Hühner hatten nicht lange etwas vom neuen, schönen Leben

Ina Karl-Falke an dem Gehege, in dem die Hühner ihr neues Leben genossen. Die Tür stand tagsüber offen, so dass die Vögel auch in in der umgebenden Wiese herumstreifen konnten.
Ina Karl-Falke an dem Gehege, in dem die Hühner ihr neues Leben genossen. Die Tür stand tagsüber offen, so dass die Vögel auch in in der umgebenden Wiese herumstreifen konnten.
Foto: IKZ

Riemke..  Ina Karl-Falke liebt Tiere und die Natur. Sie arbeitet im Tierheim in Iserlohn. Zudem kümmert sie sich zusammen mit ihrem Mann Friedbert in ihrem Haus und auf dem großen dazu gehörenden Grundstück in Riemke um zwei Hunde, eine Katze und eine Maus in einem Terrarium. Anfang vergangener Woche gehörten zu ihren Schützlingen auch Hühner – ein Hahn und vier Hennen. Bis die Vögel am hellichten Tag verschwunden sind. Ina Karl-Falke hat keinen Zweifel, dass die Hühner gestohlen worden sind. Von Menschen.

Tierische Räuber hätten sicherlich Spuren hinterlassen

Im dem idyllischen Dorf zwischen Feldern, Wiesen und Wald wäre es natürlich nicht auszuschließen, dass auch ein Wildtier sich die Hühner geholt hat, vielleicht ein Fuchs, ein Marder oder ein Habicht. „Damit hätte ich kein Problem“, sagt Ina Karl-Falke, „das ist eben so in der Natur.“ Aber hätte ein Wildtier die Hühner gerissen, wären Spuren zurückgeblieben. Das Ehepaar hat aber nichts gefunden, nicht eine einzige ausgerissene Feder. Und dass die Hühner von sich aus auf Wanderschaft gegangen sind, glaubt Ina Karl-Falke auch nicht: „Die tun so etwas nicht. Die bleiben wo sie sind.“ Abends sind Hahn und Hennen immer freiwillig zurück in das Gehege auf der großen Wiese hinter dem Haus und in den Stall zurückgekehrt.

Ina Karl-Falke ist vor allem deshalb so tieftraurig über das Verschwinden der Hühner, weil sie die Tiere keineswegs als Eier oder gar Fleischlieferanten gehalten hat. Der Hahn und eine der Hennen waren vom Amtstierarzt sichergestellt worden, weil der Vorbesitzer sie völlig vernachlässigt hatte, die anderen drei Hennen hatte die Organisation „Rettet das Huhn“ vermittelt. Sie stammen aus einer Legebatterie und hatten, bevor sie nach Riemke kamen, nie Tageslicht, geschweige denn Gras und Bäume gesehen. In der Obhut der Falkes hatten die Vögel sich prächtig erholt, hatten ein neues Federkleid bekommen und sahen richtig proper aus. Deshalb vermutet Ina Karl-Falke auch, dass sie für einen menschlichen Hühnerdieb durchaus attraktiv und appetitlich ausgesehen haben.

Dass dieser aus dem Dorf kommen könnte, hält Ina Karl-Falke für ausgeschlossen. „Wir sind hier auf dem Land, da stört es niemanden, wenn mal ein Hahn kräht“, hält sie eine solche Motivation für abwegig.

Dass unerlaubte Dinge in Riemke vorgehen, hat auch ein Mitglied des Sportortvereins Ina Karl-Falke erzählt. Aus dem Teich unterhalb des Falkeschen Hauses seien in jüngster Zeit jede Menge Fische gestohlen worden – gefangen mit Hakenschnüren und sonstigen zweifelhaften Methoden. Vorkommnisse dieser Art hat gegenüber der Heimatzeitung auch der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Burkhard Schlottmann bestätigt.

Ina Karl-Falke hat mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, ihre Hühner noch einmal wiederzusehen. „Andere Halter von Federvieh sollen aber gewarnt sein“, so die engagierte Tierschützerin, die irgendwann sicherlich wieder Hühner bei sich aufnehmen wird, die aus tierquälerischer Haltung befreit worden sind.