker braucht, stellt die Märkische Museumseisenbahn sogar eine echte Lokomotive in das Landesgartenschaugelände.
00:02
In der WP steht das die Aufträ ge noch nicht vergeben sind TOLL!!!!
15:02
Wenn man keine Argumente hat,dann kann man nur rumpöbeln........
23:59
die habe ich auch aber nicht von ihm. und das es teurer ist, ist doch bestimmt alles nur rederei
23:47
Ich habe seine Stellungnahme schriftlich vorliegen. (siehe Zitat oben)
23:21
man kann anders handeln nur der Bürgermeister will nicht,. Sonst würde er ja mal irgendwie Stellung dazu nehmen
20:55
Genauso sehe ich es auch. Ich habe es schriftlich. Jetzt, wo alle Aufträge vergeben sind, kommt na da nicht mehr raus, so dass es viel Geld kosten würde, hier nochmals anders zu handeln. (Zitat)
20:23
Abgesehen von Ihren Pöbeleien, lieber marwang, handelt es sich bei Ihren Äußerungen um Vermutungen aus den 80ern. Heute ist die Situation eine völlig andere.
Argumentativ und mit Ideen kann man aber gegen einen kurzfristigen Geldsegen für den Radweg nicht ankommen. Gut nur, dass die Politik die Bürger in diese Frage nicht mit einbezog, das Ergebnis wäre vielleicht ähnlich unangenehm wie in der Frage der Ganztagsschule.
Ich bin mir auch sicher, dass so manches Mitglied des Stadtrates sich zwar im schlechten Gewissen windet, sich aber nicht mehr traut, die Notbremse zu ziehen.
15:38
Ein guter Beitrag von eisenbahnfreund08. Dem kann ich nur zustimmen. Es gibt ja schon Ankündigungen, dass Eisenbahnvereine mit Sonderzügen zur LAGA kommen wollen. ABER, es ist halt die Strecke der verpaßten Chancen.
14:45
Verkehrspolitik ist mit Sicherheit eine diffiziele Anlegenheit, bei der es viele Komponenten zu berücksichtigen gilt. Klar, dass es für zukünftige Entwicklungen nur Annahmen geben kann, aber einiges dürfte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten. Zum Beispiel dürfte ziemlich sicher sein, dass fossile Brennstoffe (Öl) nur begrenzt vorhanden sind und aufgrund steigender Nachfrage und schwierigerer Förderung teuer werden und damit der Individualverkehr teuer wird. Dies Verkehrsmittel (PKW, LKW) wird im Verhältnis zum öffentlichen Verkehr zunehmend teuer und auch für einige Teilnehmer unerschwinglich.Vor diesem Hintergrund ist ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrsnetz gefragt. Hierzu hat sich die Eisenbahn durchaus bewährt und ist auch bei entsprechender Konzipierung in der Lage dies eindeutig unter Beweis zu stellen. Gibt es aber parallelen Bus- und Bahnverkehr macht die Sache wenig Sinn, bzw. verteuert die öffentlichen Aufwendungen (Vorhaltung von 2 Systemen). Bei entsprechende Akzentuierung ist das System Eisenbahn ganz vorne. Wenn jetzt wieder die Frage nach dem Rechnen kommt, dann sollte man sich fragen, wie ein Radweg sich denn rentiert, vielleicht mittels Maut? Das ist natürlich absurd. Aber manches wird von der öffentlichen Seite dem Bürger kostenfrei oder vergünstigt zur Verfügung gestellt, da kann auch eine Bahntrasse dabei sein. Zumal die Kostenschere individualverkehr - öffentlicher Verkehr immer weiter eine Verschiebung zugunsten des öffentlichen Verkehrs erfährt. Ganz unabhängig davon, das Thema Klimaveränderung und die Forderung nach Emissionsrückgang ebenso eine stärkere Flankierung des öffentlichen Verkehres mit sich bringen sollte, sonst brauchte unsere Bundeskanzlerin sind nicht weltweit so stark aus dem Fenster lehnen. Hier ist eine ganzheitliche Denke gefragt. Es wäre doch etwas gewesen, die LAGA, eine Veranstaltung bei der die Natur im Vordergrund steht auch mit naturverträglichen Massenverkehrsmitteln zu erreichen. Aber eine Armade parkplatzsuchender Autos und Busse sorgt mit Sicherheit für Entspannung bei Hemeranern und LAGA-Besuchern. Man hätte sich auch vorstellen können, die Besucher kommen via Menden mit dem Zug, der Bahnhof in Hemer wäre dazu aufgräumt worden, der alte Güterschuppen außen mit Farbe frisch gemacht, innen vielleicht ein gastromomischer Teil, in der alten Fahrkartenausgabe ein Infobüro (Fahrkarten, LAGA, Hemer Touristik). Im Bahnhof wäre sogar die Möglichkeit 3 Züge abzustellen, was auch bei größerer Nachfrage eisenbahnbetriebstechnisch relativ problemlos abzuwickeln wäre. Die Besucher wären dann über die Bahnhofstraße zur Ostenschlahstraße gelangt und via dieser zur LAGA. Auf der alten Ladestraße wären die auch schon für Kyrill-Transporte nicht benutzten Gleise als Busparkplätze umfunktioniert worden. Alles denkbar, auch eine Fahrradstrecke aus der Hemeraner Innenstadt in Richtung Menden hätte sich realisieren lassen, wenn man nur schon vorhandene Wege dazu entsprtechend herrichten würde. Es wäre möglich gewesen, es ist aber nicht gewollt.
14:03
Leider wird es wohl nichts mehr mit einem Bahnverkehr zur LAGA. Nach meinem Wissensstand kommt ab dem 11. August der Abauzug. Und dann ist endgültig Schluß.