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Landesgartenschau 2010: Heiner Pierenkemper hat wirklich keine Zeit

15.04.2009 | 14:52 Uhr
Landesgartenschau 2010: Heiner Pierenkemper hat wirklich keine Zeit

Hemer. (pk) Als Baugeschäftsführer bei der Landesgartenschau Hemer 2010 GmbH ist Heiner Pierenkemper der Mann, der nie Zeit für andere Dinge als seine Arbeit hat. Für uns hat er mal eine Ausnahme gemacht.

Der Dipl.-Ing. Heiner Pierenkemper hat sich auf Gartenschauen spezialisiert. Der Anfang für ihn als Bau- und Projektleiter war 1995 bis 1997 die BuGa Gelsenkirchen: Seitdem habe es ihn nicht mehr  losgelassen. 2000 folgte Bad Oeynhausen/Löhne, 2003 Gronau/Losser (NL). Damals hat er durch die Landesgartenschau Hemers Bürgermeister Michael Esken als Beigeordneten der Stadt Gronau kennen gelernt. In den letzten Jahren war Pierenkemper freiberuflich als Projektleiter tätig, bis ihm die LGS 2010 in der Felsenmeerstadt angeboten wurde. Ein Wochenende habe er darüber nachgedacht, bevor er zugesagt habe. Gartenschauen sind eine Herausforderung für den 50-Jährigen: „Ich mache es gern und mit Begeisterung. Es macht Spaß und man hat das Gefühl, dass man Sinnvolles macht und etwas bewegt in der Stadt.” Die jeweilige Stadt aber werde von einer richtigen Welle überspült, eben überspült von der „Landesgartenschauwelle” wie jetzt Hemer.

Im Hemeraner Landesgartenschaugelände bestaunen Besucher, wie sich die Bauarbeiten entwickeln als wäre alles ein großes Spiel aus dem Baukasten. „Wir haben Glück mit den Firmen”, hat Heiner Pierenkemper dafür nur eine Erklärung: „Wir haben bei der Ausschreibung gute Firmen bekommen. Das ist Zufall. Und das ist angenehm.”

In seiner Heimatstadt Gelsenkirchen war der junge Pierenkemper einst bei einem Gärtner in der Lehre. Auf dem zweiten Bildungsweg holte er später sein Fachabitur nach und studierte in Osnabrück Landespflege und Landschaftsarchitektur. Als Diplomingenieur und Bauleiter lernte er Gartenschauen kennen; in Gelsenkirchen zuerst einen Zauber der Umwandlung von einem Industriegebiet ins heutige Landschaftsgelände. Gartenschauen seien immer und zu Recht positiv besetzt wie man auch am Beispiel der Hemeraner Ortsgeschichte sehe: vom Kriegsgefangenenlager über die Kaserne zur Landschaft.

Mit dem Stalag VI A Hemer haben sich wohl alle Landesgartenschaumacher am Ende der Ostenschlahstraße gründlich befasst. Ein Ereignis steht dort am Pfingstmontag an, wenn ein neu geschmiedetes Riesenkreuz in einem ökumenischen Freiluftgottesdienst über dem Jüberg aufgerichtet wird. Das verrostete alte Jübergkreuz wird im Kasernengebäude 40 zwischengelagert; zu Pfingsten wird das Kreuz regelrecht in seiner Fläche feierlich begraben und bestattet, damit das Eisen mit der Zeit vergeht und der Rost sich mit Erde mischt.

Die Landesgartenschau Hemer ist zurzeit eine riesige Baustelle - entweder großer Matsch oder Staubwolke. In diesem Frühjahr will Heiner Pierenkemper möglichst viele Bäumchen pflanzen lassen, die sich bis 2010 berappeln und stabilisieren können. „Wir haben jetzt die großen Baulose ausgeschrieben”, erinnert der Baugeschäftsführer an die aktuellen Vorhaben: Grundsteinlegung für die Multifunktionshalle oder die Stufen, die im Jüberg für die „Himmelstreppe” angelegt werden.

„Ich weiß nicht, wie lange mein Arbeitstag dauert, weil ich nicht darauf achte”, sagt er. Nicht vor 9 Uhr morgens ist er im Büro und „abends so lange, wie ich Lust habe oder wie es erforderlich ist.” Weshalb er keine Zeit hat? „Es ist ganz einfach so. Weil es stimmt; es ist nicht böse gemeint.” Auf das lange freie Osterwochenende hat sich Pierenkemper gefreut. Ein bisschen Arbeit hat er sich über die Feiertage trotzdem mit nach Hause genommen. Jahresurlaub nimmt er sich mal für eine Woche oder anderthalb. Ein privates Hobby ist ihm wichtig: „Ich fahre Motorrad.” Heiner Pierenkemper besitzt eine 15 Jahre alte Yahama - „mit viel Chrom dran”.

Vertraglich gebunden an die Landesgartenschau Hemer 2010 ist er bis April 2011. In der laufenden LGS wird er Fachbesucher betreuen: „Dann ist der Job anders.” Und Bauprozesse wird er begleiten: „Bauprozesse wird es geben und gibt es schon.”

Paul Kramme

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