Heinrichshöhle strahlt in ganz neuem Licht

In der Heinrichshöhle wurde der 2. Bauabschnitt fertiggestellt. Die komplette Höhle ist nun mit neuen LED-Leuchten ausgestattet worden.
In der Heinrichshöhle wurde der 2. Bauabschnitt fertiggestellt. Die komplette Höhle ist nun mit neuen LED-Leuchten ausgestattet worden.
Foto: IKZ

Hemer..  Der Besuch der Heinrichs-höhle war schon immer ein Erlebnis, jetzt aber wird die faszinierende Höhlenlandschaft mit den bizarren Tropfsteinen buchstäblich in ein neues Licht gesetzt. Quasi als Lichtpionier hat Heinrich Meisel im Jahr 1905 die erste elektrische Beleuchtung in die Sundwiger Höhle gebracht, jetzt wurde es aber aus verschiedenen Gründen Zeit, auf LED-Strahler zu wechseln.

Was hat sich dadurch verändert? Die Frage beantwortet Eberhard Thomas von der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst mit einem zufriedenem Lächeln im Gesicht. „Es gibt diesen Gelbstich nicht mehr, und die Höhle wird in den Farben erlebbar, die die Höhle zu bieten hat. Auch die Kristallbildungen sind viel besser zu erkennen“, so Thomas und deutet auf die kleinen Leuchten, die zum Teil wie ein Spot auf bestimmte Tropfsteine gerichtet sind.

Das gesamte Team der AG Höhle und Karst rund um seinen Vorsitzenden Heinz-Werner Weber hofft auf regen Besuch auch in den Osterferien, denn der kann zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. „Man kann es zurzeit tropfen sehen, was ja nicht das ganze Jahr über möglich ist“, erläutert Eberhard Thomas. Und in der Tat. An den Seiten entlang des Führungsweges tropft es auf die Steine, und in der Stille der Höhle entfalten die kleinen Wassertropfen besondere Wirkung. Der Regen der vergangenen Tage und die Pflanzen, die erst noch anfangen zu wachsen, machen es möglich, dass das Wasser bis in die Höhle gelangt. „Brauchen die Pflanzen jetzt im Frühjahr und Sommer mehr Wasser, kommt kaum Feuchtigkeit mehr durch“, so Eberhard Thomas.

Weil die alten Halogenstrahler nun aus der Höhle verschwunden und durch 180 moderne LED-Lampen ersetzt worden sind und der zweite Bauabschnitt abgeschlossen ist, gab es gestern einen kleinen Empfang im Vereinsheim an der Heinrichshöhle. Heinz-Werner Weber berichtete, dass bereits ein Drittel der Lichtanlage im Frühjahr 2012 modernisiert wurde. Im vergangenen Jahr wurden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Rund 70 000 Euro schlugen hier zu Buche. Mit 10 000 Euro beteiligte sich die Stadt Hemer an den Kosten, 17 000 Euro kamen aus der NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur.

Respekt vor großem ehrenamtlichen Engagement

„Den Rest haben wir gestemmt“, so Weber. Und weil es noch eine beträchtliche Restsumme war, musste zwischendurch laut Eberhard Thomas „eine finanzielle Atempause“ eingelegt werden. Am Ende wurde das Projekt finanziell und mit großem ehrenamtlichen Engagement verwirklicht, das von den Gästen auch honoriert wurde. So sagte Dr. Stefan Niggemann, Geschäftsführer der Dechenhöhle in Letmathe, dass man vor der Leistung der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst nur den Hut ziehen könne. Auch Vizebürgermeister Wolfgang Römer zollte den Ehrenamtlichen Respekt, die so viel Arbeit in ihre Höhle stecken. Dezernent Klaus Erdmann betonte, dass man in Hemer den Tourismus „wieder neu greifen wolle“. „Dazu gehört auch die modernisierte Heinrichshöhle“, sagte Erdmann.

Beim Rundgang waren sich alle einig: Die Investition in die neue Beleuchtung hat sich gelohnt und gewährt neue und realistischere Einblicke in die Unterwelt.

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