Keuco klagt gegen die PFT-Auflagen

Die Kläranlage
Die Kläranlage
Foto: IKZ

Hemer/Arnsberg..  Der heimische Badausstatter Keuco klagt gegen behördliche Auflagen für Abwasserwerte, speziell Richtwerte für PFT. Die Bezirksregierung hatte dem Unternehmen im Rahmen der Änderung der bestehenden Indirekteinleitergenehmigung einen Grenzwert bei der Einleitung von PFT in öffentliche Abwasseranlagen vorgegeben. Dagegen hatte es geklagt. Am Freitag war Prozessauftakt vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg. Mit einem Urteil ist in den nächsten Wochen zu rechnen.

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz und dem Landeswassergesetz NRW ist für die Einleitung von industriellem oder gewerblichem Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen eine wasserrechtliche Genehmigung (Indirekteinleitergenehmigung) erforderlich. Damit soll erreicht werden, dass Schadstoffe, die in den kommunalen Kläranlagen nicht abgebaut werden können, an der Anfallstelle im Betrieb zurückgehalten werden.

„PFT ist gefährlich und hat im Gewässer nichts zu suchen. Unsere behördlichen Anstrengungen werden sich daher auch in Zukunft nach Maßgabe des Gesetzes darauf konzentrieren, dass PFT in keinen für den Menschen gefährlichen Konzentrationen ins Gewässer gelangt“, wird Dr. Till Immich, für Wasserrecht zuständiger Dezernent in einer Pressemitteilung der Bezirksregierung zitiert. „Im Fall der Firma Keuco ist die Ruhr als Gewässer schutzbedürftig“, teilt die Bezirksregierung weiter mit. Mit dem aus der Ruhr gewonnenen Trinkwasser werden die Menschen im gesamten Ruhrgebiet und darüber hinaus versorgt. Die jährliche Wasserförderung aus der Ruhr beträgt rund 300 Millionen Kubikmeter. Perfluorierte Tenside (PFT) sind für Menschen und Tiere giftig und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. Der PFT-Skandal durch Düngemittel hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. PFT reichert sich im Blut und in Organen an und wird nur langsam ausgeschieden.

Die Firma Keuco will sich zum laufenden Verfahren nicht äußern.