Horn, Violine und Klavier bilden perfekte Einheit

Die Violinistin Yanjun Zhao (v.l.), Konzertpianist Rainer Maria Klaas und Hornistin Anne Grethen waren bestens aufeinander eingespielt und lösten große Ovationen beim Publikum aus.
Die Violinistin Yanjun Zhao (v.l.), Konzertpianist Rainer Maria Klaas und Hornistin Anne Grethen waren bestens aufeinander eingespielt und lösten große Ovationen beim Publikum aus.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Anne Grethen, Yanjun Zhao und Rainer Maria Klaas überzeugen das Publikum im Haus Hemer.

Hemer..  Rainer Maria Klaas, seines Zeichens umtriebiger Konzertpianist, hat es sich in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht, junge Musiker eine Zeit lang „unter seine Fittiche“ zu nehmen und sie in ihrem künstlerischen Werdegang zu unterstützen. Klaas erarbeitet Konzertprogramme mit ihnen und organisiert Auftrittsmöglichkeiten. In regelmäßigen Abständen kommt er mit jungen Künstlern auch nach Hemer, denn er weiß, dass er hier ein dankbares und interessiertes Publikum und die finanzielle Unterstützung durch die Musikschule, deren Förderverein und durch die Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden gefunden hat.

Am Donnerstagabend gastierte Klaas in Haus Hemer und im „Gepäck“ hatte er zwei junge Damen: die auch China stammende Violinistin Yanjun Zhao und die Luxemburgerin Hornistin Anne Grethen. Da das Horn nicht eben zu den begehrtesten Blasinstrumenten zählt, schon gar nicht bei Frauen, durfte das zahlreiche Publikum gespannt sein. Anne Grethen enttäuschte die Erwartungen nicht. Fernab jeglicher Jagd-Romantik gab sie dem Klang des Hornes eine gut ausbalancierte, melodiöse Raumfülle. Sowohl bei Paul Dukas „Villanelle für Horn und Klavier“ als auch bei Alexander Skrjabins „Romanze a-Moll“ für die gleiche Besetzung, waren ihre saubere Blastechnik und die Bandbreite ihrer Gestaltungskraft eine wahrer Ohrenschmaus. Yanjun Zhao hatte Gustav Jenners Violinsonate a-Moll op.8 vorbereitet, deren Klavierpart, wie auch bei Anne Grethen, Rainer Maria Klaas übernahm. Jenner, einziger Kompositionsschüler von Johannes Brahms, hatte das 1905 erschienene Werk „seiner lieben Frau“ gewidmet und ganz im romantischen Habitus gehalten. Yanjun Zhao versuchte gar nicht erst, dem Werk eine inhaltlich Tiefe zu verleihen, die es nicht hergibt. Sie spielte geradlinig und sehr akkurat und ohne äußerliche Regung.

Im zweiten Teil des Konzertes dann, erlebte das Publikum eine Violinistin, die sich frei gespielt hatte und eine feste Größe in Brahms Trio Es-Dur op. 40 war. Das viersätzige Werk wurde zum wahren Höhepunkt des Konzerts. Die drei Musiker zeigten sich bestens aufeinander eingespielt, ließen große, warmherzige Passagen und kühne, waghalsige Läufe entstehen. Das Publikum war begeistert, stand von den Sitzen auf und applaudierte für diesen gelungenen Konzertabend heftig.