Kampf gegen die Produktpiraten

Die Mittelstandsvereinigung besichtigte Keuco.
Die Mittelstandsvereinigung besichtigte Keuco.
Foto: IKZ

Hemer..  Ob Rolex, Icewatch oder Louis Vuitton: Fälschungen sind von Originalen nur noch schwer zu unterscheiden. Fälscher gehen mittlerweile so weit und entwerfen Produkte, die die eigentlichen Marken gar nicht anbieten. Ein Beispiel hierfür ist der Nike High Heel. Die Rechtsgrundlage in diesen Fällen ist eindeutig, jedoch wird der Kampf gegen die Produktpiraten immer aufwendiger.

Die neu gegründete MIT Hemer (Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU) startete am vergangenen Mittwoch ihr Programm mit einer Veranstaltung zum Thema Plagiate. Da auch Produkte der Sanitärindustrie häufig gefälscht werden, war die Firma Keuco ein passender Anknüpfungspunkt.

Nach einer anfänglichen Firmenbesichtigung und einem gemütlichem Einstieg mit Kaffee wurden verschiedene Referenten und Gäste begrüßt. Zu den Teilnehmern gehörten beispielsweise die Bundestagabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser und Dr. Matthias Heider sowie CDU-Kreisvorsitzender MdL. Thorsten Schick.

Martin Rohländer gab schon zu Anfang der ersten offiziellen Veranstaltung der MIT Hemer zu bedenken, dass das geistige Eigentum eines Unternehmens meist wertvoller sei als das reine Kapital. Plagiate seien „die Anmaßung fremder geistiger Leistungen“, die für Unternehmen klare Wettbewerbsnachteile und wirtschaftliche Probleme bedeuten. Auch der Arbeitsplatzabbau sei eine Folge der illegalen Geschäfte. Der Sanitärarmaturenindustrie entsteht beispielsweise pro Jahr durch die „Verletzung von Geschmacksmuster- und Markenrechten“ ein geschätzter Umsatzverlust von ca. siebzig Millionen Euro.

Die Zollmitarbeiter Andrea Münch und Uwe Jungesblut, Pressemitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit, sowie Ralf Kelter, Sachbearbeiter für den gewerblichen Rechtsschutz, informierten über die Arbeit des Hauptzollamtes Dortmund. Die Referenten konnten Erfahrungsberichte und Antworten zur Gesetzeslage liefern und an mitgebrachten Beispielen zeigen, wie detailgetreu und echt heutzutage gefälscht werde. Die Teilnehmer konnten in den meisten Fällen das Original nicht vom Plagiat unterscheiden.

Auch der Bezirksvorsitzende der MIT Hemer Dr. Matthias Heider berichtete über den Designschutz, wobei die Neuheit und Eigenart eines Produktes geschützt wird.

Am Beispiel der Firma Keuco erklärte der Geschäftsführer Hartmut Dahlheimer, welche Schäden dem Unternehmen durch Plagiate entstehen. Der Mittelständler mit drei deutschen Standorten beklagt immer wieder Kopien seiner Armaturen- und Baddesignprodukte.

Um zukünftige Schäden für die Unternehmen einzudämmen, müsse die Verletzung der Markenrechte stärker bekämpft werden, darin waren sich alle Teilnehmer einig.