Ideenkatalog entwickeln und Bürger befragen

Nicht nur Heinz Brucke (r.) freut sich über den Einsatz der Dortmunder Studenten, die mit ihrem Projekt an am Zukunftsforum Ihmert mitwirken.
Nicht nur Heinz Brucke (r.) freut sich über den Einsatz der Dortmunder Studenten, die mit ihrem Projekt an am Zukunftsforum Ihmert mitwirken.
Foto: IKZ

Ihmert..  Ideen gibt es viele. Allerdings gestaltet sich die Umsetzung mitunter schwierig, wenn es um die Entwicklung des Stadtteils Ihmerts geht. Im Zukunftsforum wird seit geraumer Zeit an dieser Perspektive gefeilt und an regelmäßigen Bürgerstammtischen die Ergebnisse beziehungsweise die weiteren Ziele vorgestellt.

Am Donnerstag konnte Heinz Brucke dazu wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der evangelischen Kirche begrüßen – und nicht zuletzt eine 16-köpfige Projektgruppe der Universität Dortmund, Fachbereich Raumplanung mitsamt ihrem Betreuer und einer Tutorin. Von der Unterstützung der Fachleute erhoffen sich die Ihmerter neue Impulse und realisierbare Lösungsvorschläge. Dazu hat die Gruppe bereits im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen, so dass jetzt erste Ergebnisse präsentiert werden konnten.

Am Donnerstag gingen die Studenten zunächst auf die demografischen Daten ein. Mit derzeit 3079 Einwohnern ist die Ihmerter Bevölkerung seit 1994 um 12,4 Prozent geschrumpft. Gerade Kinder und junge Leute bis zu 20 Jahren fehlen in Ihmert, in dieser Altersgruppe beträgt der Rückgang sogar 30 Prozent. Der Anteil von Bürgern ab 80 Jahren hat andererseits um 80 Prozent zugenommen.

Um die Attraktivität Ihmerts zu steigern, haben die angehenden Raumplaner, die sich im ersten und zweiten Semester mit diesem Projekt beschäftigen, die folgenden sechs Ziele formuliert: Behebung der Verkehrsproblematik, Aufwertung des Ortsbildes, Ausbau der Tourismus- und Freizeitmöglichkeiten, Sicherung der sozialen Infrastruktur und Wirtschaft sowie die Sicherung Ihmerts als attraktiven Wohnstandort. Diese Ziele galt es am Donnerstag nach Priorität zu sortieren.

Wie wollen die Studenten, für die es das erste Projekt dieser Art ist, nun weiter vorgehen? Im Rahmen der Versammlung gab die Gruppe einen Ausblick auf ihre weitere Arbeit. Es soll ein Ideenkatalog entwickelt werden, dann folgen eine groß angelegte Befragung der Bevölkerung und die Auflistung von konkreten Maßnahmen, die wiederum einer Prüfung unterzogen werden. Abschließend, etwa kommenden Juli, wird die Projektgruppe ein Initialprojekt vorstellen und den Ihmertern einen Katalog mit weiteren möglichen Ideen an die Hand geben.

Thema Baugrundstücke erhitzt die Gemüter

Anschließend ging es in der Tagesordnung mit den Themen Verkehrsplanung, Ausweisung von Baugrundstücken, Anlage einer Boulebahn und Kennzeichnung von Wanderwegen weiter. Zum geplanten Kreisverkehr in der Dorfmitte und der Freigabe neuer Baugrundstücke betonte Christian Schweitzer vom Amt für Planen, Bauen und Verkehr, dass die laufenden Verfahren abgewartet werden müssen. In Sachen Bauland müsse zunächst der stadtweite Bedarf ermittelt werden.

Gerade das Thema Baugrundstücke erhitzt einige Gemüter. Mit dem Bau von neuen Häusern in Ihmert, könne ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung gemacht werden, so einige Bürger. Das langwierige Verfahren und die Bürokratie schürten jedoch die Ungeduld. „Wir können nicht fünf Jahre warten“, lautete ein Einwand.

Für Wanderer wünschen die Ihmerter Auszeichnung eines Rundweg um ihr Dorf, doch dazu gab es wenig Neues zu hören. Wenn die Witterung es zulässt, soll aber auch hinter diesen Punkt ein Häkchen gemacht werden. Kleine Fortschritte sind in Ihmert dank bürgerschaftlichem Engagement bereits sichtbar. Und auch die Boulebahn soll laut Verantwortlichen schon im Sommer bespielbar sein.

Am 23. April wird beim nächsten Bürgerstammtisch, zu dem wieder alle Interessierten eingeladen sind, der von den Studenten entwickelte Ideenkatalog präsentiert. Wer eigene Ideen für die Zukunft Ihmerts hat, kann diese im Vorfeld des nächsten Treffens an Heinz Brucke unter H.Brucke@gmx.de schicken.