Liebgewonnenes und Erfolgreiches im Sauerlandpark fortsetzen

Der neue Geschäftsführer Dr. Christian Wingendorf
Der neue Geschäftsführer Dr. Christian Wingendorf
Foto: IKZ

Hemer..  Die Bürger kennen ihn als Vorstandsmitglied der Sparkasse, als Dauergast im Sauerlandpark und Fördervereins-Schatzmeister. Seit dieser Woche ist Dr. Christian Wingendorf auch Geschäftsführer der Sauerlandpark GmbH. Der promovierte Kaufmann und Volkswirt ist nach dem plötzlichen Tod von Guido Forsting in dessen große Fußstapfen getreten – vorübergehend, bis die Stelle des städtischen Beigeordneten und Parkgeschäftsführer wieder besetzt werden kann.

Die bereits gekaufte XXLFamiliendauerkarte und die Maffay-Konzerttickets hätte sich der 43-jährige Familienvater eigentlich sparen können, denn jetzt ist er „Chef vom Ganzen“. Frisch im Amt baten wir um ein Gespräch.

Besucherrekord bei Garten & Ambiente, ZwanzigZehn-Einweihung und dann noch Händeschütteln mit dem afghanischen Ex-Präsidenten Karsai: Wie war der Start für Sie als neuer Geschäftsführer?

Dr. Christian Wingendorf: „Bombastisch, er hat mich an die Zeiten der Landesgartenschau erinnert. Mich hat es für die Aussteller und die Besucher gefreut, dass wir so einen tollen Start hatten. Allein das Konzept und die Strategie, das „ZwanzigZehn“ als Ganzjahresgastronomie einzurichten, halte ich für richtungsweisend.

Für Sie als Geschäftsführer war es das erste stressige Wochenende.

Ich bin froh, dass sowohl meine Familie und als auch die Sparkasse das unterstützen, und auch meine Frau und die Kinder Spaß im Sauerlandpark haben.

Sie sind ja durchaus ein Überraschungskandidat gewesen. Wann sind Sie gefragt worden?

In den Osterferien. Ich bin überrascht gewesen und habe mich gleichzeitig gefreut und geehrt gefühlt, weil ich weiß, welche gute Arbeit Guido Forsting bislang geleistet hat. Durch den Förderverein und die Sparkasse als Hauptsponsor habe ich ja mitbekommen, wie gut im Team gearbeitet wird.

Wie lange hatten Sie Zeit, sich zu entscheiden?

Wir haben das innerhalb von drei Tagen entschieden.

Was reizt Sie besonders an der Aufgabe?

Mich reizt vor allen Dingen, sowohl das bisher Erlebte fortzuführen und auch die Standards, die geschaffen worden sind, zum Beispiel bei Veranstaltungen wie Garten & Ambiente oder den Wintergarten, fortzuentwickeln und vielleicht mit dem Team die ein oder andere neue Idee für die nächsten Jahre zu entwickeln.

Haben Sie eine Lieblingsveranstaltung?

Der fantastische Tag für die vielen Kinder und mitwirkenden Kindertagesstätten! Es ist ein toller Tag für die ganze Familie. Weil ich selber zwei kleine Kinder habe, bin ich Stammgast.

... und Ihr Lieblingsplatz?

Die Kinder drängen immer auf den Wasserspielplatz, und der Kleinste will immer auf den Turm – bis ganz nach oben. Gezählt habe ich die Turmbesteigungen aber nicht.

Sie sind als Geschäftsführer ein „geringfügig Beschäftigter“, geht das quasi im Nebenamt?

Ich habe ein sehr sehr starkes Team, das mich unterstützt. Jetzt werden vor allem die Abende und das Wochenende noch voller. Ein Freizeitpark spielt sich auch in der Freizeit ab und das Bankgeschäft passiert im Tagesverlauf.

Dann ist eine Grundvoraussetzung, dass Sie ganz viel Spaß an diesem Park haben?

Das ist so. Sonst würde ich mich nicht seit Jahren im Förderverein als Schatzmeister engagieren. Dort bekomme ich kommissarisch Entlastung durch einen neuen Schatzmeister, denn beides zusammen geht nicht.

Was sind die besonderen Herausforderungen in den nächsten Monaten?

Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen prominenten Star verpflichten können und das Liebgewonnene und Erfolgreiche fortsetzen können. Es gibt spannende Ausblicke. So wird für den Wintergarten eine noch größere Hütte aufgestellt. Wir hatten so große Nachfrage auch nach Weihnachtsfeiern von Betrieben, dass wir drei Wochen vor Beginn für Feiern öffnen werden.

Eine andere Herausforderung oder Ausrichtungsfrage zusammen mit dem Aufsichtsrat ist die Frage, wann und wie öffnet der Park. Wo wollen wir strategisch hin, steht am Ende ein Ganzjahrespark?

Gibt es für Sie als Geschäftsführer ein Ausstiegsdatum?

Ich werde die Aufgabe erst einmal bis zum Ende der Parksaison übernehmen. Wie lange genau, ist davon abhängig, wann der Nachfolger von Guido Forsting gefunden ist und wie schnell wir ihn einarbeiten können.

Herr Forsting war zugleich Politiker und Kämmerer im Rathaus und hatte den Zuschuss für den Park - im Wirtschaftsplan 760 000 Euro - und den eigenen städtischen Haushalt mit im Blick. Muss ein Geschäftsführer aus der Sparkasse das auch so sehen?

Ich sehe es eher unpolitisch. Der Aufsichtsrat hat vorgegeben, wie hoch der Zuschussbedarf sein darf. Das werden wir versuchen einzuhalten mit entsprechend erfolgreichen Veranstaltungen. Sie können davon ausgehen, dass wir in der Sparkasse auch verantwortungsvoll wirtschaften.

Auf was freuen Sie sich am meisten?

Spannend ist es, die Seiten zu wechseln. Wir haben regelmäßige Gespräche zwischen dem Förderverein und der Sauerlandpark GmbH. Ich bin jetzt auf der anderen Seite. Ich freue mich auf die Anregungen, um den Park weiterhin attraktiv zu gestalten.

Ich habe große Wertschätzung für das Ehrenamt, es ist ein Baustein, warum unser Park so erfolgreich ist. Die Ehrenamtlichen und die über 1000 Fördervereinsmitgliedern sind unsere Premiumpartner.