Keine Gegenstimme für neuen Beigeordneten

Mit seiner Frau Carmen war Dr. Bernd Schulte (Mitte) zur für ihn so wichtigen Sitzung des Rates nach Hemer gekommen. Nach der Wahl durfte er viele Glückwünsche entgegennehmen allen voran vom Jugend- und Sozialdezernenten Klaus Erdmann (l.), von Bürgermeister Michael Esken und der technischen Dezernentin Andrea Wolf, mit denen er ab dem 6. Juli eng zusammenarbeiten wird.
Mit seiner Frau Carmen war Dr. Bernd Schulte (Mitte) zur für ihn so wichtigen Sitzung des Rates nach Hemer gekommen. Nach der Wahl durfte er viele Glückwünsche entgegennehmen allen voran vom Jugend- und Sozialdezernenten Klaus Erdmann (l.), von Bürgermeister Michael Esken und der technischen Dezernentin Andrea Wolf, mit denen er ab dem 6. Juli eng zusammenarbeiten wird.
Foto: IKZ

Hemer..  Der künftige Erste Beigeordnete der Stadt Hemer heißt Dr. Bernd Schulte. Was die Heimatzeitung bereits vorab gemeldet hat, wurde vom Rat in der Sondersitzung am Montagabend eindrucksvoll auf den Weg gebracht: Der erst 30-jährige Jurist wurde mit breiter Mehrheit bei lediglich vier Enthaltung aus der Reihe der Grünen und der Linken gewählt – und das keineswegs geheim, sondern in offener Abstimmung.

Vor der Wahl hatte Dr. Bernd Schulte nochmals seine Bewerbung um das Amt begründet und dabei deutlich gemacht, warum seine Vorstellung im Haupt- und Finanzausschuss und am Wochenende in den Fraktionen den offenbar besten Eindruck aller Kandidaten hinterlassen hat. Rhetorisch geschliffen spielte Schulte überzeugend sein Blatt aus, und trumpfte dabei mit Sachkunde, Heimatverbundenheit und einer Prise Charme.

Dauerhaft Geschicke einer Kommune mitgestalten

Nirgendwo mache Politik so viel Spaß wie auf der kommunalen Ebene, sagte Dr. Bernd Schulte. Als Sauerländer durch und durch, der sich bereits seit zehn Jahren in seiner Heimatstadt Meschede kommunalpolitisch engagiere, wisse er um die Herausforderungen, vor denen auch eine Stadt wie Hemer stehe. Als Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei in Hamm, die auf die Beratung von Kommunen in finanz-, steuer-, verwaltungs- und wirtschaftsrechtlichen Fragen spezialisiert ist, kenne er die Probleme, denen er sich als Beigeordneter wird stellen müssen. Er bewerbe sich um die Stelle, weil er nicht mehr nur projektbezogen, sondern dauerhaft die Geschicke einer Kommune mitgestalten wolle.

Die größte Herausforderung aller Kommunen sei der demografische Wandel, stellte Dr. Bernd Schulte fest. Kommunalpolitik könne die Geburtenrat nicht beeinflussen, wohl aber, ob die Menschen am Orte wohnen bleiben oder von außerhalb zuziehen. Dazu sei es notwendig, die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Ein Attraktivitätsfaktor ist für Schulte ein vielfältiges Kulturangebot. Er lobte die Musikschule, die Bücherei und vor allem die Möglichkeiten, die der Sauerlandpark biete. „Mein Ziel ist es, dieses Alleinstellungsmerkmal weiter herauszustellen“, so der künftige Beigeordnete, der damit klarstellte, dass ihn neben der Aufgabe des Kämmerers auch die des Geschäftsführers der Sauerlandpark GmbH reizt.

Schulte räumte ein, dass das finanzielle Defizit Hemers und aller Kommunen nur auf höherer Ebene nachhaltig zu lösen ist. Es sei ein mutiger Schritt gewesen, die Grundsteuer B auf überdurchschnittliches Niveau zu heben. Und die Konjunktur lasse auch die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln. Aber beide Steuern seien in Hemer schon sehr weit oben angekommen.

Die Stadt gleichzeitig attraktiver machen und finanziell handlungsfähig zu halten, sei die Aufgabe, der er sich stellen wolle. „Ich möchte Verantwortung übernehmen und mit Leidenschaft daran arbeiten, Hemer als lebens- und liebenswerte Stadt weiterzuentwickeln“, schloss der Christdemokrat seine Ansprache und erntete viel Beifall.

Für die SPD erklärte Hans-Peter Klein die Zustimmung seiner Fraktion. „Wir trauen Ihnen die Aufgabe zu, obwohl Sie keine Erfahrungen in Leitungsfunktionen in der Verwaltung haben“, sagte Klein. Und augenzwinkernd: „Wir werden Sie deshalb unter besondere Beobachtung stellen.“ Sein Amt antreten wird Dr. Schulte am Montag, 6. Juli.