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Hemers Sommermärchen kann am Samstag beginnen

14.04.2010 | 20:30 Uhr
Hemers Sommermärchen kann am Samstag beginnen

Hemer. „Am Samstag schaut ganz NRW auf Hemer!” Damit hat Umweltminister Eckhard Uhlenberg sicher recht, denn am 17. April wird die Landesgartenschau eröffnet. Nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit rollen die Bagger in diesen Tagen ab, und Hemers Sommermärchen kann beginnen.

„Der Zuschlag beruht auf einem sehr guten Konzept, das hier umgesetzt wurde”, erinnerte der NRW-Minister an den Beginn des Projektes Landesgartenschau. Es sei die 15. NRW-Schau, die erste im Sauerland und in Südwestfalen. „Diese Region ist landespolitisch lange unter Wert verkauft worden, das ändert sich jetzt”, so Uhlenberg.

LGS als Motor, um Menschen mitzunehmen

„Die Landesgartenschau ohne städtebauliche Defizite zu bauen, wäre eine Hausnummer zu groß gewesen”, sagte Bürgermeister Michael Esken, „jetzt hat die Stadt durch die LGS einen Entwicklungssprung von 15 bis 20 Jahren gemacht”. In Hemer hat der Zuschlag für das Großevent die Menschen aufgerüttelt. „Die LGS ist ein Motor, um die Menschen mitzunehmen”, so Esken - er erinnerte an über 5000 Besucher, die sich der Bewertungskommission 2007 präsentierten. Eine schwere Aufgabe sei es gewesen, die große Anzahl an Mosaikstücken so zusammen zu setzen, dass eine Gartenschau dabei herauskomme.

Besondere Topographie des LGS-Geländes

Heinz Herker, Präsident des Zentralverbands Gartenbau, stellte die besondere Topographie der LGS in Hemer heraus. Landschaftsarchitektin Kristina Hack (Geskes & Hack) blickte auf „zwei intensive Jahre mit besonderen Herausforderungen” zurück - die wildwüchsige Landschaft einerseits und die Monotonie der urbanen Struktur auf dem Kasernengelände andererseits. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich von der Autobahn komme und die Himmelstreppe sehe. So etwas werden wir in unserem Berufsleben nicht noch mal erleben”, sagte sie.

Minister, Bürgermeister und 100 Journalisten

Was es bedeutet, eine Landesgartenschau auf einem ehemaligen Kasernengelände zu realisieren, davon überzeugten sich am Mittwoch über 100 Journalisten beim Rundgang.

Bei strahlendem Sonnenschein zog die Karawane los, allen voran Bürgermeister Esken und Minister Uhlenberg. Gemeinsam passierten sie die Platanenallee, und weiter ging es Richtung Forumsplatz mit dem Himmelsspiegel, der nicht nur mit einer Wassertiefe von zwei Zentimetern geflutet werden kann, sondern auch über ein 40-minütiges Sprudelprogramm verfügt. Bewunderung erntete die Multifunktionshalle mit ihrer in Deutschland einmaligen Außen- und Innenbühne. Der dezente Farbgeruch in der Halle, zeigte: Hier wird noch gearbeitet - wie auf dem gesamten Gelände. Während die Journalisten das Areal erkundeten, mussten sie hin und wieder einen Bogen um eine Palette voller Rollrasen-Pakete schlagen oder einem Stapel Steine ausweichen.

Riesengaudi auf dem Wasserspielplatz

Dennoch geriet Bürgermeister Michael Esken immer wieder ins Schwärmen: „Es sieht ein wenig aus wie in Sanssouci”, sagte er mit Blick auf die Stadtterrassen. Pure Begeisterung schlug den Gästen kurz darauf am Wasserspielplatz entgegen: Hier durften die Kinder des Städtischen Kindergartens Haus Kunterbunt nicht nur Raudi Raupe begrüßen, sondern auch zum allerersten Mal im Sand buddeln, mit den Füßen im Wasser plantschen und nach Herzenslust matschen: „Es empfiehlt sich, eine zweite Garnitur mitzubringen”, lautet der Rat des Bürgermeisters an alle Familien, die mit ihren Kindern hierher kommen.

Vorgeschmack auf bunte Blumenwelt

Obwohl die Natur wegen des langen Winters rund einen Monat zurück ist, geben blühende Narzissen und Stiefmütterchen bereits einen Vorgeschmack auf die Farbpracht, die die Besucher bald erwartet. Themengärten, Blumenhalle, Waldspielplatz „Zwergengold”, Treffpunkt Landwirtschaft, Sportplatz, Gärten der Bewegung, Skateanlage, Städtemosaik oder Park der Sinne: Über Wege, aber auch querfeldein, führte die Entdeckungstour zu (fast) allen Höhepunkten, die ab Samstag die LGS-Besucher ein halbes Jahr lang in ihren Bann ziehen werden. Der Jübergturm als neues Wahrzeichen der Stadt Hemer wird bis Samstag wohl fertig, ob er dann bereits vom TüV abgenommen ist, bleibt als spannende Frage im Raum stehen.

Mehr zum Thema:

Carmen Fürstenau, Silke Wrona, Ralf Engel

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