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Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer

07.09.2011 | 21:17 Uhr

Menden/Hemer.Auf der Bahnlinie Menden-Hemer wird heute mit dem Abbau der Signalanlage begonnen. Zudem wird auf Mendener Gebiet ein Teil der Schiene entnommen und ein Rammbock installiert, der die Strecke dann von der Hönnetalbahn trennt. Der Oesetalbahnverein kritisiert das heftig – ganz im Gegensatz zur Stadt Hemer.

Einen ursprünglich geplanten regelmäßigen Linienverkehr zur Landesgartenschau hatte es auf der seit Jahren stillgelegten Strecke nie gegeben, aber immerhin viele Sonderfahrten. Beim Oesetalbahnverein hatte das die Hoffnung genährt, die Strecke dauerhaft zu reaktiveren. Zumal die Verbindung erst jüngst als „zu untersuchende Strecke“ in den Nahverkehrswegeplan aufgenommen worden war.

Der Abbau der Signale und der Bau des Rammbocks versetzen dem Oesetalbahnverein nun einem heftigen Dämpfer. „Der Signalabbau ist das falsche Signal“, sagen Ingrid Ketzscher und Matthias Gast, die Sprecher des Vereins. Zwar bedeute dies noch nicht, dass die Strecke komplett abgebaut werde – was aus Sicht des Vereins eine Reaktivierung unnötig verteuern würde. Der Zeitpunkt sei aber denkbar unpassend, da der Mendener Stadtrat und der Kreis erst in Kürze über das Schienenrückbauverfahren entscheiden würden. Insofern seien die jetzigen Arbeiten Steuergeldverschwendung.

Hemers Bürgermeister Michael Esken kann die Aufregung hingegen nicht verstehen. Er stellt im Gespräch fest: „Wir haben die Arbeiten zum Signalabbau nicht in Auftrag geben. Das war die Deutsche Bahn.“

Zur Erinnerung: Der Stadt Hemer gehört die Bahntrasse – auch auf Mendener Gebiet. Sie wollte die Strecke aber schon lange an den Bund weiterverkaufen, der dort einen „Bundesstraßen begleitenden Radweg“ bauen sollte – und zwar schon zur Landesgartenschau. Doch dann kam die Rhein-Sieg-Eisenbahn, die einen Gesetzespassus nutzte, den Abbau der Strecke verhinderte und für 2010 eine Betriebserlaubnis erhielt.

„Das Unternehmen hat aber schnell gerechnet, dass ein Dauerbetrieb wirtschaftlich nicht machbar ist“, so Esken. Seine Stadt hat weiter ein großes Interesse, dass der Radweg tatsächlich kommt. Es müsse endlich ein gute Radverbindung zwischen Menden und Hemer geben, so Esken. Aber natürlich treibt ihn auch ein finanzielles Motiv um. Hemer hatte die Trasse im Jahr 2007 für 400 000 Euro gekauft – in der Hoffnung, sie schnell an den Bund weiterverkaufen zu können. Das hat sie bislang aber nicht tun können – muss aber für das damals geliehene Geld weiter Zinsen zahlen. Zudem kostet die Verkehrssicherungspflicht laufend Geld.

Esken: „Dabei weiß jeder, dass in den kommenden Jahren dort kein Zug fahren wird. Und sollte es doch in Zukunft noch einmal zu einem Bahnverkehr kommen, dann müssten die total veralteten Gleise ohnehin erneuert werden.“ Seine Folgerung: Ein Radweg steht einer Reaktivierung der Strecke irgendwann in der Zukunft nicht im Wege. Insofern werde auch nicht das laufende Prüfverfahren für den Nahverkehrsplan torpediert.

Esken sieht es sogar ganz anders: „Mit dem Radweg erhalten wir die Bahntrasse für die Zukunft. Dafür stehe ich mit meinem Wort.“ Die heute beginnenden Maßnahmen habe er aber nicht beauftragt, sie seien vielmehr die logische Folge der abgelaufenen Betriebserlaubnis der Rhein-Sieg-Eisenbahn und dem geplanten Abbau zweier überflüssiger Gleise am Bahnhof Hemer.

Kritisch sieht Esken weiter Oesetalbahnverein und Mendener Grüne. Sie stellten Forderung für Grundstücke, die ihnen nicht gehörten: „Wer die Trasse haben will: Für 400 000 Euro plus Zinsen, kann er sie uns abkaufen.“

Michael Koch

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Kommentare
12.09.2011
21:56
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von br5040 | #31

Nicht drüber ärgern Julian90,in diesem Land zählt ein Menschenleben nichts mehr wenn es kein Auto hat.
Es gibt leider zu viele Menschen die sich nur noch dadurch indentifizieren können und denen das Wohl anderer Egal ist.
Diesen Typus hat man die letzten 50 Jahre hier in Deutschland herangezüchtet,ich hoffe die nachfolgenden Genrationen werden langsam mal schlauer.

11.09.2011
22:08
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von Julian90 | #30

Was für eine Ausrede?
Was schlagen Sie mir den für eine Möglichkeit vor um Zeit nach Dortmund zu sparen?
So wie ich Ihren Kommentare entnehme kennen sie sich ja sehr gut mit dem ÖPNV aus...

11.09.2011
19:56
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von marwang | #29

@28 eine dumme ausrede mit dem bus nach iserlohn und von da ab nach dortmund hemer wird nicht wegen einer handvoll bahnfahrer geld zum fenster rauswerfen, ihr schreiben wurde doch nur vorgeschoben die grüne welle klappt übrigens perfekt

11.09.2011
14:27
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von Julian90 | #28

Liebe Autofahrer,sehr geehrte Hemeraner
Ich bin Azubi und muss zu meiner Ausbildungsstelle immer mehrer Stunden fahren.Was dank der MVG und dem Bahnanschluss Iserlohn-Dortmund auch nicht weiter verwunderlich ist.Da ich meist im Bus in Hemer noch im Stau stehe, wird die ganze Angelegenheit noch prickelnder.Für mich wäre eine Anbindung nach Dortmund per Bahn ein Segen, weil ich dadurch nicht nur Zeit spare sonder mir auch ne Menge Stress im Punkto umsteigen.
Im allgemein kann ich die Grund negative Einstellung von manchen Hemeraner und deren sich verkalkulieren Bürgermeister bezüglich der Strecke Hemer-Menden nicht nachvollziehen.Den das Problem ist Haus gemacht.
Fakt ist das Hemer die größte Stadt im Nordkreis ist ohne Bahnanbindung oder was alternativ genauso attraktiven im Sachen ÖPNV.
So das wenn ich nicht insgesamt über 2 Stunden nach Dortmund fahren will, gezwungen bin mir ein Auto anzuschaffen(Um vor Hemer´s schöner grünen Welle zu stehen..).Was für mich als Azubi ein Ding der Unmöglichkeit darstellt.Schön und gut das aufgrund der hohen Zinsen die Hemer zahlen muss(dank Herr Esken), unser Bürgermeister einen Radweg bauen möchte.Was für alternativen habe ich den als Azubi unter 2 h nach Dortmund zu kommen?
Muss ich jetzt trampen?
Auch wenn die alterne Bevölkerung zu nimmt , bitte ich doch um ein wenig Verständnis für die zukünftigen Werktätigen.

09.09.2011
13:06
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von br5040 | #27

Ich habe mir das gestern abend in Menden mal angeschaut was da verändert wurde.
Was hier als schlitzohrigkeit verkauft wird ist in Wahrheit eine Eisenbahntechnische Kleinigkeit.
Das Gleis wieder anzuschwenken,das fehlende Stück wiedereinsetzen,nivilieren und stopfen,das dauert einen halben Tag und dann kann man wieder nach Hemer fahren.
Klar ist es das falsche Zeichen aber nichts was bis dato dort geschehen lässt sich nicht wieder ändern.
Zu früh gefreut!!!!

09.09.2011
10:04
Blockierter Kommentar.
von Ketzscher | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.09.2011
15:15
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von Bigot | #25

Aus den damaligen Zeitungsberichten ging hervor, dass die RSE absprang, da die Stadt entgegen ihrer Äußerungen kein wirkliches Interesse an einem Bahnverkehr hatte. Beim zuständigen ZRL, der für Bahnverkehr hätte sorgen müssen, konnte man sich die Stadt nicht durchsetzen. Auch die befristete Betriebsgenehmigung (auf die die Stadt wohl bestand) war nicht hilfreich. Gegen all das hätte die RSE lange lange klagen können. Gut, dass sie das nicht wollten, denn Hemer hätte das auch nicht geholfen. Wieder ein Beleg dafür, dass Politik gerne redet, aber konkrete Maßnahmen lieber nicht unterstützt.

Übrigens, Ihre Einschätzung, dass ein Neubau nicht möglich wäre, ist falsch, Wurzelpacker. Solange es sich bei der Trasse um eine Verkehrsfläche für die Bahn handelt, wäre es faktisch ein Neubau, aber keiner auf neuer Trasse. Daher könnte die Bahn problemlos wieder aufgebaut werden, es wäre halt nur Steuergeldverschwendung, erst den Radweg draufzubauen, um ihn dann wieder einzustampfen. Herr Esken nannte in einem Interview den Zeitraum 5 - 10 Jahre. Das wäre schon eine skandalöse Verschwendung von Steuergeldern. Und dass nur, weil sich die Stadt eine Bahnstrecke aufschwatzen ließ.

Sie haben allerdings recht, dass es solche Abrißunternehmungen gibt, die für den Schrottwert ihre Arbeit leisten. Aber hier wird es fragwürdig: die Eisenbahnbohlen sind bei Austausch Sondermüll. Wie man den so günstig entsorgen kann, bleibt das Geheimnis dieser Unternehmen.

Aber, wir drehen uns im Kreis. Die Behauptung, diese Strecke sei unrentabel ist nichts als eine Behauptung, die schlicht unbelegt ist. Ich sage, sie könnte rentabel sein und stütze mich damit auf ein Gutachten aus dem Jahre 2004. Jetzt wird die Strecke neu bewertet. Wenn sie unrentabel sein sollte, bin ich für den Radweg. Falls es aber nicht zutrifft, finde ich es eine Unverfrorenheit, Infrastruktur mutwillig zu zerstören.

08.09.2011
14:56
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von Der_Wurzelpacker | #24

@23: Die RSE ist ja schon abgesprungen, weil sie keine Rentabilität in der Strecke sehen......
Und da findet sich bestimmt auch kein anderer Investor.
In absehbarer Zeit werden sicherlich auf der Strecke die ersten Fahrräder rollen können :)

08.09.2011
14:34
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von br5040 | #23

....und wer heute noch glaubt das für solche Neubauten unbedingt die Bahn AG zuständig,der hat schon gänzlich die Realität verloren....

08.09.2011
13:55
Jetzt Rammbock auf Strecke nach Hemer
von Der_Wurzelpacker | #22

@Bigot:
Ich bin mal gespannt auf eine Antwort auf die Frage von rallecars: .....Nur frage ich mich, wenn das so rentabel ist warum ist die RSE dann abgesprungen. Die hatten doch die Betriebsgenehmigung. Aber wahrscheinlich wussten die nicht wohin mit der ganzen Kohle!!!....

Ihr Zitat:....Warum die Bahn die Strecke zurückbauen will? Das will sie ja gar nicht, überrascht Sie sicher. Für die DB sind das nur Kosten.....
Das sehe ich anders, es gibt Unternehmen, die bauen für den Schrottwert der Schienen als Gegenwert für ihre Arbeitsleistung die komplette Gleisanlage ab....

@br5040: Jawohl, Sie haben es richtig erkannt, die Bahn ist inzwischen kein vom Bund bezuschusstes Unternehmen mehr, sondern ein Wirtschaftsunternehmen, das die Rentabilität im Auge hat. Und aufgebaut wird hier sicherlich nichts mehr, im Ggenteil. Wer das noch glaubt, der hat den Blick für die Realität verpasst.

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