Immer wieder: Das Wasser bleibt weg, die Fische verenden

Der Hemer Bach ist trocken gefallen
Der Hemer Bach ist trocken gefallen
Foto: IKZ

Hemer..  Es war nicht die erste Hitzewelle mit anhaltender Trockenheit, die für die Fische im Hemer Bach zur Tragödie geworden ist. Innerhalb von wenigen Tagen war das sonst so munter sprudelnde Gewässer in der Innenstadt in der vergangenen Woche trocken gefallen. Die enormen Temperaturen von weit über 30 Grad sorgten zudem dafür, dass auch in den zurückbleibenden Tümpeln, in denen sich die Fische sammeln und oft bis zum nächsten Regen eine Überlebenschance haben, rasend schnell verdunstete: Die Tiere hatten keine Chance und verendeten durch Sauerstoff- und Wassermangel.

Keine Chance, das Problem grundlegend zu lösen, sieht auch die Stadtverwaltung. Der Umweltamtsleiter Edgar Schumacher weiß, dass derartige Vorkommnisse seit vielen Jahren immer wieder bei manchen Menschen für Unverständnis oder gar Empörung sorgen. Wenn die Austrocknung nicht ganz so schnell vonstatten ging wie aktuell, waren in der Vergangenheit auch schon Mitglieder der heimischen Angelvereine ausgerückt, fingen die noch lebenden Fische mit Keschern und setzten sie in Teichen aus. Doch Edgar Schumacher bezweifelt den Sinn solcher Aktionen: „Durch die neuen Fische kann das biologische Gleichgewicht in den Teichen empfindlich gestört werden.“ Außerdem sei der Aufwand einer Rettung auf diese Weise enorm hoch.

Die verwesenden Fischkadaver sind laut Schumacher in den vergangenen Tagen von Mitarbeitern der Stadtbetriebe eingesammelt worden, nachdem zu Recht Beschwerden über Geruchsbelästigungen im Rathaus eingegangen waren.

Dass der Hemer Bach bei Trockenheit überhaupt kein Wasser mehr führt, ist altbekannt. In vergangenen Jahrzehnten sei schon untersucht worden, ob das Phänomen möglicherweise durch illegale Wasserentnahmen verschärft wird. Edgar Schumacher: „Da ist nichts festgestellt worden.“ Auch wo das Wasser bleibt, wisse niemand genau. Aber auch das sei für ein Karstgebiet mit unterirdischen Spalten und Klüften nicht ungewöhnlich. Spätestens wenn der Bach nach dem Schwenk Richtung Menden als Oese weiterfließt, führt er zumeist ganzjährig so viel Wasser, dass der Bestand der Fische nicht gefährdet ist. Von dort ziehen die Tiere im Laufe der Zeit wieder bachaufwärts und nehmen den Lebensraum ihrer jetzt zugrunde gegangenen Artgenossen ein.