Gescheitertes Projekt: Künstler verklagen Landesgartenschau
06.03.2010 | 05:00 Uhr 2010-03-06T05:00:00+0100Hemer. Einige ehrgeizige Projekte für die Landesgartenschau sind lange geplant und schließlich doch verworfen worden. Zurück blieben verärgerte Kulturpartner. Jetzt sieht sich die LGS auch mit einer ersten Klage konfrontiert.
Das Kunstprojekt „Tarnung” gehört zu diesen gescheiterten Prestigeprojekten. Entlang des Zick-Zack-Weges zum Jüberg sollte ein Skulpturenweg als Natur-Kunst-Erlebnis entstehen. Ein Kuratorium wurde gebildet, im März 2009 wurden rund 18 international renommierte Künstler durch den Eventmanager Hermann Sattler angesprochen. Bis zum 31. März sollten die Künstler bei entsprechendem Honorarangebot seitens der LGS die Auftragsannahme bestätigen. Das taten sie durchaus fasziniert von den Planungen.
Am 2. April reisten die Künstler unter anderem aus Landau, Karlsruhe oder Salzkotten in die Felsenmeerstadt, um die Standorte festzulegen und Details zu besprechen. Mit der Gewissheit der Realisierung machten sie sich in ihren Ateliers an die Umsetzung.
„Es gab niemals die Idee, dass es nicht stattfinden könnte”, erinnert sich die Künstlerin Madeleine Dietz aus Landau. 140 000 Euro stünden zur Verfügung, eine weitere Förderung durch die Kunststiftung NRW sei in Aussicht gestellt worden, habe es seitens der LGS geheißen. Zweimal reiste die Bildhauerin noch nach Hemer, um ihre Pläne für eine Art Kapelle mit gelaserten Inschriften zu konkretisieren. „Ich habe mir direkt für den Platz eine Arbeit ausgedacht, die mit dem Kriegsgefangenenlager zu tun hat”, berichtet sie. Aus allen Wolken fiel die Künstlerin, als sie am 21. Oktober ein Brief der LGS erreichte, in dem das Projekt wegen ausbleibender Förderung durch die Kulturstiftung abgesagt wurde. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Man hätte gemeinsam überlegen können, wie wir es hinkriegen”, betont Madeleine Dietz.
Die Landauerin hatte bis dahin viel Herzblut, Arbeitszeit und Kostenvoranschläge in das Projekt gesteckt, für ihren Kollegen Reinhard Buxel war der Schaden größer. Im September hatte der Salzkottener für seine Skulpturen bereits in 900 Arbeitsstunden 12 Tonnen Sandstein verarbeitet. „Es war ein absolut konkreter Arbeitsauftrag”, erinnert er sich. Am 6. Oktober hatte er wie vereinbart um die erste Abschlagszahlung gebeten. Die zeitliche Nähe zur generellen LGS-Absage zwei Wochen später ist markant.
Bei einem Vergleichsgespräch im Dezember wollte die LGS von einer Auftragsvergabe nichts mehr wissen. „Ich bin geradezu entsetzt über dieses Verhalten”, sagt der Bildhauer. Er hat nun Klage eingereicht und könnte damit nur die Speerspitze sein. Juristischen Beistand haben sich auch Kolleginnen geholt. Auch die Kuratoren wollen die LGS verklagen.
Die Landesgartenschau GmbH bestätigte gestern auf Anfrage, dass das Projekt „Tarnung” wegen der fehlenden Fördermittel nicht stattfinden könne. Die Freigabe der Fördermittel sei laut Aufsichtsratsbeschluss von vornherein Voraussetzung gewesen.
„An alle Künstler ist ein nochmaliges Vergleichsangebot rausgegangen”, teilte LGS-Sprecher Marc Giebels mit. Kunst in vielen verschiedenen Facetten werde es gleichwohl auf der LGS geben. Kunstobjekte entlang des Zick-Zack-Weges zum Jübergturm werde nun das Woeste-Gymnasium gestalten. Die Schüler hatten sich dafür engagiert, aber damals eine Absage erhalten.
Die Künstlerklage wirft ein bezeichnendes Licht auf die internen Probleme, die die Eventplanung in der LGS gelähmt haben. Viele Kulturschaffende sind über Monate vertröstet worden. Zwischen Eventplaner Hermann Sattler, LGS-Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat gab es nach Informationen der Heimatzeitung erhebliche Differenzen über Finanzierungen und Auftragsvergaben, die letztlich zu einem Gutachten und personellen Konsequenzen geführt haben (wir berichteten.)
18:45
Es wäre ja auch recht interessant, zu erfahren, aus welchen Gründen eine Förderung des Projektes durch die Kunststiftung NRW nicht erfolgt ist? Wurden Bedingungen nicht eingehalten? Sollten damit Künstler aus der Region gefördert werden? Landau und Karlsruhe liegen ja wohl nicht in NRW. Waren diese Bedingungen der LGS-Geschäftsführung nicht vorher bekannt?
06:59
#37 wenig sachliches ausser die üblichen parolen,
ich finde auch nicht alles richtig, aber erst mal abwarten und nicht vorher nur alles schlecht reden und durch den dreck ziehen und nun kümmert euch um menden, damit sich da auch mal was bewegt
22:57
@34
Es lohnt sich doch gar nicht, Marwang zur Kenntnis zu nehmen. Der beneidet und beschimpft jeden, der aufrecht gehen und mit Besteck essen kann.
Vor Wochen gab es hier nur zwei, drei Leute, die vor der Dimension der LGS für eine Stadt wie Hemer gewarnt haben, wenn nur Dilettanten und geistige Schrebergärtner mit einem solchen projekt befasst sind. Mittlerweile wächst der Anteil der Skeptiker gegen 50 %.
Bin gespannt, ob im kommenden Jahr noch Stimmen in Hemer hörbar sein werden, die nicht auf die LGS fluchen - außer Intellektuellen wie Marwang, natürlich.
14:12
...wir kommen hier vom Thema ab....
13:21
Zu einer objektiven Meinungsbildung wird es sich empfehlen, mal an einem Sonntagnachmittag die Hemeraner Innenstadt zu besichtigen und anschließend die Innenstadt von Menden. Danach wird man sicher beurteilen können, was eine tote Stadt ist.
Ob die Besucher der Landesgartenschau nicht auch Interesse hätten, die Hemeraner Restaurants und Cafes zu besuchen? Leider werden die Besucher der LGS danach zum großen Teil vergeblich suchen müssen, denn damit ist in Hemer nicht viel. Aber es gibt natürlich haufenweise Imbißstuben...
11:05
@Marwang? Und soll das jetzt von der Inkomptenmz die herrscht ablenken?
Ich glaube desaströse Politik, egal wo sie stattfindet, ist eine Schande und eine Mißachtung des Steuerzahlers und Bürgers.
und die LGS wird ja auch von Landesmitteln bezahlt, sprich von dem Geld jedes Einzelnen hier.
Der Punkt ist doch, dass inkompteten Leute die aus der Stadt gejagt gehören. Egal aus welcher.
07:37
schön was einige mendener hier für einen müll abladen um abzulenken dass sie in einer toten stadt leben nur neid ,ihre stadt ist genauso verschuldet ohne laga
03:34
Habe die Tippfehler gesehen sorry aber schreibe über das Handy hier sind die Tatsen sehr klein!!!
Hoffe aber der Sinn ist klar.
03:26
Wenn es heute nur noch darum geht immer im nachheinein zu zu schauen ob es etwas schriftliches gibt womit den anderen belangen oder nicht dann ist das schon schlimm. Wo sind die guten alten Zeiten wo in Wort und ein Handschlag noch gebügten?
Wie dem auch sei die Zeiten ändern sich, die Künstler sollten trozdem Ihr Geld für den entstandenen Schaden iherer Arbeit bekommen und zwar nicht gerichtlich sondern per Einingung.
Die Idee das auch Schüler sich an der LGS beteiligen ist doch sehr gut oder ist NATUR nur was für Profis, Arichtecken, Ingenieure und Landschaftstechniker.
23:07
Jetzt fehlen nur noch juristische Auseinandersetzungen und teure Gerichtsverfahren...
Wie wäre es, wenn sich alle Beteiligten mal an einen Tisch setzen würden, und vernünftig miteinander reden?
Das Zauberwort heißt Mediation. Damit können Zeit und Geld und Nerven gespart werden.